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Insektentränke: Durstlöscher für Bienen, Käfer und Co.

Selina Menke
Online-Redakteurin

Im Sommer können die Temperaturen schnell die 30-Grad-Marke knacken. Dann müssen nicht nur wir Menschen besonders darauf achten, genug zu trinken, sondern auch Tiere. Gartenbewohner wie Bienen und Käfer sind deswegen gerade in den heißen Sommermonaten auf Wasserstellen im Garten angewiesen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie schnell und einfach eine Insektentränke in Ihrem Garten errichten.

Warum Wasser für Insekten lebenswichtig ist

Insekten sind in ihrer natürlichen Umgebung auf Wasserquellen angewiesen. Das können Seen, Teiche, aber auch Wasserpfützen und Tau sein. Während wir Menschen mal fix zur Wasserflasche greifen oder uns in einem Schwimmteich oder Pool abkühlen können, haben Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Co. es deutlich schwerer, an Wasser zu kommen. Denn schließlich findet sich nicht in jedem Garten eine Insektentränke.

Bei hohen Temperaturen verdunsten Tau und Pfützen viel schneller als gewöhnlich. Zudem sind Seen und Teiche nicht leicht zu finden und auch sichere Landeplätze können zum Problem werden, da die kleinen Tierchen schnell ertrinken können. Insektentränken schaffen da Abhilfe.

Insektentränke [Foto: AdobeStock_Nikokvfrmoto]
Wasser ist unerlässlich für Insekten. [Foto: AdobeStock_Nikokvfrmoto]

Zusätzlich angelegte Wasserquellen sind überlebenswichtig für unsere heimischen Insekten, denn sie benötigen sie zum Trinken, um sich abzukühlen und für den Nestbau. Bienen bringen beispielsweise an heißen Tagen Wasser in die Brutstätte, damit Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Bienenstock konstant bleiben. Das funktioniert, indem die kleinen Brummer mit ihren Flügeln Luft in den Brutbereich fächern und damit gleichzeitig winzig-kleine Wassertropfen auf den Waben verteilen. Von April bis Juni und dann wieder im Spätsommer werden außerdem die meisten Jungbienen aufgezogen. Dazu brauchen Pflegebienen neben Pollen auch viel Wasser, für das wir mit einer Insekten- oder auch Bienentränke sorgen können.

Wasser für genügend Spucke

Wespen nutzen Wasser vorwiegend für den Nestbau. Neben Wasser, das sie in einer Insektentränke finden können, suchen sie auch nach Pflanzenfasern, die sie gerne von morschem Altholz, Ästen und anderen Hölzern raspeln, um sie schließlich mit ihrem Speichel zu einer Art Brei zu verarbeiten. Dieser Brei dient ihnen wiederum als Baustoff für die Wandkonstruktion ihrer Behausung.

Die Vorteile einer Insektentränke

Ein einfacher und liebevoller Weg, um Schmetterlingen, Hummeln, Käfern und anderen Insekten das Leben zu erleichtern, ist deshalb das Bauen und Aufstellen einer sogenannten Insektentränke. Diese Trinkstellen unterstützen die kleinen Tiere, wenn es draußen heiß und trocken ist. Steine und andere darin platzierte Materialien schützen vor dem Ertrinken, indem sie die Tränke gut erreichbar machen und so für eine sichere Landungen sorgen. Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie eine Insektentränke mit wenigen Handgriffen selbst bauen können.

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Insektentränke selber bauen

Um eine nützliche Insektentränke zu bauen, braucht es nicht viel. Schon eine flache Schale aus Keramik (zum Beispiel einen Unterteller von einem Blumentopf) taugt, um zu einer Tränke umfunktioniert zu werden. Sammeln Sie ein paar Steine in Ihrer Umgebung und etwas Moos als Landefläche. Abgestandenes Leitungswasser- oder Regenwasser machen die Erfrischung komplett.

Ragen die Steine aus dem Wasser, können Bienen darauf sicher landen. [Foto: AdobeStock_StefanJoachim]

Materialien für die Insektentränke

  • eine klassische Vogeltränke oder eine flache Schale
  • verschieden große Steine
  • etwas Moos
  • sauberes Wasser (bitte regelmäßig austauschen, damit keine Krankheitserreger entstehen)

Anleitung

  1. Die unterschiedlich großen Steine in der Insektentränke platzieren und alles mit frischem Wasser auffüllen. Wir möchten erreichen, dass die Steine etwa zur Hälfte aus dem Wasser ragen.
  2. Zwischen den Steinen und am Rand der Tränke etwas Moos einarbeiten, damit die Tierchen beim Landen ausreichend Flächen vorfinden. Auf diese Weise können sie sich gefahrlos niederlassen und ohne zu ertrinken an das Wasser gelangen.
Ameisen können sich an Moos in Insektentränken gut festhalten, um ans Wasser zu gelangen. [Foto: AdobeStock_kozorog]
Ameisen können sich an Moos in Insektentränken gut festhalten, um ans Wasser zu gelangen. [Foto: AdobeStock_kozorog]
  • Tipp: Damit sich die Tierchen auch richtig wohlfühlen, sollte die Insektentränke an einem gemütlichen Platz stehen. Das bedeutet: warm, sonnig und windstill. Bienenfreundliche Pflanzen machen den Standort noch attraktiver.

Insektentränke sauber halten

Abschließend sollten Sie noch darauf achten, dass die Insektentränke immer schön sauber bleibt. Das können Sie gewährleisten, indem Sie das Wasser in regelmäßigen Abständen wechseln und die Schale abwaschen. Das geschieht am besten ein Mal am Tag. Alle paar Wochen steht dann eine ordentliche Grundreinigung der Insektentränke an, bei der die Schale beispielsweise mit Essigreiniger von hartnäckigem Schmutz und Dreck befreit wird. Chemische Reinigungs- oder Desinfektionsmittel bitte nie verwenden.

Leblose Tiere, die ab und an erschöpft liegenbleiben, sollten abgesammelt werden. Mehr ist nicht zu tun, nur sollte die Insektentränke nie austrocknen, da sich die Insekten sonst eine neue und vielleicht gefährlichere Trinkstelle suchen.

Heimische Vögel profitieren übrigens ebenso von Wasserstellen. Die kleineren Besucher wie zum Beispiel Spatzen und Meisen können auch in aufgestellten Insektentränken baden. Wie Sie ihre eigene Vogeltränke bauen können, lesen Sie in unserem Beitrag zur Vogeltränke. Die Wasserstellen sind sowohl im Sommer als auch im Winter essentiell für die Tiere.

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