[Foto: AdobeStock_AlexWolff68]

Vogeltränke –eine gute Hilfe nicht nur im Sommer

Ist es im Sommer über einen längeren Zeitraum sehr heiß, stellt das viele Gartenvögel vor eine Herausforderung: Pfützen oder andere kleine Wasserquellen gibt es dann nicht mehr. Eine Vogeltränke hilft den Tieren in dieser Zeit und bietet ihnen Platz zum Trinken und Baden. Die GartenFlora erklärt Ihnen, wie Sie im Handumdrehen Ihre eigene Vogeltränke aufbauen und worauf Sie dabei achten müssen.

Vogeltränke – voraussichtliche Lesedauer: 7 Minuten

Vogeltränke hilft nicht nur in heißen Sommermonaten

An heißen Sommertagen gibt es oft nichts Schöneres, als in einen kühlen See zu springen, sich im Wasser treiben zu lassen und danach einen großen Schluck von der selbst gemachten Limonade zu trinken. Abkühlung gehört für uns zum Sommer dazu, doch auch für viele Tiere ist sie lebenswichtig. Gartenvögel beispielsweise kommen in Bedrängnis, wenn es über Wochen nicht regnet und ihre Wasserquellen allmählich versiegen. Eine Vogeltränke im Garten macht den Tieren das Leben dann deutlich leichter.

Eine Vogeltränke ist aber nicht nur ein Sommerangebot, sondern sollte auch im Winter ein fester Bestandteil des Gartens sein. Denn Minustemperaturen machen den Vögeln genauso zu schaffen wie heiße Sommerwochen. Friert es im Winter, erstarrt vor allem das Wasser in flachen Wasserbecken schnell zu Eis und fällt als Wasserquelle weg. Bei lang anhaltendem Frost kommen die Tiere also genauso in Bedrängnis wie im heißen Sommer. Eine Vogeltränke, deren Wasser Gärtner*innen frostfrei halten, ist dann die erste Anlaufstelle für Gartenvögel.

Die Vogeltränke als Badeanstalt

Die Tränke hilft den Tieren aus einer Notsituation heraus, wenn sie in der Natur sonst nur noch wenig Wasser finden. Den Gartenvögeln ein solches Angebot zu machen, lohnt sich aber doppelt: Denn sie stehlen deutlich weniger wasserreiches Obst wie Kirschen oder Johannisbeeren aus dem Garten, wenn sie nicht so durstig sind.

Ein grau-brauner Spatz sitzt auf einer tönernen Vogeltränke und putzt sein Gefieder mit Wasser.
Spatzen lieben es, ihr Gefieder an Vogeltränken ordentlich zu säubern. [Foto: AdobeStock_phichak]

Die Vogeltränke ist neben der Wasserversorgung auch eine kleine Badeanstalt für die Tiere. Keine Amsel würde ein ausgiebiges Wasserbad ausschlagen, wenn Gärtner*innen es ihr so anbieten. Und auch Sperlinge lieben es, sich im Wasser zu erfrischen. Das wiederum gibt Vogelfans die Möglichkeit, die Tiere in aller Ruhe zu beobachten. Fühlen sich die Tiere sicher und sind nicht gestresst, halten sie sich länger an der Vogeltränke auf und putzen in aller Ruhe ihr Gefieder.

Schaffen Sie abwechslungsreiche Gärten, die wildlebenden Tieren helfen!

Dieses GartenFlora EXTRA zeigt Gestaltungs- und Pflanzideen, die verschiedenen Tieren einen Lebensraum und Nahrungsquellen bieten. Damit leisten Sie nicht nur einen Beitrag zum Naturschutz und für die Artenvielfalt. Sie gewinnen auch neuartige Gartenerlebnisse, denn mit den tierischen Gästen gibt es viel zu beobachten und zu entdecken.

So bauen Sie sich Ihre eigene Vogeltränke

Wer nun Lust bekommen hat, den heimischen Vögeln auszuhelfen, und sich an den Bau einer Vogeltränke wagt, der kann beruhigt sein: Mit den richtigen Materialien ist die Idee schnell umgesetzt. Ein paar wichtige Punkt sollten sich Gärtner*innen jedoch bereits vor dem Bau überlegen:

  • Standort: Eine Vogeltränke braucht einen geschützten Ort im Garten. Steht sie zu präsent oder ist für Tiere wie Katzen und andere Vogel-Feinde zu leicht erreichbar, verirrt sich sicherlich kein Vogel dorthin. Am besten stellen Sie die Vogeltränke in der Nähe eines Busches oder einer Hecke auf, sodass sich die Vögel bei Gefahr schnell verstecken können. Auch eine hängende Vogeltränke ist eine gute Option, um es neugierigen Katzen nicht allzu leicht zu machen.
  • Wassertiefe: Ist das Gefäß zu tief, ist es besonders für kleinere Vögel gefährlich, daraus zu trinken. Zu schnell rutschen sie ab und landen im Wasser, wo sie nicht mehr stehen können. Im schlimmsten Fall endet das für die Jungvögel tödlich. Die Tränke sollte daher nicht tiefer als fünf Zentimeter sein.
  • Material: Eine Plastikschale eignet sich für eine Vogeltränke nicht so gut. Plastik bleicht in der Sonne schnell aus und wird spröde. Besser eignen sich Gefäße aus Stein, Ton oder Eisen.

Sind die drei Punkte geklärt, geht es ans Eingemachte!

Die einfachste Version

Wenn Sie Ihren Gartenvögeln möglichst schnell helfen wollen, beginnen Sie am besten mit einer einfachen Vogeltränke. Dafür brauchen Sie nicht mehr als beispielsweise eine flache Schale oder einen Blumentopfuntersetzer, die Sie mit Wasser füllen und an einem geschützten Ort im Garten aufstellen. Grundsätzlich gilt: Je größer die Vogeltränke ist, desto größer sind die Tiere, die sie aufsuchen. Bei der einfachen Variante versammeln sich dann zum Beispiel Spatz und Meise.

Eine Kohlmeise landet mit noch gespreizten Flügeln auf dem Rand eines Blumentopfuntersetzers aus Ton, der im Gras steht und zu einer Vogeltränke umfunktioniert wurde. Ein Stein liegt in der Mitte der Schale. Der Hintergrund ist grün und in Unschärfe getaucht.
Eine Kohlmeise landet auf dem Rand eines zur Vogeltränke umfunktionierten Blumentopfuntersetzers aus Ton. Ein rauer Stein im Wasser dient als zusätzlicher Lande- und Sitzplatz. [Foto: AdobeStock_soaringfoto]

Tipp: Wollen Sie den Tieren noch etwas helfen, legen Sie ein paar kleine, raue Steine in die Schale. Die Steine sollten ein wenig aus dem Wasser herausgucken – so dienen sie den Vögeln als Sitzplatz, über den sie leichter ans Wasser herankommen.

Nachfüllen bei Bedarf – ganz automatisch

Im Sommer verdunstet in den flachen Gefäßen das Wasser manchmal schneller, als man gucken kann. Nicht immer ist dann sofort jemand zur Stelle, der nachfüllt, deswegen lohnt sich im Sommer auch eine Vogeltränke, die den Job direkt selbst übernimmt.

Für eine sich selbst nachfüllende Vogeltränke benötigen Sie folgende Materialien:

  • eine leere Glasflasche (ca. 1 Liter Fassungsvermögen)
  • eine etwa 80 Zentimeter große Stange oder ein harter und gerade Zweig
  • eine flache Schüssel oder ein Blumentopfuntersetzer
  • zwei Bindfäden

Stellen Sie den Untersetzer stabil auf die Erde und stecken daneben den Zweig oder die Stange in den Boden. Die Glasflasche befüllen Sie mit Wasser und stellen sie ohne Deckel umgedreht in die Schale. Das muss schnell gehen, damit das gesammelte Wasser nicht sofort in die Schale ausläuft. Mit dem Bindfaden oder einer anderen Kordel befestigen Sie die Flasche nun an der Stange oder dem Zweig, sodass sie fest stehen bleibt. Sind am Zweig noch Seitentriebe vorhanden, lassen Sie diese stehen und nutzen sie Sie, um darauf den Bindfaden zu legen, mit dem Sie die Flasche fixieren.

Achtung: Die Öffnung der Flasche darf nicht komplett luftdicht mit dem Boden der Schale abschließen.

Füllen Sie als Letztes den Untersetzer mit Wasser, falls er das nicht die Flasche zum Teil schon übernommen hat. Trinken die Vögel diesen nun leer und senkt sich der Wasserstand in der Schale, sickert automatisch aus der Glasflasche frisches Wasser nach.

Sauberkeit ist die halbe Miete

Ist die Vogeltränke in Betrieb, dürfen Gärtner*innen das Putzen nicht vergessen! Denn eine noch so schöne Wasserstelle bringt den Tieren nichts, wenn sie verdreckt und voller gefährlicher Keime und Bakterien ist. Besonders im Sommer müssen Gärtner*innen die Schale einmal am Tag auswaschen und neu auffüllen. Alle paar Wochen steht eine Grundreinigung an, bei der Vogelfans die Schale mit beispielsweise Essigreiniger von hartnäckigem Schmutz und Dreck befreien. Wer im Sommer länger im Urlaub ist, sollte dem Gießdienst Bescheid geben, auch auf die Tränke zu achten, sonst droht nach den Ferien eine unschöne, dreckige Überraschung.

Die schwebende Vogeltränke

Eine weitere Option ist die schwebende Vogeltränke. Das macht es Fressfeinden der Vögel deutlich schwerer, die Tiere zu erreichen und damit zu stören. Für die schwebende Vogeltränke lassen sich beispielsweise Blumenampeln wunderbar nutzen: Dort hinein stellen Sie eine flache Schale oder den Blumenuntersetzer und füllen diesen mit Wasser. Wichtig ist, dass das Ganze stabil genug ist, um heranflatternden Vögeln standzuhalten. Auch kleine, flache Holzkörbe eignen sich wunderbar, um als Vogeltränke umfunktioniert zu werden. Sie lassen sich am Henkel direkt in den Baum hängen und haben genug Platz für eine flache Wasserschale.

Wer sich kreativ austoben möchte, kann sich die Halterung für die Wasserschale auch selbst flechten. Eine Anleitung stellt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur Verfügung.

Gartenvögel freuen sich auch über passendes Futter im Garten. Besonders im Winter sind viele heimische Vögel auf Ihre Hilfe angewiesen. Lesen Sie hier, welcher Gartenvogel was am liebsten frisst.

ANNA KATHARINA KÜSTERS

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