Apfelbaum pflanzen Foto: AdobeStock_Nathalie Pothier

Apfelbaum pflanzen im November: Am besten wurzelnackt

Kann man im November noch einen Apfelbaum pflanzen? Ja, unbedingt! Die Herbstpflanzung bei Obstbäumen kann sogar bis Dezember durchgeführt werden. Der Boden ist dann in den meisten Gegenden noch offen und in der Regel auch noch warm genug.

Was ist besser – die Frühjahrs- oder Herbstpflanzung?

Obstbäume mit Topfballen (in Containerkultur) können grundsätzlich das ganze Jahr über gepflanzt werden – die Frühjahrspflanzung ist in diesem Fall empfehlenswert. Die vielen Helfer im Boden (Regenwürmer) haben dann Zeit, das mitgelieferte Substrat rund um die Wurzeln mit dem Mutterboden zu vermischen, was dem Bäumchen natürlich zugute kommt.

Bei der Herbstpflanzung eines Apfelbaums können hingegen gleich viele neue Wurzeln gebildet werden. Der frisch gepflanzte Baum hat bis zum Wintereinbruch noch eine gute Chance, sich im Erdreich zu verankern und die Wasserreserven des umgebenden Bodens anzuzapfen. Das Austrieb im nächsten Jahr erfolgt dann meist recht früh, so dass mit viel Zuwachs zu rechnen ist.

Apfelbaum pflanzen im November: Warum wurzelnackt?

Es kann gutgehen, muss es aber nicht. Wird ein Container-Apfelbaum im Herbst gepflanzt, findet das Gehölz nicht immer die besten Startbedingungen vor. Hier kommen die Gründe:

  1. Die Auswurzelung ist nicht garantiert. Das Substrat im Topf ist leicht und nahrhaft, so dass die Pflanzenwurzeln zunächst keinen Anreiz verspüren, ihr Reich zu vergrößern. Die Folge: In einer regenarmen Phase ist die Wurzelmasse zu gering für den benötigten Wassernachschub – die Pflanze kann vertrocknen. In nassen Jahren kann es hingegen zu Wurzelfäulnis kommen
  2. .Der Wurzelballen kann sich im Spätwinter schneller erwärmen als der Mutterboden – vor allem, wenn dieser hoch gepflanzt wurde. Der Stoffwechsel der Pflanze wird so möglicherweise zu früh angekurbelt. Es wird dann viel Zucker gebildet, der von der Pflanze aber noch gar nicht verwertet werden kann – dabei kann Alkohol entstehen. Gesellt sich zu allem Übel ein alkoholliebender Schädling dazu (der Ungleiche Holzbohrer), sind die Tage des Bäumchens womöglich gezählt.
Ein junger, wurzelnackter Apfelbaum Foto: AdobeStock_zoomingfoto1712
Ein junger, wurzelnackter Apfelbaum Foto: AdobeStock_zoomingfoto1712

Die Empfehlung des Obstbaum-Experten Markus Kobelt von Lubera

Bei der Herbstpflanzung eines Apfelbaums sollte das Topfsubstrat komplett entfernt werden – der Wurzelballen wird dabei gut ausgeschüttelt. Auch die Blätter des Baums werden abgestreift, denn diese würden nur unnötig Wasser verdunsten. Die blanken Wurzeln benötigen nämlich etwas Zeit, um Kontakt mit dem Boden aufzunehmen – sie liefern vorübergehend nur wenig von dem kostbaren Nass. Ein Drittel des abgeschüttelten Substrats kann man mit dem Mutterboden aus dem Pflanzloch vermischen.

Tipp: Egal ob Frühjahr oder Herbst – der Wurzelballen von Containergehölzen sollte vor dem Einpflanzen auseinandergezogen bzw. aufgerissen werden. Sonst strangulieren kreuzende Wurzeln sich mit zunehmendem Dickenwachstum gegenseitig.

Wurzelnackte Ware von der Baumschule

Pflanzen ohne Erdballen sind im Herbst in jeder guten Baumschule erhältlich. Diese werden meistens als Paket versandt. Wurzelnackte Obstgehölze sollten nach dem Kauf zügig gepflanzt werden. Vorübergehend kann man sie auch in Erde einschlagen.

Wie tief wird der Apfelbaum gepflanzt?

Das Pflanzloch sollte so tief und breit sein, dass die Wurzeln locker, ohne geknickt zu werden, hineinpassen. Falls der Baum am Wurzelhals veredelt wurde, darf der Apfelbaum nicht zu tief gepflanzt werden. Die Veredlungsstelle erkennt man an einer Verdickung oder an einem “Knick” am unteren Stamm. Sie sollte sich etwa zehn Zentimeter über dem Boden befinden. So kann die Edelsorte keine Wurzeln ausbilden, denn dafür ist die Unterlage zuständig.

So schlägt der junge Baum schnell Wurzeln

Damit das Einwurzeln schnell vonstatten geht, wird ein frisch gepflanzter Baum durchdringend eingeschlämmt. Das Gießwasser schafft den sogenannten Bodenschluss. Der Pfahl, den jeder junge Baum in den ersten Jahren braucht, sorgt dafür, dass die feinen Würzelchen nicht gleich beim ersten Windstoß wieder abreißen. Dieser sollte mit etwa 10 bis 15 Zentimeter Abstand vom Stamm platziert werden.

Apfelbaum pflanzen: Bodenmüdigkeit vermeiden

Wichtig zu wissen: Haben Sie vor, einen Apfelbaum zu roden und durch einen neuen an derselben Stelle zu ersetzen, kann dies Probleme bereiten. Die sogenannte Bodenmüdigkeit bei Rosengewächsen, wozu auch die Kernobstarten gehören, führt dazu, dass die neue Pflanze einen Kümmerwuchs entwickelt. Wählen Sie also am besten einen anderen Ort für den jungen Baum oder heben Sie das Pflanzloch großzügig aus und füllen dort Erde aus einer anderen Stelle im Garten ein.

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