Blühender Apfelbaum - Foto: Pixabay

Bodenmüdigkeit bei Obstpflanzen & Rosen

Vor allem Rosengewächse (Rosaceae) sind von dem Phänomen betroffen, das einen Nachbau von Arten dieser Familie auf derselben Flächen erschwert. Eine Bodenmüdigkeit hält sehr lange, meist 10 bis 25 Jahre, an und ist durch ein schwächeres Wachstum der Kulturpflanzen definiert. Es gibt verschiedene Erklärungen für ihre Entstehung – die genauen Ursachen werden jedoch immer noch erforscht.

Theorien zur Bodenmüdigkeit

Bei der Bodenmüdigkeit (oder Nachbaukrankheit) handelt es sich um eine Wuchs- oder Ertragsdepression. Typisch für die Bodenmüdigkeit ist, dass sie mit bewährten Kulturmaßnahmen – zum Beispiel mit einer Zwischenkultur, einer Gründüngung oder gezielten Fruchtfolge – nicht oder nur unvollständig behoben werden kann. Zwar kann eine Düngergabe kurzfristig für eine Verbesserung der Wuchsleistung einer geschwächten Pflanze sorgen – die Wirkung hält aber leider meist nicht lange an.

Noch immer sind die genauen Ursachen noch nicht ganz erforscht – es gibt jedoch zwei Erklärungsansätze:

1. Die betroffenen Pflanzen vergiften sich nach und nach durch Ausscheidungen der eigenen Pflanzenwurzeln, die im Boden verbleiben.
2. Bestimmte Mikroorganismen bzw. Pilze, die sich auf den Ab- und Umbau von Wurzelresten im Boden spezialisiert haben, sind für das Nachbauproblem verantwortlich.

Bodenmüdigkeit bei Obstarten und Rosen

Vor allem die Familie der Rosengewächse (Rosazeen) ist betroffen. Zu ihr gehören die meisten bekannten Obstarten und Obstgehölze: Apfel, Birne, Steinobstarten wie Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Mandeln, Pfirsiche und Nektarinen. Und natürlich Erdbeeren und Himbeeren sowie die Rose.

Insbesondere das Kernobst wird häufig in Mitleidenschaft gezogen: Wird ein Apfelbaum gerodet und am gleichen Standort ein neuer Baum gepflanzt, muss mit einer Wuchsdepression von 20 bis 30 Prozent gerechnet werden.

Moderne Rosensorten blühen am diesjährigen Holz. Wenn dieses aber nur unzureichend ausgebildet ist, leidet darunter natürlich auch die Blütenpracht.

Bei Steinobst tritt die Bodenmüdigkeit weniger stark auf. Im Hausgarten kann also durchaus eine Kirsche nach einer Kirsche oder eine Aprikose nach einer Aprikose gepflanzt werden. Auch die Pflanzung von Steinobst nach Kernobst ist möglich.

Diese Maßnahmen helfen gegen Bodenmüdigkeit

  • Pflanzen Sie Rosen konsequent auf unverbrauchtem Boden, wo noch nie Rosen standen und auch kein Kernobstbaum!
    Falls das aus Platzgründen nicht geht: Heben Sie eine großzügige Grube mit etwa 50 cm Tiefe aus und füllen Sie das Pflanzloch mit Gartenerde aus einem unkritischen Bereich auf.
  • Kernobst sollten Sie sicherheitshalber etwas entfernt vom Wuchsort des Vorgängerbaums (ebenfalls Kernobst) pflanzen.
  • Bei Erdbeeren ist es sinnvoll, nur alle 3 bis 5 Jahre an der gleichen Stelle zu pflanzen.
  • Bei Himbeeren steht in gewissen Zeitabständen (etwa nach 7 Jahren) eine Neupflanzung an. Auch hierbei sollte unbedingt der Standort gewechselt werden.
  • Durch das Einbringen von organischer Materie in den Nachbauboden wird das Bodenleben aktiviert, so dass zum Beispiel schädliche Pilze verdrängt werden. Ein guter Start ist sehr wichtig – versorgen Sie das junge Gewächs ausreichend mit Nährstoffen und pflanzen Sie einen Obstbaum möglichst im Herbst.

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