Das ist eine Art Bäume zu veredeln.

Bäume veredeln – Neue Sorten auf alte Bäume

Bäume veredeln – das Kopulieren

Das Kopulieren (auch: Anschäften) ist eine relativ leichte Variant, Bäume zu veredeln. Dabei werden zwei gleich dicke Triebe miteinander verbunden. Für die beiden Schnitte an Edelreis und Unterlage benötigen Sie ein sehr scharfes Messer mit gerader Schneide, ein Kopulationsmesser.

Wichtig

Die Schnittflächen sollen so eben sein wie möglich. Veredelungsmesser sind einseitig angeschliffen, eine Seite plan, die andere gewölbt. Es gibt deshalb Linkshänder- und Rechtshändermodelle.

Suchen Sie sich in der Obstbaumkrone einen Trieb, der so dick ist wie Ihr Edelreis. Dann beide so anschneiden, dass die Schnittflächen mindestens dreimal so lang sind wie der Trieb stark. Das obere Ende des Edelreises wird so gekappt, dass drei bis fünf Augen (Knospen) stehen bleiben.

Nun die Schnittflächen der beiden Triebe aufeinander pressen und fest verbinden. Wichtig dabei ist, dass sich das Kambium der beiden Triebe berührt. Nach dem Verbinden wird die gesamte Veredelungsstelle mit Wundverschlussmittel verstrichen. Auch die Schnittstelle oben am Edelreis. Zum Verbinden eignen sich Bast und spezielle Gummibänder. Letztere lösen sich nach einiger Zeit auf, Bast muss nach dem Anwachsen entfernt werden.

Bäume veredeln – das Geißfußpfropfen

Ist die Unterlage doppelt bis etwa viermal so dick wie das Edelreis, können Sie sich an der Geißfußveredelung (auch: Triangulation) versuchen Am besten, Sie üben die anspruchsvolle Technik zunächst mit den weichen Trieben von Weide oder Linde, bis Sie die Schnittführung beherrschen.

Hinter die Rinde pfropfen

Diese Methode wird beim Veredeln in besonders dicke Äste angewendet. Dazu sollte sich die Rinde leicht vom Holz lösen lassen. Eventuell alle paar Tage testen. Wie bei allen Frühjahrsveredelungen alles gut verstreichen, damit der eingesetzte Trieb nicht austrocknet.

Gut zu wissen: Was ist eine Unterlage?

Früher als Wildling, heute als Unterlage bezeichnet – das ist der Wurzelstock, auf den eine edle Sorte gepfropft werden kann. Die Edelsorte bestimmt die Fruchteigenschaften, die Unterlage verleiht dem veredelten Baum den Wuchs und beeinflusst die Fruchtgröße. Beispiel: Die Apfelsorte ’Pinova’ bildet auf der Apfelunterlage M9 kleine Bäume mit großen Früchten. Auf einem Apfelsämling entwickeln sich starkwachsende, große Bäume mit zahlreichen, eher kleinen Äpfeln.

Wer verträgt sich mit wem?

Damit ein Edelreis mit einer Unterlage oder mit dem Ast einer Baumkrone verwachsen kann, müssen beide verwandt sein, z. B. verwächst Apfel mit Apfel, Kirsche mit Kirsche und Birne verträgt sich mit Birne und Weißdorn, einige Sorten mit Quitte und Pflaume mit Pflaume, Pfirsich, Aprikose sowie Nektarine.

Warum Bäume veredeln?

Ältere, noch vitale Obstbäume können mit einer oder mit mehreren Sorten umveredelt werden. Zudem lassen sich Obstbäume anders kaum vermehren.