Stauden für den Herbstgarten – winterharte Herbstblüher und filigrane Gräser

Themen: Stauden
Sonnenhut und Astern im herbstlichen Dunst

Stimmungsvoller Herbst - die klaren Farben von Sonnenhut (Rudbeckia), Astern und Kerzen-Knöterich (Bistorta amplexicaulis) heitern trübe Tage auf. (Foto: GMH/Gabriele Gieseler)

Stauden, Gräser und das milde Licht des Herbstes erzeugen einige der schönsten Gartenbilder. Oft in warmen, erdigen Farben leuchtend, schlagen herbstliche Staudenbeete Betrachter in ihren Bann, der ganze Garten ist erfüllt von einer kraftvoll-lebendigen Atmosphäre und in sich ruhender Zufriedenheit.

Licht und die Magie des Herbstes

Stefan Czekalla möchte auf keine der Jahreszeiten verzichten, doch den Herbst mag er besonders gern. „Ich empfinde es als sehr angenehm, wenn das dominante Grün, das den Garten im Sommer so prägt, zurücktritt. Das Licht wird nicht mehr so umfangreich absorbiert und schimmert durch die sich verfärbenden Blätter. Dadurch entstehen ganz besondere Lichtsituationen.“

Für den Inhaber der Gärtnerei Flother Staudenkulturen gehören Licht und Farbe gerade im Herbst untrennbar zusammen. Darum ist es nicht verwunderlich, dass er Blüten und Blättern in der Gestaltung den gleichen Rang einräumt. „Bei uns in der Gärtnerei wächst zum Beispiel ein fast 100 Jahre alter Japanischer Ahorn, dessen geschlitztes Laub sich im Herbst tiefrot verfärbt. Dazu kombiniere ich bewusst keine bunten Blüten, sondern Elfenblumen (Epimedium), deren herzförmige Blätter selbst den Winter hindurch in frischem Grün erstrahlen. Sie gehören für mich ebenso dazu wie Astern, Japan-Anemonen (Anmone japonica, A. hupehensis) und andere schöne spätblühende Stauden.“

Staudentipps für den Herbstgarten

Die herbstliche Farbenpracht kann an vielen verschiedenen Stellen im Garten aufblitzen und sich zu einer stimmungsvollen Gesamtkomposition verbinden. Oft sogar dann, wenn der Herbstaspekt anfangs gar nicht eingeplant war, denn viele attraktive Stauden überraschen mit einem Herbst-Bonus.

„Zahlreiche Arten und Sorten von Storchschnabel (Geranium) und Wolfsmilch (Euphorbia) leuchten im Herbst in Gelb-, Orange- oder Rottönen. Funkien (Hosta) steuern ein intensives Gelb bei und Bergenienblätter (Bergenia) glühen oft bis zum nächsten Frühjahr in einem besonders klaren Rot“, zählt Stefan Czekalla auf. Auf derartige Grundsortimente, die in nahezu jedem artenreichen Garten vorhanden sind, lässt sich aufbauen, etwa mit eindrucksvollen Blütenstauden und Ziergräsern.

Bei den späten Blühwundern zählt Stefan Czekalla violette Astern zu seinen Favoriten – filigrane, kleinblütige Sorten die Myrtenaster (Aster ericoides), die sich gut in naturnahe Gestaltungen einfügen, etwa in Kombination mit Schönastern (Kalimeris incisa, z.B. ‘Madiva’) und Silber-Ährengras (Stipa calamagrostis).

Gräser und farbintensive Herbstblüher

„Gräser dürfen im Herbst ohnehin nicht fehlen, das sind für mich die Lichtfänger schlechthin, sie sehen auch mit Tautropfen behängt oder mit Raureif überzogen fantastisch aus und bilden eine liebliche Kulisse sowohl für filigrane als auch für plakativere Stauden.“

Auch wenn er bei der herbstlichen Beetgestaltung einen Trend zu zurückhaltenderen Nuancen erkennt, es werden auch immer wieder kräftige warme bis knallige Farben nachgefragt. Diese finden sich unter anderem bei Astern, Chrysanthemen und Fetthennen (Sedum). Auch Goldaster (Chrysopsis), Goldrute (Solidago) und Scheinsonnenhut (Echinacea) bringen diese Farben mit.

„Bei den Echinaceen begeistern mich die lange Blütezeit und die leuchtstarken Farben – wobei ich sehr viel Wert auf Sorten lege, die standfest, gesund und gut winterhart sind. Besonders reizvoll finde ich zur Zeit Wildarten wie Echinacea pallida. Diese Art lässt sich hervorragend mit anderen Stauden vergesellschaften – unbedingt ausprobieren!“

Herbstarrangements mit Stauden für Balkon und Terrasse

In Kästen und Kübeln können ebenfalls stimmungsvolle Herbstarrangements entstehen – die sich praktischerweise auch noch direkt vors Fenster oder die Haustür rücken lassen. „Passend zu unserem Haus verwende ich gerne hochwertige Terrakottatöpfe und pflanze zum Beispiel Taglilien hinein, deren Laub sich nach der überreichen Blüte fantastisch gelb verfärbt, oder eine Kombination aus buntlaubigen Purpurglöckchen, gestreifter Japan-Segge (Carex morrowii, z.B. ‘Variegata’) und Bergenien (Bergenia). Funkien (Hosta), Japan-Waldgras (Hakonechloa macra) und Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica) sind ebenfalls attraktive Topfbewohner“, zählt Stefan Czekalla auf.

Auch Kombinationen aus kleineren Gehölzen und Stauden sind in größeren Kübeln möglich. So unterpflanzt der Staudenexperte beispielsweise einen Ahorn mit Schwarzem oder Japanischem Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus, O. japonicus). Auch die exotisch anmutende Traubenlilie (Liriope) passt sehr gut dazu. Diese interessante Staude hat auffallende, je nach Sorte lilafarbene oder weiße Blütenstände, die von August an bis in den Spätherbst hinein über dem wintergrünen grasartigen Blattschopf leuchten.

Quelle: GMH/BdS

Infos zu den abgebildeten Stauden

Foto 1: Serenade in Rosarot Das Duo aus Herbst-Anemone 'Septembercharme' (Anemone hupehensis) und Kerzen-Knöterich 'High Society' (Bistorta amplexicaulis) passt in moderne Beete ebenso gut wie in naturnahe Gärten - Hauptsache, sie stehen nicht in der prallen Sonne. (Bildnachweis: GMH/Gabriele Gieseler)

Foto 2: Knallig Sonnenhut (Rudbeckia), Astern, Fetthenne (Sedum) und Stauden-Sonnenblumen (Helianthus) vereinen sich zu einem fröhlichen Herbstgemälde, dazwischen lockern Ziergräser die plakative Pflanzung auf. (Bildnachweis: GMH/Christiane Bach)

Foto 3: Überzeugend Reichblütig, standfest und gesund – kein Wunder, dass die 40 cm hohe Berg-Aster 'Mira' (Aster amellus) in der Staudensichtung als eine der besten Sorten abschnitt. (Bildnachweis: GMH/Christiane Bach)


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