Rhododendron richtig pflegen - die besten Tipps

Die meisten Rhododendren blühen in der Zeit von April bis Juni. Ihre prachtvollen Blüten machen sie zu einem schönen Blickfang. Dank der Sortenfülle gibt es auch Rhododendren für kleine Gärten oder sogar zur Bepflanzung von Gefäßen.

Der Rhododendron macht seinem Namen während der Blütezeit alle Ehre. Die aus dem Griechischen stammende Bezeichnung „Rhododendron“ bedeutet übersetzt "Rosenbaum". In der Tat erscheinen die bis zu mehreren Metern hoch wachsenden, meist immergrünen Gehölze während ihrer Blütezeit wie gigantische Rosensträucher. Ihren großen, sehr üppig vorhandenen Blüten wohnt ein ganz besonderer Zauber inne.

Weltweit sind etwa 1000 verschiedene Rhododendren-Arten bekannt. Die Vorfahren der meisten in unseren Gärten kultivierten Varianten stammen aus Asien. Auch in den europäischen Gebirgen sind einige heimische Rhododendren zu finden - diese oft auch als Alpenrosen bezeichneten Arten bleiben jedoch deutlich niedriger im Wuchs und haben kleinere Blüten als ihre fernöstlichen Verwandten.

Manchmal werden auch alle Rhododendren im Deutschen als Alpenrosen bezeichnet. Werden die Boden- und sonstigen Standortansprüche der beliebten Blütensträucher berücksichtigt, sind die Rhododendren im Allgemeinen recht pflegeleicht.

Die beste Pflege beginnt mit der richtigen Pflanzung

Weil Krankheiten beim Rhododendron in sehr vielen Fällen auf einen ungeeigneten Standort zurückzuführen sind, lässt sich Schädlingen und Pilzen schon bei der Pflanzung vorbeugen. Dazu gehört vor allem die richtige Standortwahl, aber auch die gründliche Vorbereitung des Bodens.

Welche Pflanzstelle geeignet ist, hängt dabei in erster Linie von der ausgewählten Rhododendron-Art ab. Des Weiteren sollte bei der Pflanzung für eine gute Drainage gesorgt werden, denn Staunässe vertragen die empfindlichen Gehölze überhaupt nicht. Zu diesem Zweck kann als unterste Schicht ungefähr eine Handbreit geeignetes Drainagematerial - etwa Kies oder groben Sand - in die Pflanzgrube eingefüllt werden. Dann kann noch vor dem Einsetzen des Rhododendrons das Funktionieren des Wasserabflusses überprüft werden.

Zwar werden Rhododendren manchmal als „Moorbeetpflanzen“ bezeichnet, doch dieser Begriff ist irreführend. Er bezieht sich auf die Bodenart, die den Pflanzen zusagt. Zuviel Wasser, wie in einem Moor, würde die feinen Wurzeln der Rhododendren zum Absterben bringen.

Die Auswahl des optimalen Standortes

Die meisten bei uns im Handel erhältlichen Rhododendren sind Waldgehölze, die sich an einem schattigen bis halbschattigen Standort besonders wohl fühlen. Manche Arten jedoch, insbesondere die in Europa heimischen Alpenrosen, können auch an ein sonniges Plätzchen gepflanzt werden - sie sind als Hochgebirgspflanzen an eher exponierte Lagen gewöhnt. Zu diesen Arten gehören vor allem

• Rhododendron hirsutum (Bewimperte Alpenrose)

• Rhododendron ferrugineum (Rostblättrige Alpenrose)

• Rhododendron carolinianum (Karolina-Rhododendron)

• Rhododendron russatum (Rötliche Zwerg-Alpenrose).

Viele der anderen Arten bevorzugen einen eher schattigen Standort, beispielsweise unter größeren Gehölzen. Dieser sollte jedoch nicht allzu schattig sein, sondern - ganz im Gegenteil - relativ licht, da ein zu dunkler Standort die Blütenpracht der Pflanzen einschränkt. Gerade bei den großblumigen Rhododendren gilt der Grundsatz: "Je höher die Luftfeuchtigkeit bzw. je besser die Wasserversorgung, desto sonniger der Standort" - was natürlich auch umgekehrt gilt.

Saure Erde allein genügt nicht

Als Vertreter der Heidekrautgewächse (Ericaceae) lieben Rhododendren im Allgemeinen einen durchlässigen, sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen möglichst 4 und 4,5. Außerdem brauchen die Pflanzen humose, nährstoffreiche Erde.

Wie alle sogenannten Moorbeetpflanzen sind Rhododendren ausgesprochen kalkfeindlich. Kalkhaltige Böden quittieren Rhododendren meist mit einer Chlorose, d. h. mit einer deutlichen Gelbfärbung der Blätter. Aus diesem Grund sollte ein übermäßiger Kalkgehalt durch reichliche Gaben an beispielsweise Torfersatzstoffen und Kompost abgeschwächt werden.

• Sandige Böden werden mit Rindenhumus, reifem Kompost und Rinderdung aufgebessert.

• Lehm- und Tonböden sollten mit reichlich (kalkfreiem!) Kies aufgelockert werden.

• Moorbeet- oder Rhododendronerde eignet sich am besten.

Eine Besonderheit sind die noch recht neuen „Inkarho“-Rhododendren. Sie wurden auf kalktolerante Unterlagen veredelt. Sie können deshalb auch in Gärten wachsen, deren Böden normalerweise nicht für Rhododendren geeignet sind. Eine Bodenverbesserung mit humoser Erde ist dennoch zu empfehlen.

Das Mulchen nicht vergessen!

Rhododendren mögen keine Staunässe und brauchen daher einen durchlässigen Boden. Dennoch haben die Pflanzen einen recht hohen Feuchtigkeitsbedarf, vor allem, wenn sie an einem eher sonnigen Standort platziert werden. Aus diesem Grund sollten die exotischen Gehölze immer gemulcht werden, um die benötigte Feuchtigkeit im Boden zu halten - je sonniger der Standort (und damit je höher die Verdunstungsrate), umso wichtiger ist diese Maßnahme. Als Mulchmaterial geeignet sind vor allem Laub- und / oder Rindenkompost (dieser vor allem von Nadelbäumen). Neben der Erhaltung der Feuchtigkeit des Bodens hat das Mulchen zudem weitere Vorteile:

• Das Mulchmaterial hält die sehr flach verlaufenden Wurzeln kühl.

• Dies ist vor allem an sonnigen Standorten wichtig, wo die Wurzeln schnell aufgeheizt werden.

• Als Waldbewohner mögen Rhododendren jedoch keine warmen Füße - ganz im Gegenteil.

• Außerdem unterdrückt das Mulchmaterial das Wachstum unerwünschter Unkräuter.

• Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil im Wurzelbereich des Flachwurzlers möglichst nicht gehackt werden sollte.

Bevor Mulchmaterial aufgebracht wird, wird der Rhododendron am besten gut mit stickstoffhaltigem Dünger versorgt. Rindenmulch kann zur sogenannten „Stickstoffsperre“ führen: Beim Zersetzen von Mulchmaterial, das wie der Rindenmulch Kohlenstoff enthält, wird Stickstoff verbraucht. Ideal sind für diesen Zweck grobe Hornspäne, die einfach zuerst auf die Erde aufgebracht und dann mit dem Mulch bedeckt werden.

Rhododendron richtig gießen und düngen

Rhododendron hat einen sehr hohen Feuchtigkeitsbedarf - je sonniger der Standort, desto mehr Wasser wird benötigt. Insbesondere während trockener Perioden während der Vegetationsperiode (vornehmlich zwischen Juni und September) sollten die Pflanzen mit kalkarmem Wasser - am besten ist Regenwasser – gegossen werden, jedoch möglichst nicht in der Mittagszeit. Am besten ist es, Rhododendren entweder morgens oder abends zu gießen, da zu diesen Tageszeiten weniger Wasser verdunstet.

Neben gleichmäßigen Wassergaben benötigt Rhododendron zwischen April und Oktober außerdem regelmäßige Düngung. Diese erfolgt am besten mit organischen Düngern (Rinderdung oder Hornspäne) oder speziellen Rhododendron-Düngern. Letztere bieten zudem den Vorteil, dass sie die benötigten Spurenelemente in einer optimalen Zusammensetzung enthalten.

Typische Schädlinge und Krankheiten - und was dagegen getan werden kann

Meist sind ein falscher Standort, ein ungeeigneter Boden oder Pflegefehler die Ursachen für eine Erkrankung des Rhododendrons. Wir haben die häufigsten Krankheiten und ihre Gegenmittel zusammengestellt:

•  Blassgrüne Blätter mit dunkleren Blattadern deuten auf eine Kalkchlorose hin. Ursache ist zu viel Kalk im Boden bzw. ein Eisenmangel. Abhilfe schafft das Düngen mit einem Eisendünger.

• Gelbe Blätter deuten auf einen zu alkalischen Boden hin. Es empfiehlt sich dann, den Boden auszutauschen.

• Eingerollte Blätter sind ein Hinweis auf Wassermangel. Dann ist gründliches Gießen erforderlich.

Zu den tierischen Schädlingen, die Rhododendren befallen können, gehört der Dickmaulrüssler. Der Befall mit Dickmaulrüsslern ist zum Beispiel an den Blättern erkennbar, die einen markanten „Buchtenfraß“ aufweisen. Zur Bekämpfung können Nematoden eingesetzt werden.

Außerdem können beim Rhododendron Pilzkrankheiten wie beispielsweise Grauschimmelfäule, Echter Mehltau oder die Blattfleckenkrankheit auftreten. Dagegen hilft oft nur, erkrankte Teile zurückzuschneiden und entweder mit einem Fungizid oder einem entsprechenden Hausmittel zu behandeln. Bei Mehltau hat sich vor allem eine Mischung aus 1/9 Vollmilch und 8/9 (kalkarmem!) Wasser bewährt, mit dem die Pflanze besprüht wird. Bei hartnäckigem Befall hilft oft nur ein Umpflanzen an einen geeigneteren Standort.

Rhododendron schneiden und verjüngen

Im Grunde müssen Rhododendren nicht geschnitten werden, wobei es allerdings Ausnahmen gibt. Ein Rückschnitt kann aus verschiedenen Gründen notwendig werden, nämlich wenn der Rhododendron

• krank oder beschädigt (beispielsweise durch einen Sturm) ist

• zu groß gewachsen und / oder zu wenig Platz hat

• unter Lichtmangel leidet (etwa durch einen zu dichten Wuchs)

• zu verkahlen beginnt und deshalb verjüngt werden soll.

Gerade ältere Rhododendren können ruhig drastisch bis ins Holz zurückgeschnitten werden. Selbst aus armdicken Gehölzstummeln können wieder grüne Triebe hervorbrechen, sobald nur wieder Licht daran kommt.

Dass alte Rhododendronbüsche verkahlen, ist keine Seltenheit. Das dichte, immergrüne Laub hält Licht und Luft vom Inneren fern - und frisches Grün sprießt beim Rhododendron nur dort, wo es hell genug ist.

Auch sollten bei kleineren oder schwachen Pflanzen verwelkte Blüten herausgebrochen werden. Dies trägt dazu bei, dass nicht unnötig Kraft für die Bildung von Samen genutzt wird, sondern die Energie der Pflanze für die Ausbildung neuer Blüten zur Verfügung steht.


Foto 3 © Can Stock Photo Inc. / 3quarks


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