12 Tipps zum richtigen Gießen

Themen: gießen, wässern
Gemüse richtig gießen

Große Früchte, viel Blattmasse oder hohen Ertrag erreichen Kulturpflanzen nur bei guter Pflege und optimaler Bewässerung.

Kein Regen in Sicht. Da ist bei Obst- und Gemüsepflanzen das Gießen angesagt. Warum eigentlich? Wildpflanzen werden doch auch nicht gewässert. Stimmt, aber auch sie leiden bei Trockenheit. Kulturpflanzen sind jedoch auf Leistung gezüchtet. Große Früchte, viel Blattmasse oder hohen Ertrag erreichen sie nur bei guter Pflege und optimaler Bewässerung. Die Pflanzen nehmen auch Nährstoffe mit dem Wasser auf. Bei Dürre welken sie also nicht nur, sie hungern auch.

1) Obstgehölze haben den größten Wasserbedarf zur Zeit des Junitriebs, wenn sie am stärksten wachsen. Haben die Früchte etwa die halbe Größe erreicht, ist es vor allem bei den flachwurzelnden Beerensträuchern und bei schwachwachsenden Obstbäumen sinnvoll, den Wasserhahn aufzudrehen. Bei frühen Obstarten und -sorten fallen Frucht- und Haupttriebwachstum sogar zusammen. Während dieser Zeit sollten auch große Obstbäume gelegentlich gewässert werden.

2) Schwach wachsende Obstbäume und Beerensträucher kommen nicht immer mit den natürlichen Niederschlägen aus. Sie wurzeln flach und möchten bei Trockenheit als erste unter die Dusche.

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Gemüse gießen3) Gemüsearten mit den größten Blättern sind wahre Säufer. Deshalb Zucchini, Gurken, Melonen und Auberginen besonders reichlich gießen. Während der Fruchtbildung mitunter mehrmals wöchentlich. Die Ausnahme: Kopfsalat hat trotz großer Blätter nur einen mittleren Wasserbedarf.

4) Wurzelgemüse wie Sellerie oder Rettich bis zur Ernte gleichmäßig feucht halten. Zwiebeln stehen ab Ende Juli lieber trocken.

5) Kräuter brauchen in der Regel weniger Wasser als Gemüsepflanzen. Ihre Blättchen schmecken bei knapper Wasserversorgung aromatischer. Ausnahmen sind Basilikum, Minze oder Indianernessel, die feuchten und auch nährstoffreichen Boden wünschen.

6) Beim Angießen nicht übertreiben, denn frisch gepflanzte Obstgehölze brauchen zunächst wenig, Gemüsepflänzchen noch weniger Wasser zum Anwachsen. Den Wurzelbereich zunächst nur einmal gut durchfeuchten. Danach erst wieder wässern, wenn der Boden abgetrocknet ist. Haben die Pflanzen nach zwei bis vier Wochen neue Wurzeln getrieben, werden die Gaben gesteigert.

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Garten gießen7) Einmal wöchentlich reichlich, anstatt jeden Tag ein bisschen. Gönnen sie jedem Beet rund 20 l/m². Der Guss reicht etwa eine Woche lang. Dabei ruhig flächig bewässern, denn während der Hauptwachstumszeit sind die Beete vollständig durchwurzelt.

8) Gießen, auch wenn’s geregnet hat? Ja, wenn der Regen knapp war, muss die Differenz zu etwa 20 l /m2 nachgereicht werden. Das vom Regen feuchte Erdreich nimmt Gießwasser gut auf.

9) Mit dem Gießen düngen? Das ist immer dann sinnvoll, wenn die Grunddüngung ergänzt werden muss. Wurde kein Langzeitdünger verwendet, von Anfang an alle ein bis zwei Wochen einen Flüssigdünger geben. Er wird dem Gießwasser beigemischt.

10) Den Boden nicht zu stark austrocknen lassen. Die meisten Kulturpflanzen überstehen zwar durchaus längere Trockenperioden, werden jedoch in ihrer Entwicklung gebremst, tragen weniger und kleinere Früchte. Radieschen und Kohlrabi werden leicht holzig. Bei plötzlichen reichlichen Wassergaben wachsen Radies, Tomate oder Kirsche dann viel zu schnell und platzen.

11) Über die Blätter gießen? Auch Blätter nehmen Feuchtigkeit auf. Das wird bei der Flüssigdüngung übers Laub genutzt, ersetzt aber nicht die reichliche Wassergabe an die Wurzeln. Bitte beachten, dass feuchte Blätter bei Sonnenschein sonnenbrandgefährdet sind.

12) Der beste Zeitpunkt? Gezielt in den Wurzelbereich kann beinahe zu jeder Tageszeit gegossen werden. Flächiges Gießen ist früh morgens oder abends sinnvoller, denn an heißen Tagen verdunstet sonst ein großer Teil des Wassers. Wichtig: Niemals Blätter oder Blüten nass in die Nacht gehen lassen. Sonst können sich Pilzkrankheiten breit machen.

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Mulchen hält den Boden feucht 

Unter einer Schicht aus Pflanzenabfällen wie Holzhäcksel, ab-getrocknetem Rasenschnitt oder Grobkompost trocknet der Boden viel langsamer aus. Zudem verschlämmt er nicht, und die Krümelstruktur bleibt erhalten.

Allerdings: Holzhäcksel oder Stroh enthalten wenig Stickstoff. Bei ihrem Abbau verbrauchen Bodenlebewesen Stickstoff aus dem Erdreich, der den Pflanzen dann fehlt. Arbeiten Sie daher vor dem Mulchen etwa 30 g/m² Hornspäne oder Hornmehl in den Boden ein.

Mulchvlies dagegen verrottet nicht. Ein weiterer Vorteil: Selbst hartnäckige Wurzelunkräuter können das wasserdurchlässige Vlies nicht durchstoßen. Bei Kohlsetzlingen wirkt eine Vliesabdeckung zudem wie ein Kohlfliegenkragen. Die Fliegen legen ihre Eier auf dem dunklen Vlies ab, anstatt am Wurzelhals der Kohlpflanzen.

Die Fliege befällt alle Kohlarten, Rettiche, Radieschen und Kohlrüben. Die Schadinsekten fliegen übers ganze Jahr. Bei starkem Fliegenbefall werden die Wurzeln so stark zerfressen, dass die Pflanzen welken und schließlich absterben. Lassen Sie die Krägen daher bis zur Ernte liegen.

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