Natürlich Ostern

Ostereier mit natürlichen Farben färben

Bei der Ausspartechnik kommen die filigranen Muster auf dunklen Eiern besonders gut zur Geltung.

Zum Osterfest gehören bunte Eier – am besten gefärbt mit Farben aus der Natur. Saskia Richter und Kerstin Ackermann haben verschiedene Naturfarben auf ihre Eier-Eignung getestet und geben Tipps für tolle Muster.

» Schritt-für-Schritt: Ostereier färben


Farbe aus der Küche

Im Sud von Kurkuma oder Zwiebelschalen kochen Eier zu sattgelben oder rotbraunen Schmuckstücken heran. Und das in Ei-eigener Kochzeit (8 min). Wen hart gekochte Eier nicht schrecken, kann mit Rotkohl oder Holundersaft ein zartes Taubenblau aufs Ei hauchen. Dass man aber, wie so oft berichtet, mit Spinat, Rote Bete oder Kamille Schmuckeier zaubern kann, halten wir nach gescheiterten Versuchen für fraglich.

Ein Trick fürs marmorierte Ei: Eine Zwiebelschale im Ganzen abziehen und das Ei darin einwickeln. Im Nylonstrumpf fixieren und etwa acht Minuten im Wasserbad kochen. Im Handumdrehen hat man ein kunstvoll geschecktes Ei für`s Osternest. Ein Tipp: Versuchen Sie es doch mal mit roten Zwiebelschalen!

Ein Traum in Pink

Rosenei.jpgEin echter Knaller – das Rosenei. Die Grundlage für diesen satten Pinkton finden Sie allerdings kaum im Küchenschrank: Hier waren ganz besondere Schildläuse am Werk. Die so genannten Cochenille-Läuse gibt es getrocknet im Naturfarbenhandel zu kaufen. Der färbende Sud wird durch das Auskochen der Läuse gewonnen.

Seit der Entwicklung synthetischer Farbstoffe finden sie heutzutage nur noch als Farbgeber des Campari Verwendung. Ein so buntes Ei lädt natürlich zu allerlei Spielereien ein. Wir haben es – passend zum Farbton – als Rosenei kreiert und in einem einfachen Likörglas in Szene gesetzt.

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Ringel-Ei

RingeleiEin individuelles Ei ganz auf die Schnelle: Das rohe Ei mit Gummibändern umspannen und dann im Farbsud gar kochen. Die Bänder hinterlassen ein hübsches Ringelmuster. Unser grünes Ringelei entstand in einem Sud aus Chlorophyll. Jeder, dessen Hosenknie schon allzu enge Bekanntschaft mit Rasen machte, weiß um die Farbkraft des Chlorophylls. Um Eierschalen zu färben, muss es jedoch hoch konzentriert sein, Spinat oder Rasenschnitt reicht hier nicht aus. Reines Chlorophyll gibt es im Naturfarbenhandel. Beim Ringelei ist Fingerspitzengefühl gefragt. Tipp: Verschieden breite Gummis nehmen.

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Wachstechnik

WachstechnikUnsere Meisterstücke. Mit dem Wachs eines Teelichtes wird ein Muster auf die Eierschale gezeichnet. Anschließend die Eier in abgekühlten (!) Farbsud legen. In heißem Wasser würde das Wachs wieder schmelzen. Als Kaltfärbung eignet sich insbesondere der Sud aus Blauholz und Cochenille. Die Eier vorher ausblasen – solche Kunstwerke sollen schließlich von Dauer sein. Zum Muster malen eignet sich ein Stecknadelkopf. Die Nadel dazu in einen (handlicheren) Korken stecken. Flink arbeiten, damit das Wachs nicht schon an der Nadel erstarrt.

Die Färbetechnik

Die Grundrezeptur ist stets die selbe: Den Farbrohstoff etwa 20 bis 30 Minuten in Wasser auskochen, um die Farbmoleküle zu extrahieren. Anschließend die Eier acht bis zwölf Minuten im entstandenen Farbsud garen.

Zuvor mit Essig gereinigte Eier nehmen die Farben besonders gut an (Ausnahme: Cochenille). Variabel ist die Konzentration des Farbsuds. Hier sind der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt. Je höher die Konzentration, desto satter die Farbe. Als Richtmengen pro Liter Wasser:
• Rotkohl 500 g;
• Kurkuma, Saflorblüten 50 g;
• Blau-, Gelbholz 25 g.
• Von reinen Farbpigmenten wie Kurkumin (der Farbstoff des Kurkumas), Chlorophyll und Cochenille reichen jeweils 1-2 g pro Liter Wasser.

Nicht zu vergessen – die Zwiebelschalen: etwa zwei Hände voll. Handelsüblicher Holundersaft taugt ebenfalls als Farbsud und ergibt ein zartes Taubenblau.

Ausspartechnik

AusspartechnikMit der Ausspartechnik lassen sich ohne großen Aufwand besonders filigrane Muster aufs Ei zaubern. Dazu schöne Blättchen oder Blüten auf das Ei legen und sehr straff mit einem Nylonstrumpf fixieren. Die Eierschale bleibt dann im anschließenden Färbebad unter dem Blatt weiß. Unsere Muster entstanden mit Hilfe von Petersilie, Dill und Möhrengrün. Bei der Verwendung von Blüten ist zu beachten, dass die Blütenblätter wirklich eng auf der Schale liegen müssen - daher Blüten mit erhabenem Boden vermeiden. Die filigranen Muster kommen auf dunklen Eiern besonders gut zur Geltung. Die hier gezeigten wurden mit Blauholz und Holundersaft gefärbt. Das passende Osternest: ein Kranz aus "Wachsblume" (Chamaelaucium uncinatum).

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