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Sorbische Ostereier: Ursprung, Technik und Tradition

Regionale Ostermärkte bieten sorbische Ostereier aufwändig gestaltet in vielerlei Farben an. Die symbolträchtigen Muster aus slawischem Brauchtum werden mit verschiedenen Maltechniken aufgebracht. Um mehr über den Osterbrauch zu erfahren, ist Redakteurin Karin Wachsmuth der Sache auf den Grund gegangen.

Auf den Spuren sorbischer Osterei-Malerei

Sorben, auch Wenden genannt, sind ein Volksstamm aus der Niederlausitz in Sachsen und der Spreewaldregion in Brandenburg. Ihn gibt es bis heute, seine besondere Osterkunst, die sorbischen Ostereier ebenfalls. Doch wie und mit welchen Hilfsmitteln kommen die filigranen Figuren aufs Ei und woher stammt dieser Osterbrauch?

Durch einen regionalen Ostermarkt lernte ich die sorbischen Ostereier kennen: Hier stellte auch Frank-Peter Schulz viele seiner kleinen Kunstwerke aus und ließ interessierte Besucher an seiner Leidenschaft teilhaben. Er erklärte mir, woher dieser Osterbrauch stammt und welche Symbolik sich dahinter verbirgt.

Das Auftragen der Farbe

Ich erfuhr, dass die Muster der sorbischen Ostereier mit Wachs- bzw. Bossiertechnik appliziert werden. Erstere gelingt, indem zunächst das Wachsmuster aufs ungefärbte Ei gebracht, dann das Ei in Farbe getaucht wird. Danach erhitzt man das Wachs kurz über einer Flamme und wischt es mit Küchenpapier ab.

Bei der Wachsbossiertechnik färbt man erst das Ei und verziert es dann mit Wachs. Das Wachs bleibt auf dem Ei. Bei der Ätz- oder die Kratztechnik ritzt bzw. ätzt man ornamentale Muster ins gefärbte Ei.

Sorbische Ostereier Foto: AdobeStock_Mark
In diesem Behältnis wird Wachs verflüssigt. So lässt sich das Muster problemlos aufbringen. Foto: AdobeStock_Mark

Zum Aufbringen der kunstvollen Wachsmuster benötigen Sie verschiedene Stempel mit traditionellen Grundformen, außerdem ein Behältnis, in dem Sie Wachs verflüssigen, ggfs. auch einfärben können. Und natürlich ein ausgeblasenes, beidseitig gelochtes und farbgrundiertes Ei.

Falls Sie sich nun fragen, wo es all das zu kaufen gibt:

Die Zutaten machen die Kunst zum Kunsthandwerk, denn alles muss in Handarbeit gefertigt werden. Für die Stempel bieten sich Federn an, die dafür passend gerupft und zugeschnitten werden.

Bei den Schmelztiegeln fürs Wachs kam Frank-Peter Schulz, der Herr der sorbischen Ostereier-Malerei, auf eine pfiffige Idee: Er bastelt sie aus umgedrehten Getränkedosen, in die er Petroleumlämpchen stellt. Im vertieften Boden schmilzt er einen Teil Farbpigment-Wachs mit einem Teil Kerzenwachs.

Der Herr der sorbischen Ostereier-Malerei

Frank-Peter Schulz ist mit der Tradition des Eiermalens nach sorbischer Art groß geworden. Seine Familie im Heimatort Spremberg pflegte den Brauch, zum Osterfest möglichst viele, zuvor ausgeblasene und gefärbte Eier zu bemalen.

Nach alter Väter Sitte durfte damit jedoch erst am Karfreitag begonnen werden – eine ausfüllende Beschäftigung bis zum späten Samstag Abend für die gesamte Familie! Heute ist dieses Kunsthandwerk ein Hobby für den Lausitzer mit beeindruckender Ostereier-Sammlung aus aller Herren Länder.

Sorbische Ostereier und ihre Symbole

Die ältestete bekannte Erwähnung der bunten sorbischen Ostereier stammt aus der Zeit um 1700. Die Verzierungen erhöhen nicht nur den Wert eines Eies. Die Symbole und Ornamente haben auch eine Bedeutung.

Sorbische Ostereier Foto: AdobeStock_Mark_
Striche als Sonne oder Strahlenbündel beispielsweise sind Quellen des Lichts und stehen für Wachstum. Foto: AdobeStock_Mark

Wenn Sie sich für die einzelnen Symbole und dessen Bedeutung interessieren, finden Sie hier auf der Webseite des Spreewald-Info-Portals eine schöne Beschreibung.

KARIN WACHSMUTH

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