Mit getrockneten Pflanzen den Sommer einfangen

Trockenblumenstrauß

Diesem üppigen Kranz aus frischem Blattgrün liegt, wie so oft, ein Strohkranz als Gerüst zugrunde.

Natur und Garten schmücken sich im Herbst mit bunten Blüten, zarten Gräsern und skurrilen Fruchtständen. Getrocknet und geschmackvoll arrangiert, bringen sie in ein paar Monaten Farbe in die graue Winterzeit.

Es wird Zeit, die Trockenblumenkunst von ihrem staubigen Image zu befreien. Denn dicke Strohblumenkränze sind längst passé. Aus getrockneten Pflanzen lassen sich natürlich schöne, filigrane Arrangements gestalten.

Richtig ernten und trocknen

Geschnitten wird bei trockenem Wetter. Am besten am späten Vormittag, dann ist der Tau verdampft, und die Sonne hat die Blüten noch nicht zum Welken gebracht. Schauen Sie sich bitte die Blüten genau an. Lavendel sollten Sie beispielsweise knospig schneiden, denn aufgeblühte Stiele sind nicht sehr lange haltbar und zerkrümeln nach dem Trocknen.

Die Übersicht unten soll Ihnen eine Orientierungshilfe sein. Scheuen Sie sich nicht davor, zu experimentieren. Einige Pflanzen lassen sich in mehreren Entwicklungsstadien verwenden: Pfingstrosen können Sie im Aufblühen schneiden und trocknen. Oder Sie ernten später ihren Samenstand.

Die einfachste Variante, Blumen haltbar zu machen, ist das Trocknen an der Luft. Und zwar an einem möglichst luftigen, trockenen und schattigen Ort. Blüten mit langen Stielen werden gebündelt und über Kopf aufgehängt.

Kleine Blütenknospen und lose Blütenblätter legen Sie auf einen mit Vlies oder engmaschigem Gewebe bespannten Rahmen. Dicke Blütenköpfe stecken Sie einzeln in Maschendraht.




Tipps für schnelleres und besseres Trocknen

Nach zwei bis vier Wochen sind die Pflanzen trocken. Sie sollten bei Berührung rascheln. Wer die Blüten möglichst schnell und farbecht trocknen will, kann Silica-Gel ausprobieren (im Bastelladen erhältlich).

Dazu eine zwei Zentimeter hohe Schicht der stark wasseranziehenden Gelkügelchen in eine flache Schale geben. Die Blüten darauflegen und vorsichtig mit Silica-Gel bedecken. Tipp: Je kleiner die Kügelchen, desto besser bleibt die Blütenform erhalten.

Anschließend den Behälter dicht verschließen. Nach zwei bis drei Tagen Gel entfernen und die Pflanzen herausnehmen. Aber aufpassen: Liegen die Blüten zu lange im Silica-Gel, werden sie brüchig.

Das Trocknen mit Glycerin erhält die Farben sehr gut. Dazu die Pflanzen etwa zwei Wochen in eine Vase mit Glycerin-Wasser (Verhältnis 1:2) einstellen. Wenn nötig Flüssigkeit nachfüllen. Bilden sich an den Blättern und Blüten Glyzerintröpfchen, ist die Konservierung abgeschlossen. Diese Methode eignet sich zum Beispiel für Hortensien und besonders für Zweige mit fleischigen Früchten.

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Schnittzeitpunkt

Knospig: Lavendel (Lavandula), Kugeldistel (Echinops), Karde (Dipsacus), Edeldisteln wie Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum), Elfenbeindistel (E. giganteum), Kleiner Mannstreu (E. planum), Spanische Edeldistel (E. bourgatii), Papierknöpfchen (Ammobium alatum)

Blühbeginn:
Lauch (Allium), Prachtscharte (Liatris), Strandflieder (Limonium), Papierblume (Xeranthemum annuum), Strohblume (Xerochrysum bracteatum), Schopf-Salbei (Salvia viridis)

Voll erblüht:
Schafgarbe (Achillea), Frauenmantel (Alchemilla), Fuchsschwanz (Amaranthus), Celosie (Celosia), Trommelschlägel (Craspedia globosa), Perlkörbchen (Anaphalis margaritacea), Statice (Goniolimon tataricum; wenn 2/3 der Blüten am Stengel geöffnet sind), Schleierkraut (Gypsophila paniculata), Rittersporn (Delphinium), Hortensie (Hydrangea), Sonnenflügel (Helipterum), Rainfarn (Tanacetum vulgare), Muschelblume (Moluccella laevis)

Unmittelbar nach der Blüte:
Samenansatz von Gewöhnlichem Stechapfel (Datura stramonium), Gräser: Zittergras (Briza media), Büschel-Federgras (Stipa capillata), Silberährengras (Stipa calamagrostis), Rohrkolben (Typha; noch nicht ausgefärbt)

Nach beendeter Reife:
Samen und Fruchtstände von Lupine (Lupinus), Mohn (Papaver; genügend verholzt), Lampionblume (Physalis alkekengi), Silberblatt (Lunaria annua), Lein (Linum), Sternkugel-Scabiose (Scabiosa stellata)

Vor Öffnen der Samenhüllen schneiden:
Bärenklau (Acanthus), Jungfer im Grünen (Nigella damascena).


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