Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Ostereier natürlich färben: Naturverbunden Ostern feiern

Zum Osterfest gehören bunte Eier ganz klar dazu – am besten gefärbt mit Farben aus der Natur. Unsere Redakteurinnen Saskia Richter und Kerstin Ackermann haben für Sie ausprobiert, Ostereier ganz natürlich zu färben. Nur mit dem, was uns die Natur zur Verfügung stellt herrliche Ostereier färben? Wir teilen Ihnen unsere Erfahrungen mit und geben Tipps für unerwartet aufregende Muster und kräftige Farben.

Farbe aus der Küche

Bunte Eier gehören zu Ostern einfach dazu – Ostereier mit natürlichen Farben zum Leuchten zu bringen, ist gar nicht so kompliziert, wie man vielleicht annehmen mag. Im Sud von Kurkuma oder Zwiebelschalen kochen Eier zu sattgelben oder rotbraunen Schmuckstücken heran. Und das in Ei-eigener Kochzeit von circa 8 min. Wen hart gekochte Eier nicht schrecken, kann mit Rotkohl oder Holundersaft ein zartes Taubenblau aufs Ei hauchen. Dass man aber, wie so oft berichtet, mit Spinat, Rote Bete oder Kamille Schmuckeier zaubern kann, halten wir nach gescheiterten Versuchen leider für fraglich.

Ein Trick für marmorierte Eier: Eine Zwiebelschale im Ganzen abziehen und das Ei darin einwickeln. Im Nylonstrumpf fixieren und etwa acht Minuten im Wasserbad kochen. Im Handumdrehen hat man ein kunstvoll geschecktes Ei für das Osternest. Ein Tipp für noch mehr Farbe: Versuchen Sie es doch mal mit roten Zwiebelschalen!

Osterei in Zwiebelschale natürlich färben
Marmorierte Ostereier lassen sich ganz einfach mit Zwiebelschalen herstellen. Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Die Färbetechnik

Die Grundrezeptur ist stets gleich: Den Farbrohstoff etwa 20 bis 30 Minuten in Wasser auskochen, um die Farbmoleküle zu extrahieren. Anschließend die Eier acht bis zwölf Minuten im entstandenen Farbsud garen. 

Zuvor mit Essig gereinigte Eier nehmen die Farben besonders gut an (Ausnahme: Cochenille). Variabel ist jedoch die Konzentration des Farbsuds. Hier sind der Experimentierfreude keine Grenzen gesetzt. Je höher die Konzentration, desto satter die Farbe.

Wundervolle Pinktöne erzielen Cochenille und Blaukraut. Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Als Richtmengen pro Liter Wasser: 

  • Rotkohl: 500 g
  • Kurkuma/Saflorblüten: 50 g
  • Blau-, Gelbholz: 25 g
  • Von reinen Farbpigmenten wie Kurkumin (der Farbstoff des Kurkumas), Chlorophyll und Cochenille reichen jeweils 1-2 g pro Liter Wasser. 

Nicht zu vergessen – die Zwiebelschalen: etwa zwei Hände voll. Handelsüblicher Holundersaft taugt ebenfalls als Farbsud und ergibt ein zartes Taubenblau.

Ostereier natürlich färben – Ein Traum in Pink

Ein echter Farbknaller ist auch das sogenannte Rosenei. Die Grundlage für diesen satten Pinkton finden Sie allerdings kaum im Küchenschrank: Hier sind ganz besondere Schildläuse am Werk. Die so genannten Cochenille-Läuse gibt es getrocknet im Naturfarbenhandel zu kaufen. Der färbende Sud wird durch das Auskochen der Läuse gewonnen. Seit der Entwicklung synthetischer Farbstoffe finden sie heutzutage nur noch selten Verwendung, eignen sich für das natürliche Färben von Ostereiern allerdings ideal.

Ostereier natürlich färben – Das Ringel-Ei

Osterei mit Gummibändern umspannen für tolle Effekte.
Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Ein individuelles Ei ganz auf die Schnelle: Das rohe Ei wird mit Gummibändern umspannt und dann im Farbsud gar gekocht. Die Bänder hinterlassen ganz einfach ein hübsches Ringelmuster. Unser grünes Ringelei entstand in einem Sud aus Chlorophyll. Jeder, dessen Hosenknie schon einmal allzu enge Bekanntschaft mit Rasen machte, weiß um die Farbkraft des Chlorophylls. Um Eierschalen zu färben, muss es jedoch hoch konzentriert sein, Spinat oder Rasenschnitt reichen hier leider nicht aus, um einen überzeugenden Effekt zu liefern. Reines Chlorophyll gibt es jedoch auch im Naturfarbenhandel. Beim Ringelei sind Vorsicht und Fingerspitzengefühl gefragt.

Tipp: Benutzen Sie verschieden breite Gummis für noch tollere Effekte. 

Ringelei mit Chlorophyl gefärbt. Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Ostereier natürlich färben – Wachstechnik

Unsere Meisterstücke entstanden danki dieser Technik. Mit dem Wachs eines Teelichtes wird ein Muster auf die Eierschale gezeichnet. Anschließend die Eier in den bereits stark abgekühlten (!) Farbsud legen. In heißem Wasser würde das Wachs wieder schmelzen. Als Kaltfärbung eignet sich insbesondere der Sud aus Blauholz und Cochenille.

Mit Wachs entsteht auf den Ostereiern ein filigranes Muster. Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat

Die Eier sollten Sie vorher ausblasen – solche Kunstwerke sollen schließlich von Dauer sein. Zum Zeichnen der Muster eignet sich ein Zahnstocher oder für noch feinere Muster ein Stecknadelkopf. Die Nadel dazu für eine bessere Handhabung in einen Korken stecken. Flink arbeiten, damit das Wachs nicht schon an der Nadel erstarrt.

Die Ausspartechnik

Mit der Ausspartechnik lassen sich ohne großen Aufwand besonders filigrane Muster aufs Ei zaubern. Dazu schöne Blättchen oder Blüten auf das Ei legen und sehr straff mit einem Nylonstrumpf fixieren. Die Eierschale bleibt dann im anschließenden Färbebad unter dem Blatt weiß. Unsere Muster entstanden mit Hilfe von Petersilie, Dill und Möhrengrün.

Pflanze auf das Ei legen und mit enger Strumpfhose überziehen. Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat
Wundervolles Ergebnis bestaunen. Foto: © GartenFlora/Sabine Rübensaat


Bei der Verwendung von Blüten ist zu beachten, dass die Blütenblätter wirklich eng auf der Schale liegen müssen – daher Blüten mit erhabenem Boden vermeiden. Die filigranen Muster kommen auf dunklen Eiern besonders gut zur Geltung. Die hier gezeigten wurden mit Blauholz und Holundersaft gefärbt. Das passende Osternest: ein Kranz aus Wachsblumen (Chamaelaucium uncinatum) wie in unserem Beitragsfoto oben.

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Das sind die Top-Themen:

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