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Orchideen umtopfen:So gehen Sie vor

Alle zwei bis drei Jahre sollten Sie Ihre Orchideen umtopfen. Der Topf wird früher oder später zu eng, und das Substrat liefert keine Nährstoffe mehr. Wie die Pflanzen die Prozedur ohne Schaden überstehen, verraten wir Ihnen hier.

Wann sollte man Orchideen umtopfen?

Grundsätzlich ist der Substratwechsel bei Orchideen ganzjährig möglich. Das Frühjahr ist besonders gut geeignet, da dann das das Wachstum der Pflanzen auf Hochtouren läuft. Sie können in dieser Zeit schnell anwurzeln und sich gut regenerieren.

Wachsen kräftige Orchideenwurzeln bereits aus dem Topf heraus, sollte man diese nicht abschneiden, sondern die ganze Pflanze umtopfen. Bei einer frisch gekauften Orchidee ist das meist nach etwa einem Jahr der Fall. Das Substrat sollte generell alle zwei bis drei Jahre erneuert werden.

Idealerweise blüht eine Orchidee beim Umtopfen nicht, da sie ihre ganze Kraft in die Ausbildung von Wurzeln stecken soll. Bei den neueren, sehr blühfreudigen Züchtungen von Phalaenopsis ist es jedoch mitunter schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Notfalls kann man den gesamten Blütenstiel beherzt am Ansatz abschneiden. Wer das zu rabiat findet, kann auch darauf verzichten. Vitale Exemplare blühen nach der Prozedur oft einfach weiter.

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Ragen viele Wurzeln aus dem Topf heraus, muss ein größerer Topf her. Foto: AdobeStock_Andriy Blokhin

Der passende Topf

Damit Licht an die Wurzeln kommt, ist ein transparentes Pflanzgefäß empfehlenswert. Aus optischen Gründen darf auch ein Übertopf zum Einsatz kommen. Dieser sollte ausreichend groß sein, sodass seitlich noch etwas Licht einfallen kann. Das Gießwasser muss grundsätzlich ungehindert abfließen können – ohne Löcher im Topfboden geht es also nicht. Und natürlich sollte eine Orchidee nie länger im Wasser stehen.

Teilweise werden auch Glasvasen für Orchideen angeboten. Darin sollte ebenfalls keine Staunässe auftreten, denn diese ist ein Feind der meisten Zimmerpflanzen.

Ein neues Gefäß muss nach dem Substrataustausch nicht unbedingt her – eine Orchidee kann oft wieder ihren alten Topf beziehen. Da bei dem Vorgang meist abgestorbene Pflanzenteile entfernt werden, gibt es im Anschluss mehr Platz für die Wurzeln und Erde.
Wichtig: Ein neuer Topf sollte nur geringfügig größer ausfallen als der alte. Es herrscht eine hohe Fäulnisgefahr, wenn das neue Substrat nicht ausreichend durchwurzelt wird. Lieber also etwas eng als zu weit wählen!

Orchideen ohne Topf kultivieren?

Tatsächlich können Sie Orchideen auch ohne Topf und Substrat kultivieren. Manche Pflanzen werden mit einer Art Ballen verkauft, an dem sie aufgehängt werden können. Auch selbst gemachte Lösungen können als Träger für die Orchideen fungieren, zum Beispiel ein alter Ast. Allerdings müssen dann die Luftwurzeln und Blätter täglich mit kalkfreiem Wasser besprüht werden. Für eine ausreichende Nährstoffzufuhr muss zudem ein Flüssigdünger mit dem Wasser vernebelt werden.

Welches Substrat benötigen Orchideen?

Orchideen zählen zu den sogenannten Epiphyten. Das sind aufsitzende Pflanzen, die ausschließlich auf anderen Gewächsen gedeihen und somit keine Erde benötigen. Die Luftwurzeln der Orchideen sind echte Multitalente: Sie sorgen auf hohen Bäumen für Halt und nehmen Feuchtigkeit und Nährstoffe aus dem Regenwasser auf, das sich auf den dicken Baumästen sammelt. Mit Hilfe des enthaltenen Chlorophylls können sie sogar Photosynthese betreiben.

In der Zimmerkultur sollten Sie daher nur ein spezielles Orchideensubstrat verwenden. Dieses enthält viele grobe Bestandteile (Rindenmaterial), wodurch die Wurzeln genügend Luft und Licht erhalten.

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Dieses Orchideensubstrat enthält unter anderem Pinienrinde. Foto: AdobeStock_gicku91

Orchideen umtopfen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Gehen Sie beim Umtopfen grundsätzlich sehr behutsam vor: Die empfindliche Pflanze sollte ausschließlich zwischen Blattschopf und Wurzelballen gehalten werden!

  1. Lösen Sie die Orchidee zunächst vorsichtig aus ihrem Topf. Falls Sie diesen wiederverwenden möchten, sollten Sie ihn gleich säubern und heiß auswaschen.
    Tipp: Vor dem Austopfen kann man die Pflanze in ein lauwarmes Tauchbad stellen, so dass die Wurzeln leichter vom Gefäß getrennt werden können.
  2. Nun wird das alte Substrat vorsichtig von den Wurzeln gelöst. Hierbei sind etwas Geduld und Ausdauer gefragt, denn es sollte möglichst viel von dem ausgelaugten Material entfernt werden.
  3. Nehmen Sie Ihre Orchidee im Anschluss unter die Lupe. Abgestorbene und faule Wurzelteile schneiden Sie mit einer sauberen (mit Alkohol desinfizierten), scharfen Schere einfach ab. Gesunde Wurzeln erkennt man an ihrem prallen, hellgrünen oder silbrig-schimmernden Aussehen. Werden diese eingekürzt, sollte man die Schnittwunden mit Kohlepulver bestreichen.
  4. Vor dem Eintopfen wird der Topfboden mit einer dünnen Schicht Substrat befüllt. Dabei prüft man, ob die Pflanze gut hineinpasst.
  5. Positionieren Sie nun die Orchidee in der Topfmitte und befüllen das Gefäß nach und nach locker mit dem Substrat. Dabei sollte nicht zu viel Druck auf die Wurzeln ausgeübt werden. Damit keine Hohlräume verbleiben, können Sie den Topf sanft auf die Tischfläche klopfen.
Orchideen umtopfen Foto: AdobeStock_agneskantaruk
Vertrocknete Wurzeln werden beim Umtopfen abgeschnitten. Foto: AdobeStock_agneskantaruk

Nach dem Substratwechsel nicht sofort gießen

Gönnen Sie Ihrer Orchidee ein wenig Erholung! Gleich nach dem Umtopfen und in den darauffolgenden Tagen bekommt sie lediglich Wasser aus der Sprühflasche. Danach wird die Pflanze wieder regulär gegossen oder erhält das gewohnte Tauchbad.

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