Foto: AdobeStock_Yakov

Taglilien:Prachtstauden mit großer Ausdauer

Diese Stauden lassen Gartenträume wahr werden. Mit ihrem eleganten Laub und den schimmernden Blütentrichtern sorgen Taglilien für wunderschöne Blickfänge. Darüber hinaus sind sie äußerst pflegeleicht und beeindrucken mit einer gewaltigen Sortenfülle.

Dauerblüher im Beet

‘Scarlet Orbit‘ ist eine schöne, großblumige Sorte. Foto: iVerde_Maayke de Ridder
‘Scarlet Orbit‘ ist eine großblumige Sorte mit angenehmem Duft. Foto: iVerde_Maayke de Ridder

Taglilien (Hemerocallis) öffnen ihre Blüten zwischen Mai und Oktober, und das über viele Wochen. Sie sind also längst nicht so vergänglich wie ihr Name es vermuten lässt: Die Stauden aus der großen Familie der Tagliliengewächse (Hemerocallidaceae) bringen bis zu 300 Blüten im Jahr hervor und verzaubern dabei mit einem Feuerwerk an Farben. Angesichts der überwältigenden Blütenfülle fällt es gar nicht weiter auf, dass eine einzelne Blüte tatsächlich nur einen Tag lang hält.

Die meisten Arten der Taglilien sind in China heimisch. Dort werden sie schon seit Jahrtausenden kultiviert. In Europa erschienen die ersten Vertreter dann im 16. Jahrhundert, weshalb in der Folge viele Kulturformen entstanden. Der Ehrgeiz der Züchter*innen – vor allem in England und in den USA – hält bis heute an: Jedes Jahr werden bei der „American Hemerocallis Society“ eine Vielzahl neuer Sorten angemeldet.

Die Sammelleidenschaft wird durch die große Sortenvielfalt schnell geweckt. Es gibt Züchtungen mit farbigen Randstreifen, gerüschte Varianten und Sorten mit gefüllten Blütenständen. Eine Blütenform wird als „Spider“ bezeichnet, wenn das Verhältnis von Länge zu Breite der Blütenblätter mindestens 4:1 beträgt – eine ungewöhnliche Form wird in Fachkreisen „UFo“ genannt.

Beliebte Taglilien

  • ’Stella d’Oro‘:  eine goldgelbe, kleinblumige Taglilie, die sich auch für die Topfkultur eignet
  • ’Scarlet Orbit’: eine Sorte mit großen, scharlachroten Blüten, die einen lieblichen Duft entfalten
  • ’Moses Fire‘: eine großblütige Taglilie mit ziegelroten Blüten, die mehr oder weniger gefüllt ausfallen
  • Zitronen-Taglilie: eine Ursprungsart (Hemerocallis citrina) mit lang gestreckten, zitronengelben Blüten, die wunderbar duften
  • ’Boitzer Theresa‘: eine „UFo“-Sorte, die violette Blüten mit weißem Band hervorbringt
Die Sorte ‘Moses Fire' beeindruckt mit gefüllten Blüten. Foto: AdobeStock_ besklubova
Die Sorte ‘Moses Fire‘ beeindruckt mit eleganten, gefüllten Blüten. Foto: AdobeStock_ besklubova

Taglilien pflanzen und pflegen

An vollsonnigen Plätzen blühen Taglilien wochenlang überreich. Viele Sorten tolerieren sogar Halbschatten – dort blühen sie allerdings etwas weniger üppig. Ein durchlässiges und nährstoffreiches Substrat ist ideal. Die schönen Stauden gedeihen dann auch problemlos in Töpfen.

Bei der Pflanzung sollten Sie darauf achten, dass die Taglilien nicht zu eng stehen. Ein Pflanzabstand von etwa 50 Zentimetern ist bei den meisten Sorten empfehlenswert. Am besten geben Sie etwas Kompost mit in das Pflanzloch.

Taglilien sind ausgesprochen robust und benötigen nur wenig Pflege. Aus diesem Grund hat sie der bekannte Staudenzüchter Karl Foerster als „Blumen des intelligenten Faulen“ beschrieben. Sie können jahrelang am gleichen Ort bleiben und sind wenig anfällig für Krankheiten. Im Frühjahr sollten Sie lediglich etwas Dünger ausbringen, um die Blühfreude der Stauden zu stärken. Falls die Horste nach einigen Jahren zu groß geworden sind, können Sie ihre Wurzelstöcke nach der Blüte teilen. Bei langer Trockenheit sollten Sie die Pflanzen rechtzeitig gießen.

Hemerocallis citrina hat einen wildhaften Charakter und verströmt einen starken Zitrusduft. Foto: AdobeStock_Aleksandr
Hemerocallis citrina hat einen wildhaften Charakter und verströmt einen starken Zitrusduft. Foto: AdobeStock_Aleksandr

Essbare Blüten

Hätten Sie’s gewusst? Taglilienblüten sind essbar und in Maßen genossen gut bekömmlich. Ihre Blütenblätter sind schön knackig und schmecken je nach Sorte sehr unterschiedlich – teilweise recht scharf oder etwas fruchtig. Die Knospen können sogar wie Zuckerschoten mit etwas Öl oder Butter in der Pfanne kurz geschmort werden.

Verwendung

Taglilien eignen sich für viele Gartensituationen. Die einfachen Sorten kommen zum Beispiel in der Nachbarschaft von Bauerngartenpflanzen wunderbar zur Geltung. In Kombination mit Rudbeckia, Achillea, Heliopsis, Monarda, Salvia, Helianthus und Echinacea ergeben sich schöne Bilder im Staudenbeet. Besonders prächtige Sorten können Sie zudem mit Ziergräsern kombinieren. Auf diese Weise setzen Sie ihre auffälligen Blüten bestens in Szene.

Taglilien und Echinacea sind schöne Pflanzpartner im Beet. Foto: iVerde_Maayke de Ridder
Taglilien und Echinacea sind schöne Pflanzpartner im Beet. Foto: iVerde_Maayke de Ridder

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Der Herbst macht weiter: Blütenfreuden bis zum Frost
  • Vielseitiger Kürbis: Die besten Sorten und Lagertipps
  • Blaues Wunder mit später Blüte: Der stattliche Mönchspfeffer
Zur aktuellen Ausgabe