Manche Löwenmäulchen haben schöne mehrfarbige Blüten. Foto: GartenFlora

Löwenmäulchen – hummelfreundliche Sommerblume

Das Löwenmäulchen ist eine farbenfrohe Sommerblume mit auffallenden Blüten. Sie stehen an den langen Blütenständen in großer Zahl eng zusammen.

Die leuchtenden Farben und die oft an ein kleines Maul erinnernde Blütenform lassen diese Pflanzen fröhlich und unbeschwert wirken. Die Palette der Blütenfarben ist groß und umfasst sowohl wunderschöne, sanfte Pastellnuancen als auch kräftige, intensive Farben.

Löwenmäulchen – Farbenvielfalt und lange Blütezeit

Beet mit blühenden Löwenmäulchen in ländlichem Garten
Das Löwenmäulchen passt zu den unterschiedlichsten Gartenstilen und eignet sich auch als Schnittblume. Foto: GartenFlora

Das Spektrum der Blütenfarben reicht von Weiß über leuchtendes Gelb, Orange und Pink hin zu Rot- und Violett-Tönen. Dazu kommen mehrfarbige Blüten. Die Blütezeit des Löwenmäulchens reicht von Juni bis weit in den Herbst hinein. Je nach Witterung blühen die Pflanzen noch im Oktober oder sogar länger.

Die Blütenform hat zum deutschen Namen Löwenmäulchen beziehungsweise Löwenmaul geführt. Abgeleitet von dem früher im deutschen Sprachraum weitverbreiteten Begriff Gosche oder Gusche für Mund wird diese Sommerblume in manchen Gegenden auch als Froschgoscherl bezeichnet. In Katalogen findet sich das Löwenmäulchen oft unter seinem botanischen Namen Antirrhinum.

Hummeln würden Löwenmäulchen pflanzen

eine Hummel auf einer Löwenmäulchen-Blüte
Dank ihres Gewichtes können Hummeln die Blüte leicht öffnen, um an den Nektar zu gelangen. Foto: GartenFlora/bmn

Viele Löwenmäulchen-Blüten haben unterschiedlich geformte Blütenblätter, die zusammen dem Maul eines kleinen Tieres ähneln: So wirken die oberen Blütenblätter oft wie eine Oberlippe en miniature und die unteren Blütenblätter erinnern an eine Unterlippe.

Wird von der Seite vorsichtig auf die Blüte gedrückt, öffnet sie sich wie ein kleines Maul – eine Eigenschaft, die für schwergewichtige Insekten wie Hummeln besonders wertvoll ist. Sie trägt außerdem dazu bei, dass sich Kinder für das Löwenmäulchen begeistern.

Für Hummeln sind die fröhlich anmutenden Sommerblüher eine großartige Nektarquelle, die ihnen von leichtgewichtigeren Insekten nicht ohne weiteres streitig gemacht werden kann: Um an den Nektar zu gelangen, müssen sich die Blüten des Löwenmäulchens öffnen. Das gelingt den Hummeln dank ihres Gewichtes, wenn sie auf der nach vorne gewölbten, etwas vorstehenden Unterlippe landen.

Vorkommen der Wildarten

Die Vorfahren der Garten-Löwenmäulchen stammen vor allem aus dem südwestlichen Europa sowie aus Regionen rund ums Mittelmeer. Auch im Westen Nordamerikas gibt es wildwachsende Antirrhinum. In Europa kommen mehr als 20 Löwenmäulchen-Arten vor. Bei der Wildform der bekanntesten Art, dem Großen Löwenmäulchen (Antirrhinum majus), handelt es sich um ausdauernde, krautige Pflanzen, die zum Teil in Felsspalten und Mauern wachsen.

Früher gehörten die Löwenmäulchen zu den Braunwurzgewächsen oder Rachenblütlern (Scrophulariaceae). Aufgrund neuer Erkenntnisse in der botanischen Forschung werden sie jetzt den Wegerichgewächsen (Plantaginaceae) zugeordnet.

Der ideale Standort fürs Löwenmäulchen

Wichtig ist ein sonniger Standort, was sich schon beim Blick auf die ursprüngliche Herkunft des Löwenmäulchens ergibt. Die Pflanzen sind durch ihre gut verzweigten Wurzeln an relativ trockene Böden angepasst. Der Boden sollte darum gut wasserdurchlässig sein. Dann kann überschüssiges Regenwasser schnell abfließen, so dass die Wurzeln nicht durch zu viel Nässe Schaden nehmen.

Der Boden darf nährstoffarm und leicht sauer sein. Wer Löwenmäulchen in Gefäße pflanzt, kann zum Beispiel für Rhododendren bestimmte Erde verwenden.

Die Größe der Pflanzen reicht vom etwa 15 bis 20 Zentimeter kleinen Löwenmäulchen-Zwerg bis hin zu circa einen Meter hohen Sorten. Für die höheren Löwenmäulchen empfiehlt sich eine windgeschützte Stelle im Garten. Alternativ können sie auch mit Stäben vorm Umknicken geschützt werden.

Pflege und Winterhärte

Die Löwenmäulchen sind pflegeleicht und genügsam. Die Pflanzen gedeihen am besten auf pH-neutralem bis leicht sauren Boden. Zum Gießen ist deshalb kalkarmes Regenwasser ideal. Für die Nährstoffversorgung bedeutet das, auf kalkfreien Dünger zu achten. Das Entfernen von Verblühtem kann die Pflanzen zur Bildung neuer Blütenknospen anregen.

Auch wenn die Vorfahren mancher Löwenmäulchen am Ursprungsort mehrjährig sind, werden die Pflanzen in Mitteleuropa üblicherweise als Einjährige kultiviert. Manche können im Garten milde Winter mit kurzzeitig bis zu circa -10 °C überstehen.

Verwendung – Sommerblüher für Garten, Topf und Schnitt

Blütenstand eines Löwenmäulchens
Die Blüten stehen dicht an dicht an den langen Blütenständen. Foto: GartenFlora

Aufgrund ihres großen Farbenreichtums und der auffallenden Blütenstände werden Löwenmäulchen schon seit Jahrhunderten als Gartenblumen gepflanzt. Sie wuchsen früher oft in Bauerngärten, doch sie passen ebenfalls zu vielen anderen  Gartenstilen. Dieser farbenfrohe Sommerblüher macht auch in Gefäßen eine gute Figur und ist außerdem eine schöne Schnittblume.

Hängende Sorten sind ideal für Blumenkästen und Hanging Baskets. Traditionell wird das Löwenmäulchen als Zierpflanze in farbenfrohen Rabatten verwendet. Es wird zudem als Nahrungsquelle für Hummeln geschätzt. Es ist auch deshalb für die Insekten wertvoll, weil es spät im Sommer blüht, wenn relativ wenige andere Pflanzen blühen und Nektar bieten.

Diese Pflanzen eignen sich gut für das Blackbox-Gardening: An Standorten, die ihnen zusagen, vermehren sie sich selbstständig. Das Saatgut übersteht niedrige Temperaturen. So bietet das Löwenmäulchen Raum für Überraschungen und sorgt an günstigen Standorten im Garten für Nachwuchs.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

Der Standort spielt eine wichtige Rolle, damit das Löwenmäulchen widerstandsfähig ist und gesund bleibt. Es braucht einen Boden, der gut wasserdurchlässig ist. Sonst besteht die Gefahr, dass die Wurzeln faulen.

Die beste Vorbeugung, um Blatterkrankungen wie Löwenmaulrost und Falschen Mehltau zu vermeiden, ist ein luftiger Standort im Garten, an dem die Blätter nach Regenschauern schnell trocknen können.

Auf Blättern, die vom Löwenmaulrost befallen sind, erscheinen gelbliche Flecken. Auf der Blattunterseite sind dunkelbraune Pusteln zu sehen. Befallene Blätter sollten schnell entfernt und entsorgt werden.

Vermehrung – das Löwenmäulchen wird ausgesät

Löwenmäulchen werden über Samen vermehrt. Die Aussaat kann ab Februar bei 18 – 22 °C im Haus erfolgen. Die Samen sind sehr fein. Da sie Lichtkeimer sind, werden die Samen nach dem Aussäen nicht abgedeckt, sondern nur leicht angedrückt.

Außerdem sind Löwenmäulchen Kaltkeimer: Sie brauchen niedrige Temperaturen. Das ist zum Beispiel möglich, indem sie nach der Aussaat für einige Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Ungefähr in der zweiten Maihälfte können die im Haus vorgezogenen Jungpflanzen nach draußen gepflanzt werden.

Pinzieren für buschigen Wuchs

Um die Verzweigung zu fördern, werden die Löwenmäulchen schon als Jungpflanzen pinziert: Die Triebspitze wird entfernt, um den Austrieb von Seitenknospen anzuregen. So werden die Planzen buschiger.

Im Mai und Juni kann direkt in den Garten gesät werden. Oft ist Saatgut des Löwenmäulchens in bunten Mischungen erhältlich und bietet so beste Voraussetzungen für einen farbenfrohen Sommer.

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