[Foto: AdobeStock_Viktoriya]

Mönchspfeffer im Garten:Heilpflanze mit duftenden Blütenähren

Duftende Blütenähren zu einer Zeit, in der andere Pflanzen bereits ihr Laub verlieren. Hübsche, an Hanf erinnernde Blätter und ein adretter Wuchs. Früchtchen, die es in sich haben, würzig und heilsam. Und das alles bekommt man recht kompakt, an einem kaum mehr als mannshohen Sträuchlein. Mit dem Mönchspfeffer können tatsächlich nur wenige mithalten.

Mönchspfeffer – voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Woher der Mönchspfeffer seinen Namen hat

Wegen seiner zahlreichen Tugenden wurde der Mönchspfeffer im Altertum gerühmt wie kaum eine andere Pflanze. Wir meinen, das steht ihm auch heute noch zu. Im Mittelalter stand jedoch eine bestimmte Eigenschaft des Mönchspfeffers ganz klar im Fokus: Seine kleinen Pfefferfrüchte helfen bei der „Abkehr von der weltlichen Liebe“, wie sie den Mönchen abverlangt war.

Ihre Inhaltsstoffe beeinflussen die Bildung des Hormons Prolaktin, dieses wiederum wirkt sich auf den Testosteronspiegel aus … Kein Wunder, dass sein botanischer Name Vitex agnus-castus so viel wie „keusches Lamm“ beziehungsweise „Keuschlamm“ bedeutet.

Getrocknete Mönchspfefferbeeren. Foto: AdobeStock_vvoe
Die getrockneten Steinfrüchte des Mönchspfeffer ähneln Pfefferkörnern. [Foto: AdobeStock_vvoe]

Mönchspfeffer: Welche Wirkung hat die Heilpflanze?

Heute stehen eher andere Dinge, zum Beispiel der unerfüllte Kinderwunsch, im Blickpunkt. Denn auch hier soll der Mönchspfeffer helfen: Ein zu hoher Prolaktinspiegel verringert nämlich in einigen Fällen die Chancen auf eine Schwangerschaft. Die regelmäßige Einnahme von Mönchspfeffer kann die Bildung des Hormons hemmen und den Zyklus stabilisieren. Auch beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) oder Wechseljahrbeschwerden können Präparate mit Mönchspfeffer lindernden Einfluss nehmen. Auch wenn diese Mittel frei verkäuflich sind, sollte die Einnahme zuvor ärztlich abgesprochen werden.

Wuchs und Aussehen: Farbe spät im Gartenjahr

Der sommergrüne Strauch wird in unseren Breitengraden in den meisten Fällen nicht höher als vier Meter. Der Mönchspfeffer besitzt sieben- bis fünfzählig gefingerte Blätter, die filzig und leicht gräulich überzogen sind. Als eines von wenigen sehr spätblühenden Gehölzen – August bis Oktober oder sogar November – spielt der Mönchspfeffer eine wichtige Rolle als Bienennährgehölz. Doch die hellviolettfarbenen Blütenähren verzaubern nicht nur Insekten. Ihr Duft wird auch von uns als aromatisch und pfeffrig wahrgenommen.

Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich schließlich die zunächst grünen, später rotbraunen Steinbeeren, die für die medizinische Wirkung des Mönchspfeffers verantwortlich sind.

Blüten- und Fruchtstand von Mönchspfeffer in der Nahaufnahme. Foto: AdobeStock_Pascal Cointe
Im Herbst erreichen die Fruchtstände nach und nach die Reife. [Foto: AdobeStock_Pascal Cointe]

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Tipps zu Standort und Pflanzung

Zwar wächst die Pflanze ursprünglich an Flussläufen Südeuropas bis Westasiens, gedeiht dort aber im gut durchlässigen Schotterbett. Auch im Garten bevorzugt der Mönchspfeffer durchlässige, humose Böden. Arbeiten Sie also in lehmige Gartenböden groben Sand, Kies oder auch Blähton ein, um einen guten Wasserabzug zu gewährleisten. Die Sträucher bevorzugen einen vollsonnigen Standort. Der pH-Wert darf neutral bis alkalisch sein.

Zwischen März und September können Sie den Mönchspfeffer in den Garten pflanzen. Dabei ist es wichtig, den Strauch nach der Pflanzung gründlich anzugießen und ihn in der ersten Zeit regelmäßig zu wässern. Im Winter kann in klimatisch ungünstigen Lagen im ersten Jahr ein Winterschutz sinnvoll sein.

Beetpartner für den Mönchspfeffer

Seinen Platz an der Sonne teilt der Mönchspfeffer sich dann, sofern er nicht als Solitär glänzen darf, mit anderen graugrün Belaubten wie Salbei (zum Beispiel Salvia argentea oder S. sclarea), Sanddorn (Hippophae rhamnoides), Lavendel (Lavandula angustifolia) oder Blauraute (Perovskia atriplicifolia).

Pflege: Düngung, Bewässerung und Schnitt

Mit dem Dünger allerdings sollten Sie wirklich sparsam sein. Eine Gabe Kompost im März oder April und noch einmal im Juni oder Juli reicht völlig, denn fetter Boden verführt den „Keuschbaum“ zu mastigem Wuchs mit weichem, unausgereiftem Gewebe, welches die Winterkälte nur schlecht überdauert.

Ist der Boden von Natur aus nicht zu trocken, muss nicht mehr zwingend gewässert werden, sobald der Mönchspfeffer angewurzelt ist. Doch möchte er auf Dauer nicht ganz so trocken gehalten werden und ist daher vor allem in heißen Sommermonaten über eine regelmäßige Extraportion Wasser dankbar.

Schneiden Sie den Mönchspfeffer, damit er jung und vital bleibt. In einem Beet aus Mönchspfeffer, Lavendel und Perovskie können Sie im März, kurz vor dem Neuaustrieb, zur Radikalkur schreiten und alles kräftig stutzen. Die Jahrestriebe des Vitex können bis auf 3 Zentimeter lange Stummel (höchstens 20 Zentimeter) zurückgesetzt werden.

Blühender Mönchspfeffer. Foto: AdobeStock_nickkurzenko
Der Rückschnitt fördert auch die Blüte, die an den Enden der einjährigen Triebe entsteht. [Foto: AdobeStock_nickkurzenko]

Mönchspfeffer im Winter

Mönchspfeffer ist winterhart. Durch den Winter kommt der Mönchspfeffer also deutschlandweit in der Regel problemlos. Wichtig ist allerdings, dass der Boden nicht winternass, schon gar nicht staunass ist. Doch aufgepasst: Wer sich die hübsche Pflanze aufgrund ihrer medizinischen Wirkung in den Garten holen möchte, der sollte klimatisch begünstigt, etwa im Weinbaugebiet, leben. Denn andernorts reifen die scharfen Beeren aufgrund der sehr späten Blüte nicht mehr richtig aus.

Überwinterung als Kübelpflanze: So klappt’s

Übrigens gelingt auch die Kübelkultur mit dem Mönchspfeffer leicht, obwohl die Pflanze in solch beengten Verhältnissen deutlich frostempfindlicher ist. Da der Strauch im Winter sein Laub verliert, kann er ruhig halbdunkel, im kühlen Keller etwa, überwintern. Etwas schwieriger gestaltet sich das Überwintern bei Vitex trifolia ‘Purpurea’, einer sehr hübschen Kübelpflanze mit lavendelfarbenem Laub und violetten Blüten, die auf heißen Sonnenterrassen ein wunderbar würziges Aroma entfaltet. Sie wirft ihr Laub nur ganz kurz im Frühjahr ab und braucht es im Winter daher kühl, aber hell. Genauso möchte Vitex doniana ‘Black Plum’ durch die kalte Zeit kommen, eine afrikanische Art mit pflaumenartig süßen Früchten.

KERSTIN ACKERMANN

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