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Rosmarin überwintern: So übersteht er die kalte Jahreszeit

Bereits seit der Antike ist der Rosmarin eine hochgeschätzte Kulturpflanze. Und noch bis heute findet der immergrüne Halbstrauch mit den duftenden Blättern eine breite Verwendung als Gewürz- und Heilkraut.

Rosmarinus officinalis aus der Familie der Lippenblütler stammt ursprünglich aus mediterranen Küstenregionen und ist daher für rauere Gegenden Mitteleuropas eher schlecht gewappnet. Dennoch können Sie Ihren Rosmarin unbeschadet über den Winter bringen. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Rosmarin im Topf überwintern

Ein im Topf befindlicher Rosmarin ist mobil und lässt sich rechtzeitig vor der kalten Jahreszeit umsiedeln. Sobald die Temperaturen unter 5 Grad Celsius fallen, sollte gehandelt werden. Etwas kleinere Exemplare überstehen den Winter gut in einem kühlen Raum bei Temperaturen zwischen 7 und 15 Grad Celsius. Ein nicht beheiztes Zimmer, das Treppenhaus oder ein Gewächshaus bieten sich hierfür an. Der ideale Standort sollte zudem ausreichend hell, trocken und gut durchlüftet sein.

Ein Rosmarin ist im Winter gerne ortsfest

Ist der optimale Platz für die Überwinterung gefunden, möchte ein Rosmarin im Topf an Ort und Stelle bleiben. Andernfalls könnte der Halbstrauch durch etwaige Temperatur- und andere Witterungsschwankungen Schaden nehmen.

Wohin mit größeren Pflanzen?
Ein Rosmarin wächst häufig zu einem wahren Prachtexemplar heran, und nicht jeder verfügt über den nötigen Platz im Haus. Gut zu wissen: Einen guten Winterschutz für bedingt winterharte Pflanzen im Topf oder Kübel erzielen Sie auch im Außenbereich. Dort passieren unter Umständen sogar weniger Pflegefehler als in einem nicht ganz idealen Innenraum.

Das passende Schutzmaterial
Ältere Rosmarinsträucher können also den Winter problemlos auf dem Balkon oder an einer schützenden, eher schattigen Hauswand verbringen. Da ein Topf die empfindlichen Wurzeln nicht ausreichend vor Frost schützt, sollte dieser jedoch unbedingt mit Vlies, Jute oder Folie umwickelt werden. Die Erde kann zusätzlich mit einem kältedämmenden Material, wie altem Laub oder Stroh, ausgelegt werden. Wird das Pflanzgefäß zusätzlich auf eine Holz- oder Styroporplatte gestellt, steht einer erfolgreichen Überwinterung nichts mehr im Wege. Die empfindlichen Wurzeln werden so vor gut vor der heraufziehenden Kälte geschützt.

Rosmarin überwintern Foto: AdobeStock_kichigin19
Der mediterrane Rosmarin freut sich über einen leichten Winterschutz. Foto: AdobeStock_kichigin19

Rosmarin im Freiland überwintern

Rosmarin kann sehr alt werden. Für die Auspflanzung im Beet oder einer Kräuterspirale empfehlen sich besonders robuste Rosmarin-Sorten. Auf durchlässigen, sandigen Böden stehen die Chancen sehr gut, dass die Halbsträucher dann von Jahr zu Jahr schöner werden. Trotz der guten Winterhärte ist bei jüngeren und frisch im Herbst gesetzten Pflanzen ein leichter Winterschutz ratsam.

Um den Strauch im Beet vor Kälte und Frost zu schützen, kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Ein Vlies, das über die Pflanze gezogen wird, fungiert als Kältepuffer. Wichtig: Das Wintervlies sollte unbedingt licht- und luftdurchlässig sein, da ein Rosmarin immergrün ist. Zudem ist es empfehlenswert, die Basis der Pflanze mit Laub und Nadelreisig zu schützen.

Winterharte Rosmarin-Hybriden 

  • ‘Veitshöchheim’ ist eine spezielle Züchtung für den deutschen Raum, die verlässlich den Winter übersteht und zusätzlich ein tolles Aroma mitbringt.
  • ‘Blue Winter’ ist äußerst robust mit schönen, blaugrünen Blättern.
  • ‘Arp’ wächst buschig und ist besonders unempfindlich gegenüber Frost.
  • ‘Hill Hardy’ hat einen feinen Blütenduft und ist winterfest, benötigt aber in den Anfangsjahren Schutz im Garten.

Rosmarin überwintern Foto: AdobeStock_Aggi Schmid
Eine Schneedecke im Garten bietet natürlichen Schutz und spendet Feuchtigkeit. Foto: AdobeStock_Aggi Schmid

Die Rosmarin-Pflege im Winter

Trockenstress vermeiden

Wie alle immergrüne Gewächse kann Rosmarin unter Trockenstress in der kalten Jahreszeit leiden – sowohl im Topf als auch im Beet. Denn der Strauch verdunstet auch bei Kälte Feuchtigkeit über die Blätter. Wenn nun der Wurzelballen einfriert, kann kein neues Wasser aufgesogen werden und die Pflanze vertrocknet im schlimmsten Fall – besonders bei starker Wintersonne. Es sollte also dringend regelmäßig gewässert werden. Zwar benötigt ein Rosmarin nicht viel von dem kostbaren Nass, er darf aber im Winter niemals gänzlich auf dem Trockenen sitzen. Prüfen Sie hierfür mit einem Finger die Feuchtigkeit in der Erde und spendieren Sie etwas Wasser, wenn die Oberfläche spürbar angetrocknet ist.

Auf Staunässe kontrollieren

Stehendes Wasser kann ebenfalls zum Problem im Winter werden. Achten Sie darauf, dass ein Topf über ein Abzugsloch verfügt und die dämmenden Materialien nicht den Wasserabfluss behindern, denn sonst droht Wurzelfäulnis.

Gedüngt werden muss über den Winter nicht. Weiterhin ist es sinnvoll, den überwinternden Rosmarin in regelmäßigen Abständen auf Schädlinge zu untersuchen. Diese kommen zwar eher selten vor, können aber besonders in dunklen Winterquartieren auftreten.

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