Weiße Blüten bringen Licht ins Dunkel

Ihr Lieblingsplatz liegt ganztägig oder teilweise im Schatten. Sie möchten im Garten eine helle, freundliche Stimmung ohne künstliches Licht zaubern? Probieren Sie’s doch mal mit weißen Farbtupfern aus der Trickkiste von Mutter Natur!

Die Pflanzenwelt hält Weißtöne in allen Formen bereit: weiß- bis cremefarbene Blüten, weiß panaschierte, gerandete oder gefleckte Blätter, sogar zierende Früchte. Dabei können Sie unter Bäumen, Sträuchern, Kletterpflanzen, Stauden, Sommer- und Zwiebelblumen wählen oder sie miteinander kombinieren.

Die Magie der Farbe Weiß

Weiß ist der Inbegriff für Eleganz, durchscheinende Leichtigkeit, Reinheit und Frische. Gleichzeitig wirkt es unverfälscht und natürlich. Das mag daran liegen, dass viele Pflanzen in ihrer Wildform mit einfachen Blüten weiß erstrahlen und erst durch Züchtungsarbeit verändert wurden. 

Diese transparente, Weite erzeugende Raumwirkung können Sie sich bei verschatteten, engen und kleinen Gärten zunutze machen. Dabei bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie Ihren Garten komplett in Weiß kleiden oder einen besonders trist wirkenden Teilbereich mit Weiß renovieren.

Beachten Sie, dass ein rein weißer Garten niemals ganztags in der vollen Sonne liegen sollte – die hellen Blüten würden das Licht so stark reflektieren, dass es störend wirken könnte. Ein Rabattensaum unter dem wandernden Schatten von Gehölzen wäre eine geeignete Stelle, um es mal mit Weiß allein oder als Vermittler zwischen unterschiedlichen Farbtönen zu versuchen. 

Weißer Fingerhut
Weißer Fingerhut – Foto: iStock/BethAmber

Am Abend ist Weiß besonders wirkungsvoll

Der Baumbestand bietet weißen Blütenwolken die geeignete Kulisse für einen fulminanten Auftritt. Ideal ist ein weiß bepflanzter Garten oder Balkon dann, wenn Sie ihn vorwiegend in den Abendstunden vor Gesicht und Nase bekommen: Aufgrund der abnehmenden Lichtstärke wirkt der Garten geheimnisvoll bis sphärisch. 

Warum Weiß durchaus als Farbe gilt

Cimicifuga ramosa – September-Silberkerze
September-Silberkerze
Foto: iVerde/Maayke de Ridder

Sie halten Weiß für eine „Nichtfarbe“? Physikalisch gesehen ein Irrtum: Weiß entsteht, wenn alle Wellenlängen des für uns sichtbaren Lichtes von der Oberfläche reflektiert und dabei so gleichmäßig gestreut werden, dass sie von den Sinneszellen des menschlichen Auges ebenso gleichmäßig aufgenommen werden. Diese Mischung aus Farben erscheint uns dann als Weiß. 

Allein mit Weiß (und dem Blattgrün!) können Sie durch die Vielfalt an Formen, Strukturen und Texturen der unterschiedlichen Blätter und Blüten genügend Abwechslung schaffen.

So fügen sich neben aufragenden Blütenkerzen des Weißen Fingerhutes (Digitalis purpurea ‘Alba’) oder der feingliedrigen Silberkerze (Cimicifuga racemosa) die kompakten Blütenbälle von Beetrosen (zum Beispiel ‘Edelweiß’ oder ‘Aspirin’) oder Ball-Hortensien (Hydrangea arborecsens ‘Annabelle’) gut ein.

Gestaltungstipps für Pflanzen mit weißen Blüten

Soll es bei Ihnen eher bunt zugehen, empfiehlt sich Weiß als hervorragender Teamplayer: Es verbindet und vermittelt zwischen Farbtönen, die sonst wegen ähnlicher Nuancen ineinanderzulaufen drohen oder die aufgrund ihrer gegensätzlichen Farbgebung kaum miteinander harmonieren. 

Dabei macht sich Weiß in bunt gemischten Rabatten ebenso perfekt wie in zweifarbigen Beeten: Weiß bringt kräftige und dunkle Farben wie Rot, Blau oder Violett zum Leuchten, zarte und helle Farben wie Hellblau, Gelb oder Rosa werden gegeneinander besser abgesetzt. 

Mit Weiß durchs Gartenjahr

Besonders elegant wirken Weißblüher mit graulaubigen Stauden-Vertretern, etwa Lavendel, Salbei, Woll-Ziest und Katzenminze, oder filigranen Gräsern mit allen Spielarten grünlicher Blattfarben und silbriger Ähren. Wählen Sie „quer Beet“ aus den unterschiedlichsten Pflanzen – so kann Ihr Garten vom Frühjahr bis zum Herbst in Weiß- und Silbertönen erstrahlen. 

Frühjahrsreigen: Stern-Magnolie (Magnolia stellata), Akelei (Aquilegia vulgaris ‘Alba’), Kugel-Lauch (Allium ‘Mount Everest’), Päonie ‘Krinkled White’, Tulpe (Tulipa ‘White Triumphator’).

Sommerfrische: Rambler-Rose ‘Bobbie James’, weißblütiger Lavendel (Lavandula angustifolia ‘Alba’), weiße Schmucklilie (Agapanthus) im Kübel, Fingerhut (Digitalis purpurea ‘Alba’). 

Herbstzauber: Weißer Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea ‘Alba’), Chinaschilf (Miscanthus sinensis ‘Silberfeder’) oder die Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale ‘Album’). 

Der Winter hält dann manchmal sein eigenes Weiß für uns bereit …

Tulpen
Tulpen in Weiß-Rot – Foto: Pixabay/Adina Voicu

Übrigens: Die weiß erscheinenden Blüten sind für Bienen infolge einer Reflexion im Gelb- und Blaubereich und starker Absorption im UV-Bereich „Bienenblaugrün“.