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Voraussichtliche Lesedauer:  19 Minuten

Bergamotte: Zitruspflanze mit Heilwirkung

Selina Menke
Online-Redakteurin

Sie ist eng verwandt mit der Zitrone und doch eher unbekannt. Vielleicht ist sie Ihnen aber schon einmal in einem Kosmetikprodukt oder als Gin-Botanical begegnet? Die Rede ist von der Bergamotte, einer wunderbar duftenden und hübsch anzusehenden Vertreterin der Zitruspflanzen, der obendrein auch noch eine heilsame Wirkung nachgesagt wird. Wir zeigen Ihnen, was es mit dem Strauch auf sich hat, wie Sie ihn pflanzen und seine Blütenfrüchte verwenden.

Bergamotte – voraussichtliche Lesedauer: 19 Minuten

Herkunft und Verbreitung der Bergamotte

Die Bergamotte (Citrus x bergamia) wurde erstmals Mitte des 17. Jahrhunderts unter dem Namen Citrus bergamia beschrieben. Sie zählt zur Gattung der Zitruspflanzen (Citrus) und somit zur Pflanzenfamilie der Rautengewächse (Rutaceae).

Genetische Untersuchungen konnten inzwischen nach langen Unsicherheiten über ihre Abstammung bestätigen, dass sie als Hybride aus der Bitterorange (Citrus x aurantium) und der Zitronatzitrone (Citrus medica) entstand. Korrekterweise sollte die Bergamotte also als Citrus x limon in der botanischen Nomenklatur geführt werden.

Bergamotte [Foto: AdobeStock_Giovani Dressler]
Bergamotten auf einer Plantage in Brasilien. [Foto: AdobeStock_Giovani Dressler]

In Europa erstreckt sich ihr Anbaugebiet fast ausschließlich auf einen schmalen, circa 100 Kilometer langen Streifen an der Küste Kalabriens in Italien, da das besondere Klima dort ideal für die Kultur der Bäume geeignet ist. Doch auch Südamerika und Afrika zeichnen sich für den Anbau der Bergamotte aus. Da Produkte aus diesen Ländern jedoch weite Strecken zurücklegen müssen, um bei uns Verwendung zu finden, sollte ausschließlich auf solche aus italienischem Anbau zurückgegriffen werden.

Pflanzen-Steckbrief Bergamotte

  • Botanischer Name: Citrus x bergamia
  • Wuchs: Strauch
  • Blütezeit: März bis Juni
  • Winterhärte: nicht winterhart
  • Standort: sonnig, warm, geschützt
  • Boden: kiesig bis sandig, frisch bis mäßig feucht
  • Nutz- und Zierwert: Duft- und Aromapflanze, Blüten- und Fruchtschmuck

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Wuchs und Aussehen der Bergamotte

Die Bergamotte ist ein immergrüner Strauch, der bei richtiger Pflege und dem idealen Standort bis zu vier Meter hoch werden kann. Ihre meist dornarmen oder sogar dornlosen Äste verzweigen sich unregelmäßig, tragen im Frühjahr Blüten und später runde bis birnenförmige Früchte.

  • Im Handel werden die Zitruspflanzen in der Regel als veredelte Halbstämme angeboten.
Bergamotte [Foto: AdobeStock_Carmen Hauser]
Die einzelnen reinweißen Blüten präsentieren sich im Frühjahr mit vier bis fünf Blütenblättern. [Foto: AdobeStock_Carmen Hauser]

Blätter, Blüten und Früchte

Immergrün, länglich und mit geflügeltem Blattstiel erinnern die Blätter der Bergamotte an die der Zitrone. Sie sind wie die Früchte reich an ätherischen Ölen, weswegen auch sie eine wichtige Rolle für die Aromagewinnung spielen.

Während andere Zitruspflanzen oft den gesamten Sommer über Blüten bilden, entwickelt die Bergamotte ihre ausschließlich im Frühjahr. Die reinweißen Schönheiten präsentieren sich mit vier bis fünf Blütenblättern und gelber Mitte. Ihr betörender Duft hat etwas süß-fruchtiges und einen warmen, würzigen Ton.

Etwa ab November reifen dann auch die oft gerippten Früchte der Bergamotte heran, die meist mit einem Gewicht von 100 bis 200 Gramm erntereif sind. Sie sind rund bis birnenförmig und lassen sich gut anhand ihrer charakteristischen Ausstülpung erkennen.

Bergamotte [Foto: AdobeStock_raweenuttapong]
Die Früchte der Bergamotte sind rund und leicht birnenförmig. Diese sind noch unreif und daher grün. [Foto: AdobeStock_raweenuttapong]

Zu Beginn sind sie grün, färben sich mit zunehmender Reife jedoch zitronengelb. Das Fruchtfleisch ist kernarm, sauer und teils sogar bitter, in der Regel eignet es sich nicht zum Frischverzehr. Verarbeitet zu Getränken schmecken die Früchte der Bergamotte hingegen umso besser.

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Standort und Überwinterung

Die Bergamotte verträgt keinen Frost und ist nicht winterhart. Somit eignet sie sich in unseren Breiten auch nicht für den Anbau im eigenen Garten. Wer sie hingegen im Kübel kultivieren möchte, ist auf der sicheren Seite, solange die Zitruspflanze nur im Sommer auf Balkon oder Terrasse steht und im Herbst wieder in ein frostfreies, am besten zwischen 3 und 15 °C warmes, helles Winterquartier getragen wird.

Abhängig von Region und Witterung darf die Bergamotte von etwa April oder Mai bis in den Oktober oder November im Freien stehen. Die Hauptsache ist dabei, dass es sich um einen sonnigen und geschützten Standort – wie etwa einen Platz an der sonnengewärmten Hauswand – handelt.

Bergamotte pflanzen und pflegen

Bergamotten vertragen partout keine Staunässe. Es ist daher ratsam, einen großen Kübel oder Topf mit einem Abflussloch zu wählen. So kann überschüssiges Gießwasser ablaufen. Unglasierte Tontöpfe bieten sich an, da sie häufig mit einem solchen Abflussloch im Handel erhältlich sind. Außerdem kann zu viel Gießwasser auch über die Seitenwände verdunsten, da die Feinkeramik eine sehr poröse Struktur aufweist. Falls Sie Ihre Bergamotte ab und an in den Wohnbereich stellen möchten, sollten Sie darum immer einen Untersetzer verwenden, denn die Töpfe sind nie ganz wasserdicht – auch nicht ohne Abflussloch.

Töpfe aus Ton auf einem Regal in einem Lager [Foto: AdobeStock_Poco_bw]
Tontöpfe eignen sich für Bergamottenbäume besonders gut. [Foto: AdobeStock_Poco_bw]

Das Substrat sollte leicht sauer und nährstoffreich sein und eine angemessene Wasserdurchlässigkeit aufweisen, wenn Sie eine Bergamotte pflanzen. Im Handel erhältliche Zitruserden bringen diese Vorteile meist mit sich. Sie können aber auch Ihr eigenes Substrat mischen. Das funktioniert mit torffreier Pflanzenerde und der Zugabe von etwas Sand, Lavastücken, Kalksteinbruch, Blähton sowie Splitt oder Kies.

In ihrer heimischen mediterranen Gegend übersteht die Bergamotte längere Trockenperioden. Nachdem sie gut angewachsen ist, kann sie das auch bei uns. An sich sollten aber sowohl angewachsene als auch junge Bergamotten regelmäßig gegossen werden, da die Erde in einem Kübel um einiges schneller austrocknet als in gewachsenem Boden.

Unser Tipp: Gießen Sie sparsam und geben Sie acht, dass die Blätter und auch die Blüten trocken bleiben.

Bergamotte düngen und umtopfen

In der Vegetationszeit von März bis Oktober verlangt die Bergamotte nach regelmäßiger Düngung, denn sie hat einen hohen Nährstoffbedarf. Im Handel gibt es speziellen Zitrusdünger, der die Bäumchen optimal versorgt. Wir empfehlen eine Düngung mit Flüssigdünger, der alle ein bis zwei Wochen über das Gießwasser verabreicht wird.

Umgetopft wird, wenn die Pflanze vollständig durchwurzelt ist. Dann eignet sich ein etwas größerer Topf. Bei zu großen Pflanzgefäßen besteht die Gefahr von Staunässe. Der ideale Zeitpunkt fürs Umtopfen liegt vor dem neuen Austrieb zu Beginn der Vegetationszeit im März oder April.

Bergamotte schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt der Bergamotte bietet den Vorteil, eine kompakte und verzweigte Krone zu erhalten. Kürzen Sie aus der Form wachsende Triebe darum jederzeit ein. Setzen Sie dabei immer über einem nach außen zeigenden Blatt oder einer Knospe an.

Um größere Schnittmaßnahmen umzusetzen, sollten Sie bis zum Spätwinter warten, da dann die Ernte der Früchte beendet ist und der Neuaustrieb noch nicht begonnen hat.

Unser Tipp: Bestreuen und versiegeln Sie größere Schnittstellen mit Holzkohleasche, um den Strauch vor Krankheitserregern zu schützen.

Vermehrung der Bergamotte

Bei uns werden Bergamotten fast ausschließlich veredelt angeboten. Professionelle Baumschulen leisten da gute Arbeit.

Sollten Sie sich dennoch versuchen wollen, bietet es sich an, Stecklinge zu schneiden. Trennen Sie 10 bis 15 cm lange Stecklinge ab und entfernen Sie bis auf das obere Blattpaar sämtliches Laub. Die jungen Bergamotten werden einzeln in kleine Töpfe mit Anzuchterde gepflanzt und an einem hellen und 22 bis 25 °C warmen Platz konstant feucht gehalten. Mit etwas Glück setzt nach circa 6 Wochen die Bewurzelung ein.

Krankheiten und Schädlinge

Wenn die Bergamotte im Frühjahr ins Freie kommt, können schnell Blattläuse an den jungen Trieben auftauchen. Diese lassen sich jedoch durch einfaches Absammeln oder mit einem Gemisch aus Spiritus und Schmierseife beseitigen.

Verwendung und Heilwirkung der Bergamotte

Doch für was ist Bergamotte bei uns zu verwenden? Besonderen Nutzen findet vor allem das aus der dicken Schale gewonnene ätherische Bergamottöl. Parfums, kosmetische Pflegeprodukte, aber auch Getränke wie der beliebte Tee Earl Grey oder verschiedene Spirituosen wie Gin und Liköre werden mit Bergamotte aromatisiert.

[Foto: AdobeStock_Sakoodter Stocker]
Echtes Bergamottöl ist selten und so kostbar, dass es auch als grünes Gold bezeichnet wird. [Foto: AdobeStock_Sakoodter Stocker]

Und wie zeigt das Öl der Bergamotte Wirkung? Dem grüngelben Öl wird ein stimmungshebender Effekt nachgesagt. So seien Erntehelfer bei ihrer Arbeit auf den Plantagen deutlich fröhlicher als beim Ernten anderer Früchte. Die Aromen der Zitrusfrüchte sollen nämlich den Serotonin-Spiegel im Körper hochhalten und damit für bessere Laune sorgen, doch damit nicht genug.

Folgende Wirkungen werden dem Öl der Bergamotte ebenfalls nachgesagt:

  • Es kann helfen, Stress zu reduzieren: Wer Bergamottöl inhaliert, kann seinen Cortisol-Spiegel reduzieren; Cortisol ist ein Stresshormon.
  • Es wird für seine antibakterielle Wirkung geschätzt: Das Öl findet gegen unterschiedliche Bakterien Verwendung, die zum Beispiel in Salat oder bei Hühnern vorkommen. So besteht die Möglichkeit, Lebensmittelvergiftungen zu verhindern.
  • Es unterstützt bei Schmerzen und Entzündungen: Das Linalool im Öl kann als Analgetikum angewendet werden und so Schmerzen lindern.

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