Gartentipps im August – jetzt tragen Sanddorn & Co. Früchte. Foto: AdobeStock_UbjsP

Gartentipps im August:Wildobst, Pflanztipps und Mehr

Darf im Sommer noch gepflanzt werden? Welche Wildobstarten tragen im August Früchte? Und was gibt es nun in Zier- und Nutzgarten zu tun? Diese und viele weitere Fragen rund um die Gartenpflege beantworten wir Ihnen hier, in unseren Gartentipps im August.

Gartentipps im August – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Inhalt

Einpflanzen im August? Gartentipps zur Starthilfe für Stauden und Gehölze

Idealerweise werden Stauden und Gehölze im Frühjahr oder Herbst gepflanzt. Das ist die beste Zeit dafür. Dennoch lockt der Fachhandel auch mitten in der Saison mit Rosen, Clematis oder Prachtstauden in voller Blüte. Schwer, daran vorbeizugehen! Und gut, dass solche Containerware tatsächlich fast ganzjährig gepflanzt werden kann, denn ihre Wurzeln werden dabei kaum gestört. Für das Anwachsen spielt aber die weitere Pflege eine entscheidende Rolle.

Pflanzungen im August

Beim Pflanzen im Hochsommer braucht es etwas mehr Sorgfalt. Im August setzen den frisch gesetzten Pflanzen die starke Sonneneinstrahlung und Trockenheit stark zu. Mit folgenden Tipps klappt es:

  • Passen Sie einen Zeitpunkt ab, an dem der Boden nach einem Regenguss gut durchfeuchtet ist
  • Tauchen Sie den Wurzelballen vor der Pflanzung in einen Eimer mit Wasser
  • Wässern Sie auch nach dem ersten Angießen regelmäßig und gründlich
  • Eine Mulchschicht kann helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten
  • Schattiergewebe oder ein Sonnenschirm mildern in den ersten Tagen allzu große Hitze

Gartentipps im August: Wildobst für außergewöhnliche Geschmackserlebnisse

Zwischen Juli und Oktober reift eine ganze Reihe saurer, dafür ausgesprochen Vitamin-C-reicher Wildobstarten heran. Mit Ausnahme der Scheinquitte schmecken alle auch frisch vom Strauch. Als Marmelade, auch gemischt mit süßen Früchten der Saison, ist ihr Geschmack unschlagbar.

Gelbe Früchte der Chinesischen Scheinquitte. Foto: AdobeStock_agephotography
Die Früchte der Chinesischen Scheinquitte (Chaenomeles specioasa) haben Durchmesser zwischen vier und sieben Zentimetern. Foto: AdobeStock_agephotography

Die Sträucher schmücken sich über Wochen mit gelben, orangen und roten Früchten, die auch von Singvögeln gern angenommen werden. Für kleine Gärten eignen sich die selbstfruchtbaren Scheinquitten, die kaum größer als 1,50 Meter werden. Ihre Früchte lassen sich genauso verarbeiten wie echte Quitten, sind aber um einiges saurer. Interessant ist auch die Kornelkirsche, die wegen ihrer frühen Blütezeit auch eine wertvolle Bienenweide ist.

Deutlich mehr Platz beanspruchen Ölweiden und ihre Verwandten Büffelbeere und Sanddorn. Die dekorativen, olivenähnlichen Gehölze sind schnittverträglich und lassen sich zum Beispiel gut in eine hohe, undurchdringliche Wildobsthecke integrieren. Wer ausreichend Platz hat, kann etwa die Vielblütige Ölweide auch als Solitär kultivieren. Im freien Stand bildet sie kleine, charmante, grau belaubte Bäumchen mit mediterranem Charme. Außer dieser Art, von der selbstfruchtbare Exemplare bekannt sind, brauchen alle mindestens eine zweite Pflanze zur Befruchtung.

Einige der Wildobstarten sind sogar zweihäusig, beispielsweise Sanddorn. Es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Sollen sich Früchte bilden, müssen also mindestens ein weibliches und ein männliches Exemplar im Garten stehen. 

Ansonsten sind die Wildgehölze relativ anspruchslos, denn sie vertragen Trockenheit und nehmen mit jedem Boden vorlieb. Lediglich kalte, staunasse Standorte behagen ihnen nicht. Ab und an etwas Kompost – mehr brauchen die Gehölze nicht zum Glück.

Hecken nicht zu spät schneiden

Hecken aus Nadelgehölzen wie Thuja, Scheinzypresse und Eibe können Sie im August schneiden. Nehmen Sie einzelne, stärker herausragende Äste zunächst mit der Gartenschere einige Zentimeter bis ins Heckeninnere zurück. Achten Sie beim anschließenden Schnitt mit der Heckenschere darauf, dass sich die grüne Wand nach oben hin verjüngt, die Hecke also einen leicht trapezförmigen Querschnitt aufweist. Andernfalls drohen untere Partien aus Lichtmangel zu verkahlen.

Niedrige, akkurat geschnittene, Buchshecken. Foto: AdobeStock_Jeanette Dietl
Der regelmäßige Schnitt sorgt bei Buchs für dichten Wuchs. Foto: AdobeStock_Jeanette Dietl

Einfassungshecken aus Buchs, ebenso wie Formschnittgehölze, können Ende August einen letzten Pflegeschnitt erhalten. Dann präsentieren sie bis zum folgenden Frühjahr eine akkurate Silhouette. Der noch folgende Austrieb bleibt schwach und stört die Optik kaum. Schneiden Sie möglichst bei bedecktem Himmel, dann gibt’s keine verbräunten Schnittränder oder Sonnenbrandschäden auf den Blättern. Weiches Schnittgut lässt sich einfach durch Überfahren mit dem Rasenmäher zerkleinern, bereits verholzende Triebe werden besser geschreddert. Das Material eignet sich gut zum Mulchen in Gehölzpflanzungen oder zum Vermischen mit anderen Abfällen für den Kompost.

Auch Laubgehölzhecken können bis Ende des Monats nochmals nachgeschnitten werden. Jedoch nicht später, sonst reifen die Neutriebe oft nicht mehr richtig aus und erleiden im Winter Frostschäden.

Gelb blühende Sonnenaugen vor blauem Himmel. Foto: Foto: © GartenFlora/Christian Gehler
Regelmäßiges Ausputzen erleichtert dem Sonnenauge (Heliopsis) die Blütenbildung. Foto: © GartenFlora/Christian Gehler

Gartentipps im August: Ziergarten

  • Bei Dauerblühern wie Sommerflieder, Spornblume, Skabiose, Bartfaden und Sonnenauge für neue Knospen Verblühtes fortwährend ausschneiden.
  • Rhododendren, Ilex, Eiben und andere immergrüne Gehölze kommen ab Ende August bis September in den Boden. So bleibt ihnen genug Zeit, um richtig einzuwurzeln, ehe der Frost kommt. Wichtig: In den nachfolgenden Wochen sollten sie wiederholt gründlich gegossen werden.
  • Pflanzzeit für Clematis und Christrosen. Auch sie pflanzt man am besten im Spätsommer, da ihr Wurzelwachstum zu diesem Zeitpunkt am aktivsten ist und sie so besonders zügig anwachsen.
  • Rasen, der bei trockenheißer Witterung kaum noch wächst, seltener und nicht zu tief mähen, um ihn nicht zusätzlich zu schwächen. Belässt man die Halme etwas länger, beschatten sie sich gegenseitig, und der Boden bleibt länger feucht.

Hinweise für Balkon und Terrasse

Einjährig kultivierte Balkonblumen werden im August weiterhin regelmäßig ausgeputzt. Damit sie außerdem weiterhin fleißig Blüten bilden, bietet es sich an, flüssig nachzudüngen. Viele blühen dann bis zum Herbst. Bei Kübel- und Topfpflanzen, die überwintert werden sollen (zum Beispiel Pelargonien, Fuchsien) wird stattdessen das Düngen zur besseren Ausreife ab Ende August eingestellt.

Nicht vergessen: Oleander, Engelstrompeten, Hortensien und „Vieltrinker“ benötigen an heißen Tagen eine besonders reichliche Wasserzufuhr!

Gartentipps für den Nutz- und Küchengarten im August

  • Beete, die nicht mehr neu bepflanzt werden, sollten Sie nicht brachliegen lassen. Stattdessen können Sie, am besten sofort nach der Ernte, einen Gründünger einsäen. Auch gemulchte Beete bleiben länger feucht und sind daher eine gute Methode, Gießwasser besonders effizient zu nutzen.
  • Der Sommerschnitt ist jetzt bei allen Obstgehölzen sinnvoll, deren Ernte abgeschlossen ist. Das Düngen von Obstbäumen sollten Sie bis Ende August abschließen.
  • Rettiche stets reichlich wässern, um große, zarte Wurzeln zu erhalten.
  • Thymian wird spätestens bis Monatsende geschnitten, damit sich die Pflanzen bis zum Frost kräftigen können.
  • Erdbeeren sollten Sie gleichmäßig feuchthalten und beim Wässern flüssig düngen, denn sie bilden jetzt Blütenanlagen und speichern Nährstoffe für das Folgejahr.
  • Minzen können Sie im August teilen und verpflanzen, damit sie auch nach vielen Jahren noch vital bleiben.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Der Herbst macht weiter: Blütenfreuden bis zum Frost
  • Vielseitiger Kürbis: Die besten Sorten und Lagertipps
  • Blaues Wunder mit später Blüte: Der stattliche Mönchspfeffer
Zur aktuellen Ausgabe