Zwetschen reife Früchte ©fotolia

Tipps und Tricks in der Zwetschgen Erntezeit

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In der Zwetschgen Erntezeit sind die Früchte als Kuchenbelag kaum wegzudenken. Die Zwetschgen (Prunus domestica ssp. domestica), sind auch als Zwetschken, Zwetschen oder Quetschen bekannt. Sie lösen sich gut vom Stein und ihr festes Fruchtfleisch hat einen hohen Zuckergehalt. Zwetschgen bleiben auch beim Backen fest und süß und saften nur mäßig.

Von den eher runden und saftigeren Pflaumen unterscheiden sie sich durch ihre längliche Form und die spitz zulaufenden Enden. Ihre Schale ist mitunter etwas rauer als die von Rundpflaumen.

Wo die Zwetschge am besten gedeiht

Die ertragreichen Zwetschgenbäume wachsen wohl seit der Römerzeit bei uns. Die älteste und bekannteste Sorte, die ‘Hauszwetschge’, wird seit dem Mittelalter in Deutschland kultiviert. Diese Obstgehölze bevorzugen ein gemäßigtes Klima. Auf leichten nährstoffreichen, warmen und mäßig feuchten Böden gedeihen die fünf bis zehn Meter hohen Bäume problemlos. Gönnen Sie ihnen zudem mindestens fünf Meter allseitigen Abstand.

In sehr niederschlagsreichen Gegenden mit staunassen Böden oder an schattiger Stelle verzichten Sie besser auf Zwetschgen. Pflanzen Sie, wenn der Platz ausreicht, am besten mindestens zwei verschiedene Sorten. Obwohl viele Sorten selbstfruchtbar sind, ist so dennoch ein besserer Fruchtansatz zu erwarten. Stehen in der Nähe weitere Zwetschgen, Pflaumen oder Schlehen, so können auch diese als Befruchter dienen. Die geschickte Sortenwahl ermöglicht eine gestaffelte Ernte von Mitte Juli bis in den Oktober.

Wie lange halten sich die Früchte in der Zwetschgen Erntezeit?

Die bläulich bis violetten Früchte entfalten nur dann ihr volles Aroma, wenn sie am Baum ausreifen dürfen. Also besser ein bisschen mit der Zwetschgen-Erntezeit warten. Der bläulich-weiße, reifartige Belag auf den Früchten ist eine ganz natürliche Wachsschicht. Sie schützt die Zwetschgen vor dem Austrocknen. Waschen Sie diesen sogenannten Duftfilm erst unmittelbar vor dem Verzehr ab.

Eine feste Konsistenz, eine schöne, dunkelblaue Ausfärbung und angenehmer Duft sind weitere Reifemerkmale in der Zwetschgen Erntezeit.

Vollreif gepflückte Früchte halten sich in der Zwetschgen Erntezeit im Gemüsefach des Kühlschranks etwa eine Woche. Die Jahr für Jahr voll hängenden Bäume liefern in der Regel mehr, als sich frisch verzehren lässt. Halbiert, entsteint und bei minus 18 Grad tiefgekühlt, halten sich Zwetschgen jedoch gut ein Jahr.

Zwetschgen reife Früchte am Baum
Zwetschgen reife Früchte am Baum ©GartenFlora

Zwetschgenbäume pflegen

Die laufende Pflege beschränkt sich im Wesentlichen auf das Düngen und Schneiden. Daher ist eine jährliche Gabe von etwa vier Liter Kompost sowie 100 bis 140 Gramm Hornmehl ratsam. Gegen Ende März auf der Baumscheibe verteilt und leicht eingeharkt, erhält die Zwetschge einen kräftigen, aber mäßigen Wuchs. Stellen Sie vor allem während des Fruchtwachstums eine ausgewogene Wasserversorgung sicher.

Ein regelmäßiger Baumschnitt im Frühjahr vor der Blüte sorgt für eine lockere und lichte Krone. Schaderreger haben es dann schwerer, sich dort einzunisten. Viele neuere Sorten sind weitestgehend resistent oder tolerant gegenüber Pilz- und Viruskrankheiten. Ihre örtliche Baumschule berät Sie, welche Sorten auf welchen Unterlagen in Ihrer Gegend gedeihen.

Zwetschgen Befruchtung

An Ihrem Zwetschgenbaum öffnen sich gegen Ende April Tausende weißer Blüten, sie setzt aber keine oder zu wenig Früchte an? Dann fehlt bestimmt der geeignete Befruchter. Wer nur Platz für einen Baum hat, pflanzt daher besser eine selbstfruchtbare Sorte, wie ‘Ortenauer’ oder ‘Hauszwetschge’. Stehen im Nachbargarten jedoch Bäume unterschiedlicher Pflaumensorten, ist die gegenseitige Befruchtung in aller Regel gesichert und die Zwetschgen Erntezeit kann losgehen.

Robuste Sorten in der Zwetschgen Erntezeit

Die altbewährte ‘Hauszwetschge’ wird wegen ihres ausgesprochen würzigen Aromas auch heute noch gern gepflanzt. Es gibt jedoch neuere, weniger krankheitsanfällige Sorten wie die scharkaresistente, reichtragende und selbstfruchtbare Sorte ‘Jojo’. Ein weiteres Plus dieser Sorte: Ihre Früchte sind größer. Die mittelfrüh tragende und ebenfalls selbstfruchtbare ‘Hanita’ mit mittelgroßen Früchten kann zwar vom Scharkavirus infiziert werden, ist aber tolerant: Auch wenn’s einen Baum erwischt hat, leiden die Früchte nicht unter den typischen Symptomen wie Pocken auf der Schale oder gummiartigem, ungenießbarem Fruchtfleisch.

So werden Zwetschgen geschnitten

Wie beim Apfelbaum halten Sie die Kronen luftig und lassen Sie das Fruchtholz nicht zu alt werden. So bleibt Ihr Baum immer im Wuchs, die Früchte erhalten mehr Licht, und Schaderreger haben es schwer, sich zu halten. Die besten Früchte entwickeln sich an kurzen Seitentrieben des zwei- und dreijährigen Holzes. Beim Winterschnitt nehmen Sie daher ältere und starke sowie sehr steile Triebe zugunsten schwächerer und flacher stehender einjähriger Triebe heraus. Die blühen zwar vor der Zwetschgen Erntezeit zunächst nicht, bilden aber bald neues Fruchtholz.

Sorten in der Zwetschgen Erntezeit

Neben der alten und immer noch beliebten ‘Hauszwetschge’ halten Baumschulen etwa 25 Zwetschgen-Sorten bereit. Wer große Früchte schätzt, wählt vielleicht ‘Auerbacher’ oder ‘Tegera’. Als resistent gegen die unheibare Viruskrankheit Scharka gilt zum Beispiel ‘Jojo’. In der Tabelle haben wir einige Infos zu diesen und anderen guten Zwetschgensorten zusammengetragen. (Auswahl in der Reihenfolge der Reifezeit)

Sorte
Reifezeit Eigenschaften
KatinkaE VII–A VIIIselbstfruchtbar, hoher, regelmäßiger Ertrag,
kleine Früchte,
Aroma ähnlich Hauszwetschge
TegeraE VII–A VIIIselbstfruchtbar, regelmäßiger Ertrag,
mittelgroße Früchte,
würzig aromatisch, süß-säuerlich
Bühler FrühzwetschgeE VII–E VIIselbstfruchtbar, sehr hoher Ertrag,
mittelgroße Früchte, leicht säuerlich,
aromatisch
Wangenheims FrühzwetschgeE VII–E VIIselbstfruchtbar, hoher Ertrag,
geringe Ansprüche an Boden und Klima,
ähnlich Hauszwetschge
Zimmers FrühzwetschgeE VII–E VIInicht selbstfruchtbar, hoher Ertrag,
große Früchte mit würzig-säuerlich-süßem
Aroma
TopfiveA VIII–M VIIIteilweise selbstfruchtbar, früher und
hoher Ertrag, harmonisches Aroma
Cacaks BesteM VIII–E VIIInicht selbstfruchtbar, mittlerer bis hoher
Ertrag, große Früchte,
reift in kühlen Lagen nicht aus
FelsinaM VIII–E VIIIselbstfruchtbar, mittlerer bis hoher
Ertrag, mittelgroß, für kühlere Lagen,
harmonisches Aroma
HanitaM VIII–M IXselbstfruchtbar, trägt gut und regelmäßig,
mittelgroße Früchte, gutes Aroma
AuerbacherE VIII–A IXselbstfruchtbar, früher, hoher Ertrag,
alternierend, mittelgroße Früchte,
süß-säuerlich, saftig
JojoA IX–E IXselbstfruchtbar,
hoher bis sehr hoher Ertrag,
große Früchte mit festem, saftigem Fleisch
HauszwetschgeM IX–E IXselbstfruchtbar, hoher Ertrag,
kleine Früchte,
sehr gutes würzig-süß-saures Aroma
HaromaM IX–A Xnicht selbstfruchtbar, hoher und
regelmäßiger Ertrag, mittelgroße Früchte,
saftig aromatisch
PresentaE IX–M Xselbstfruchtbar, hoher Ertrag,
mittelgroße bis große Früchte,
weniger Säure als Hauszwetschge