Sternstunden: Astern

Themen: Astern
Aster Coombe Fishacre

Aster ‘Coombe Fishacre’, eine moderne Hybrid-Sorte. Sie entstand in England aus der Kreuzung von Waagerechter Aster mit einer Glattblatt-Aster.

Beinahe hätte mich der Ärger über die Müllerburschen, so nannte der legendäre Staudenzüchter Karl Foerster die besonders mehltauanfälligen Stauden, um den unglaublichen Sternenzauber gebracht, den die Astern in dieser Jahreszeit rauschhaft entfalten. Nein, man muss schon differenzieren. Wer noch immer die alten, wackeligen Sorten der Glattblatt- Astern hegt, die spätestens ab der ersten trockenen Sommerperiode mit weiß bemehlten Blättern vor sich hin kümmern, ist selbst Schuld. Gute Astern gibt es nämlich mehr als genug. Suchen wir uns doch aus den mehr als fünfhundert bekannten Arten die passenden für den Garten heraus! Keine Sorge, so schwierig ist das dann wieder nicht, denn die Staudengärtner haben bereits vorsortiert. Mittlerweile bieten sie eine große Zahl von vor langer Zeit schon einmal populären Wildarten und neue Prachtsorten an. Von den eingangs geschmähten großblütigen Glattblatt-Astern (Aster novi-belgii) und den recht ähnlichen Raublatt-Astern (Aster novae-angliae) allein wären es etwa zwei Dutzend richtig gute Sorten Wert, wieder häufiger gepflanzt zu werden. Beide Astern-Gruppen werden, schon wegen der großen Bekanntheit, als die klassischen Herbst-Astern angesehen. Und wenn auch derzeit die kleinblütigen Wildarten und deren Abkömmlinge den großblumigen den Rang anscheinend ablaufen, meine hübsche Glattblatt-Aster ‘Rosenquarz’ mit den etwas zotteligen Blüten in silbrigem Rosa darf bleiben! Als Spitzensorten gelten auch ‘Rosa Perle’, ‘Blütenmeer’ (hellviolett, nur 60 cm hoch), ‘Schöne von Dietlikon’ und ‘Dauerblau’ (beide blauviolett, 130 cm) und ‘Karminkuppel’ (purpurviolett, 100 cm).

» Schlussakkord im Gartenjahr: Winterastern

KissenasternSchnell sind auch einige gute Sorten der Neuengland-Aster oder Raublatt-Aster gefunden: ‘Alma Pötschke’, mit den leuchtend rosa, fast pinkfarbenen Blüten ein echter Knaller, sicher Geschmackssache. Etwas dezenter und ebenfalls gut sind ‘Barr’s Pink’ und ‘Rosa Sieger’. Ergänzung in Blauviolett: ‘Violetta’ und ‘Barr’s Blue’. Eine der wenigen guten Sorten in Reinweiß ist ‘Herbstschnee’, sie wächst 140 cm hoch und ist übrigens die einzige von den Raublättern, die in meinen Garten Einlass fand. An trüben Tagen nämlich schließen sich die Blüten dieser Astern-Gruppe gleich wieder, das nehme ich ihnen übel. Andererseits bekommen sie so gut wie nie Mehltau, sind robust und langlebig.

Doch man hüte sich bei den Astern ohnehin vor der Sammelleidenschaft, wenn der Garten nicht mindestens die Größe eines Fußballfeldes hat. Es ist besser, sich einige Juwelen zu sichern, diese aber großzügig einzusetzen. Einige Kleinblütige dürfen nicht fehlen. Sie lockern ein Herbstbeet aufs Schönste auf und werfen verspielten Charme in die Waagschale, helfen den schweren Blüten der Dahlien und dem etwas steifen Auftritt großblumiger Herbst-Astern auf die Sprünge. Zum Lob der Myrtenaster, auch als Septemberkraut bekannt, muss nicht viel gesagt werden: Viele kleine Blüten in Weiß, zart Lila oder Rosa, zu Sternenwolken geballt, sprechen für sich. Leider haben die Pflanzen zur Blütezeit im September schon gelbe Blätter im unteren Drittel. Niedrige Begleitstauden kaschieren diesen Mangel. Fast alle Astern lieben einen mildfeuchten Boden und einen sonnigen bis höchstens halbschattigen Standort im Garten. Die wenigen Ausnahmen zu kennen ist nützlich, wenn man Astern für den Waldgarten (Aster divaricatus und Aster ageratoides vertragen viel Schatten) oder für trockenen Boden sucht. Die weiße Wald-Aster (A. divaricatus), verträgt zum Schatten sogar die Trockenheit. Auch die Goldhaar-Aster, sie stammt aus den Steppen des Kaukasus, hält Trockenheit und Hitze aus. Eine wenig bekannte „Wilde“habe ich jüngst beim Besuch in einer Staudengärtnerei in mein Einkaufskörbchen gestellt: Aster turbinellus, die Prärie-Aster. „Mit violettblauen Blütchen, die wie Mückenschwärme über dem Beet wirken“, hatte ich gelesen. Sie soll Trockenheit gut vertragen, ist eine gute Insektenweide und wirft nur so mit Samen um sich … mal schauen.
Elke Pirsch

» Von Mai bis November: Mit Astern durch das Jahr

Verwirrspiel mit Namen oder Aster inkognito

SchönasterNoch mehr Astern? Gärtnereien mit großen Sortimenten bieten ihre Stauden meist alphabetisch nach botanischen Namen sortiert an. Weil die Aster mit dem ersten Buchstaben des Alphabetes beginnt, sind wir schnell bei den Pflanzen. Allerdings zwinkern uns die Sternchenblüten beim B, E oder K auch wieder zu. Was ist das denn? Es sind die nächsten Schwestern der Aster, und im deutschen Namen ist die Aster auch wieder mit im Spiel. Schauen wir uns um!
Die Schönaster (Bild) finden wir beim K. Es ist die Kalimeris incisa, ein aufgehender Stern am Asternhimmel. Sie blüht von Juni bis September und wird 70 bis 80 cm hoch. Das Foto zeigt die Sorte ‘Madiva’. Die Feinstrahl-Aster ist beim Buchstaben E, wie Erigeron, zu finden. Sie passt in die Blühlücke zwischen den Frühlings-Astern und den Sommerblühern.
Die Feinstrahl-Aster ist recht populär. In Gärtnereien gibt es vitale, anpassungsfähige Sorten, die fast alle im Herbst ein zweites Mal blühen. Das beliebte Spanische Gänseblümchen hört übrigens auch auf den Namen Erigeron.
Die Sternwolkenaster lebt tatsächlich noch ganz inkognito. Boltonia asteroides ‘Snowbank’, eine reichblütige und standfeste Sorte von 100 bis 130 cm Wuchshöhe, wird als einzige Sorte häufiger angeboten. Die Präriestaude mag es eher frisch-feucht.

Nicht nur ihre späte Blütezeit, auch ihre außergewöhnliche Erscheinung macht sie wertvoll:
Myrtenaster (Aster ericoides) mit den Sorten ‘Yvette Richardson’, ‘Schneetanne’ und ‘Henriette’
Aster cordifolius, eine blaublühende Myrtenaster, aber mit herzförmigen Blättern
Aster lateriflorus mit den Sorten ‘Buck’s Fizz’, ‘Horizontalis’ und ‘Lady in Black’
Aster maackii, die Kurilenaster, ist besonders gesund und widerstandsfähig
Aster pansus , ‘Snowflurry’, die einzige bodendeckende Aster, im Oktober weiß blühend
Aster radula, sehr gesund, bildet Bestände
Aster turbinellus besitzt einen ansprechenden, lockeren Habitus
Aster ‘Treffpunkt’ ist eine sehr schöne Hybride zwischen einer Glattblatt-Aster (A. novi-belgii) und Aster cordifolius.

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