[Foto: AdobeStock_Karepa]

Voraussichtliche Lesedauer:  10 Minuten

Plätzchen backen: Ausrollen, ausstechen, ab in den Ofen!

Von GartenFlora

Gebäck-Rezepte gibt es zur Weihnachtszeit in Hülle und Fülle. Doch es geht nichts über das klassische Ausstechen von Butterplätzchen und Lebkuchenplätzchen! Und wer danach noch Kapazitäten hat, der kann sich an leckeren Schokoflorentinern probieren.

Plätzchen backen: Jedes Jahr aufs Neue schön

Wer Plätzchen backen möchte und sich entschieden hat, welche Exemplare es dieses Jahr auf den Keksteller schaffen sollen, der steht auch vor der Frage, welches Mehl sich für Plätzchen am besten eignet. Laut der Bundeszentrale für Ernährung sollte in den meisten Fällen Weizenmehl vom Typ 405 das Mehl der Wahl sein.

Das hat den einfachen Grund, dass sich dieser Mehltyp leichter verarbeiten lässt und mehr Flüssigkeit aufnimmt. Hinzu kommt, dass Mehltyp 405 die besten Klebeeigenschaften hat und sich der Teig somit problemlos ausrollen und formen lässt.

Weihnachtsplaetzchen werden ausgerollt und ausgestochen [Foto: AdobeStock_Matttilda]
Mit Weizenmehl vom Typ 405 können Sie problemlos Butterplätzchen backen. [Foto: AdobeStock_Matttilda]

Übrigens: Die Zahl des jeweiligen Mehltyps gibt an, wie viel Milligramm Mineralstoffe pro 100 Gramm Mehl enthalten sind. Beim Weizenmehltyp 405 sind also pro 100 Gramm insgesamt 405 Milligramm Mineralstoffe enthalten.

Ihren Ursprung haben Plätzchen wahrscheinlich im Mittelalter. Dort bereiteten sich Nonnen und Mönche auf die Weihnachtszeit vor, indem sie für die damaligen Zeiten ausgefallenes Gebäck zubereiteten, denn das Backen mit Gewürzen war damals eine Seltenheit. Besonders schön an dieser Tradition war, dass die Klöster die Backwaren später an die Armen verteilten.

Wann ist die beste Zeit zum Plätzchen backen?

Wann es genau Zeit ist, mit dem Plätzchenbacken zu beginnen, variiert je nach Plätzchenrezept. Allerdings lässt sich als grobe Faustregel festhalten, dass kurz vor dem ersten Advent ein guter Zeitpunkt ist, zu starten.

Gebäck und Plätzchen wie Pralinen oder Konfekt sollten Sie erst eine Woche vor Weihnachten zubereiten. Sie halten sich nicht so lange und schmecken frisch am besten. Mit den Lebkuchenplätzchen können Sie allerdings schon sechs Wochen vor Weihnachten starten.

Schokocrossies nach dem selber machen in Blechdose [Foto: AdobeStock_Shaiith]
Blechdosen eignen sich wunderbar, um Plätzchen frisch zu halten. [Foto: AdobeStock_Shaiith]

Und wie bleiben Plätzchen saftig? Bestimmt kennen Sie die gute alte Blechdose. In ihr lagern Plätzchen nach dem Backen gut konserviert und bleiben lange frisch. Außerdem können Sie die Leckerbissen darin gleich hübsch servieren. Die Dosen gibt es nämlich mit vielen weihnachtlichen Motiven und stimmungsvollen Mustern zu kaufen.

Weihnachtsplätzchen: 3 feine Rezepte

Wie gehen Sie beim Backen der Weihnachtsplätzchen vor? Kneten und verzieren Sie gerne gemütlich mit Freunden oder lieber alleine und meditativ bei weihnachtlicher Musik und Kaminfeuer? Für das gemeinsame Plätzchen backen mit Kindern eignet sich beispielsweise ein einfaches Grundrezept für Butterplätzchen. Die fertigen Kreationen werden nach dem Backen mit vielen bunten Perlen, Farben und Schokolade verziert.

Mit Freunden können Sie Lebkuchenplätzchen zum Ausstechen backen. Die Gewürze lassen es im ganzen Haus wunderbar duften, während Formgebung und Garnierung genügend Raum für kreative Einzelstücke bieten.

Wer alleine etwas vorweihnachtliche Freude haben möchte, kann sich ja mal an Florentinern versuchen. Die delikaten Plätzchen backen nicht. Sie werden ganz ohne Ofenrohr zubereitet. Bei der Wahl der Zutaten machen Sie außerdem auch Naschkatzen eine Freude, die kein Mehl vertragen, denn darauf verzichten die feinen Kekse aus Mandeln, Butter und Schokolade vollständig.

Aber legen wir los! Sie entscheiden sich für das passende Rezept und wir liefern die Anleitung. Vielleicht probieren Sie ja sogar gleich alle drei Rezepte für die Keksdose. Wir wünschen Ihnen viel Spaß!

Bei welcher Temperatur backt man Plätzchen?

Wenn Sie zum Plätzchen backen Rezepte für klassisches Ausstechgebäck durchforsten, finden Sie meistens die Angaben 180 Grad Ober- und Unterhitze oder 160 Grad Umluft. Im Gasofen lässt sich das am ehesten mit den Stufen 2 oder 3 vergleichen. Die angegebenen Werte sollten dabei immer nur Richtwerte sein, denn nicht jeder Ofen erreicht die eingestellte Temperatur. Backen Sie immer eine Lage zur Probe, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, und heizen Sie den Ofen am besten vor. Wie lange Plätzchen backen müssen, um nicht zu hart zu geraten oder gar zu verbrennen, und ob die Angaben im Rezept reguliert werden müssen, lernen Sie so am besten.

Und backt man Plätzchen mit Ober- und Unterhitze oder Umluft? Das kommt auf den Geschmack und die anschließende Verwendung des Gebäcks an. Plätzchen, die keine Feuchtigkeit enthalten müssen oder sollen, wie beispielsweise solche, die Sie als Weihnachtsschmuck nutzen möchten, können mit der Umluft-Funktion gebacken werden. Damit die Plätzchen außen knusprig und innen noch etwas weich und saftig bleiben, sollten Sie Ober- und Unterhitze verwenden. Arbeiten Sie aber auf keinen Fall nur mit Ober- oder Unterhitze, denn dann backen die Kekse ungleichmäßig.

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1) Plätzchen backen mit Kindern: Klassiker Butterplätzchen

Dieser Plätzchen-Klassiker lässt sich wunderbar in der Gruppe und ganz hervorragend mit Kindern herstellen. Der einfache Plätzchenteig aus Butter, Zucker und Mehl kann nämlich niemanden aus der Ruhe bringen und gelingt fast immer.

Lustige Ausstechformen sorgen für Abwechslung beim Backen des Butterplätzchen-Rezepts. Anschließend kann das fertige Gebäck individuell verziert werden.

Zuckerperlen oder -guss, Schokolade, Krokant, Nüsse und vieles mehr verleihen den Sternschnuppen, Nikoläusen und Tannenbäumen einen besonderen Touch. Kinder können sich hier fabelhaft austoben und ihre Fantasie spielen lassen.

Haende, die Plaetzchen ausstechen und anschließend backen [Foto: AdobeStock_Karepa]
Tannenbäume, Sterne und mehr – mit verschiedenen Formen wird es abwechslungsreich. [Foto: AdobeStock_Karepa]

Zutaten für die Weihnachtsplätzchen

  • 125 g Butter (gekühlt)
  • 200 g Weizenmehl (Typ 405) oder Dinkelmehl (Typ 630)
  • 100 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Ei
  • Mehl (zum Bestäuben der Arbeitsplatte)
  • Zitronensaft
  • Puderzucker
  • Zuckerdekor

Plätzchen backen: Zubereitung

  1. Butter, Mehl, Zucker, Vanillezucker und das Ei zu einem gleichmäßigen Teig verkneten und anschließend für ungefähr 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
  2. In der Zwischenzeit wird der Ofen auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) vorgeheizt und ein Blech mit Backpapier ausgelegt. 
  3. Bemehlen Sie die Arbeitsfläche und rollen Sie den Teig etwa einen halben Zentimeter dick aus.
  4. Stechen Sie mit den Ausstechformen Ihrer Wahl den Teig aus.
  5. Die Formen mit etwas Abstand auf dem Backblech verteilen und im vorgeheizten Ofen für etwa 7 bis 10 Minuten backen.
  6. Anschließend vollständig auskühlen lassen.
  7. Jetzt geht es an die Verzierung mit Zuckerguss: Dafür wird nun der Puderzucker mit dem Zitronensaft verrührt. Verteilen Sie den Guss mit einem Teelöffel sorgfältig auf den Plätzchen
  8. Zum Schluss können Sie Ihre Plätzchen mit buntem Zuckerdekor verzieren.

Tipp: Je nach Ofen kann die Backzeit variieren. Wenn Sie die Butterplätzchen backen, sind sie zunächst noch sehr heiß und dadurch weich. Sie erhärten erst, wenn sie vollständig auskühlen.

2) Lebkuchenplätzchen: Würziger Genuss in der Weihnachtszeit

Kaum ein Gebäck wirkt weihnachtlicher: Lebkuchen-Plätzchen sind ein optisches und kulinarisches Highlight auf dem Teller. Zudem sind sie schnell gebacken. Mit ein paar Ausstechformen, wie zum Beispiel Tannenbäumen und Lebkuchenfrauen oder -männern, sowie hellem Zuckerguss lassen sich Figuren gestalten, die sogar als Weihnachtsbaumschmuck viel hermachen. Weiter unten haben wir ein kleines Eiweiß-Zuckerguss-Rezept für Sie. Wenn es schnell gehen muss, eigentlich sich aber auch ein Guss aus der Tube.

Aufgepasst: Der Teig muss mindestens zwei Stunden ruhen!

Lebkuchenteig mit Schokoglasur – gelingt beim Plaetzchen backen auch Kindern [Foto: AdobeStock_emmi]
Mit etwas Schokolade, Zuckerguss und roten Schokopastillen entstehen niedliche Rentiere. [Foto: AdobeStock_emmi]

Zutaten für die Weihnachtsplätzchen

  • 500 g Mehl
  • 250 g Honig
  • 120 g brauner Zucker
  • 80 g Butter
  • 1 Ei
  • 2 TL Lebkuchengewürz
  • 1 EL Kakaopulver (entölt)
  • 1 EL Pottasche
  • 2 EL Wasser
  • Zuckerguss (aus der Tube oder selbst gemacht)
  • Mehl (zum Bestäuben der Arbeitsfläche)

Zubereitung: Lebkuchen Plätzchen zum Ausstechen

  1. Honig mit dem braunen Zucker über einem Wasserbad verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat.
  2. Die abgekühlte Masse wird zusammen mit der Butter in eine Rührschüssel gegeben und vorsichtig verrührt.
  3. Nun das Mehl mit dem Lebkuchengewürz und dem Kakaopulver vermischen und sorgfältig in den Teig sieben. Das Ei hineinschlagen und alles ordentlich verrühren.
  4. In einer weiteren Schüssel Pottasche und Wasser verrühren und zum Teig geben. 
  5. Den Teig auf einem großen Stück Frischhaltefolie verteilen, einschlagen und für mindestens zwei Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
  6. Nach der Ruhezeit den Ofen auf 180 Grad (Umluft: 160 Grad) vorheizen.
  7. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsplatte circa einen halben Zentimeter dick ausrollen und mit dem Ausstechen beginnen.
  8. Die ausgestochenen Plätzchen anschließend mit etwas Abstand auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und im vorgeheizten Ofen etwa 10 Minuten bei 200 Grad (Umluft: 180 Grad) backen.
  9. Sind die Lebkuchen-Plätzchen ausgekühlt, können sie mit Zuckerguss dekoriert werden. 
Weihnachtsplaetzchen – nach dem Plätzchen backen wird mit Eiweiß-Zuckerguss verziert [Foto: AdobeStock_Sonyachny]
Wahre Kunstwerke: Zuckerguss-Verzierungen machen die Plätzchen zu festlichen Hinguckern. [Foto: AdobeStock_Sonyachny]

Eiweiß-Zuckerguss selber machen

Wer möchte, kann seine Plätzchen auch mit einem selbst gemachten Guss aus Eiweiß und Puderzucker verzieren. Mischen Sie dazu 1 Eiweiß mit 1 Spritzer Zitronensaft und schlagen Sie es steif. Nun werden mit dem Handmixer bei niedriger Stufe etwa 250 g Puderzucker untergerührt, bis der Eischnee zu glänzen beginnt und der Schneebesen sogenannte Spitzen zieht. Mit einem Spritzbeutel und einer dünnen Tülle lässt sich der Guss nun wunderbar auf die Plätzchen aufbringen.

3) Rezept für Schokoflorentiner: Köstlichkeit ohne Mehl

In Schokoflorentiner gehört kein Mehl, was sie besonders interessant macht für Menschen mit einer Glutenintoleranz oder Zöliakie. Außerdem sind Schokoflorentiner sowohl für Backanfänger als auch für Backerfahrene die richtige Wahl in der Vorweihnachtszeit. Das Grundrezept ist simpel und schnell umsetzbar. Die Profis unter den Bäckerinnen und Bäckern können bei den Schokoflorentinern kreativ werden und das Gebäck durch weitere Zutaten ergänzen.

Florentiner sind aber nicht nur in der Adventszeit ein Hochgenuss, sie können das ganze Jahr über zubereitet werden und dabei stark variieren. Mal verzücken sie klassisch mit kandierten Früchten, aber auch mit einem Bad in weißer anstatt in Zartbitterschokolade oder sie kommen mit Karamell und einer Prise Zimt daher. Sogar Gewürze wie die delikate Tonkabohne schmecken verführerisch inmitten der krossen Mandeln.

Um Ihrer Fantasie nicht zu viel vorwegzunehmen, bleiben wir hier aber bei der klassischen Zubereitungsweise. Aber bitte scheuen Sie sich nicht, die Zutaten in Ihren Florentinern nach Bedarf auszutauschen!

Florentiner liegen auf Pralinengitter Foto: AdobeStock_Marcin Jucha
Nussige mit Butter und Honig ummantelte Mandeln und Zartbitterschokolade: Florentiner sind zum Dahinschmelzen. [Foto: AdobeStock_Marcin Jucha]

Zutaten für die Weihnachtsplätzchen

  • 50 g Butter
  • 50 g Zucker
  • 100 ml Schlagsahne
  • 80 g Honig
  • 1 Pck Vanillezucker
  • 100 g Mandeln (gehobelt)
  • 100 g Mandeln (gesplittert)
  • 150 g Zartbitterschokolade
  • 1 Tonkabohne (nach Bedarf)

Zubereitung der Schokoflorentiner

  1. Zuerst ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Backofen auf 180 Grad Celsius (Umluft: etwa 160 Grad Celsius) vorheizen.
  2. In einem Topf bei mittlerer Hitze (Stufe 3) Butter, Zucker, Vanillezucker und Honig schmelzen und dabei unter aufmerksamem Rühren leicht karamellisieren. 
  3. Bevor der Sirup zu braun wird, die Sahne hinzufügen und alles so lange weiter miteinander vermischen, bis der Zucker sich komplett aufgelöst hat. 
  4. Die Mandeln (gehobelt und gesplittert) anschließend untermischen und alles bei schwacher Hitze für weitere 5 Minuten einköcheln lassen.
  5. Sobald die Honig-Mandel-Masse gebunden ist, können Sie jeweils einen knappen Teelöffel der Masse auf das Backblech geben und vorsichtig flach drücken. 
  6. Ist das Blech komplett belegt, können Sie die Florentiner backen, bis ihre Oberfläche goldbraun ist. Aber Vorsicht: Ab einer gewissen Temperatur verbrennen die Plätzchen recht schnell!
  7. Die noch weichen Florentiner nach dem Backen für circa 5 Minuten abkühlen lassen. Danach werden sie am besten vom heißen Rost gehoben und mitsamt dem Backpapier auf ein Kuchengitter gelegt, um dort vollständig zu erkalten.
  8. In der Zwischenzeit die Schokolade grob hacken und langsam im Wasserbad schmelzen.
  9. Tauchen Sie die Florentiner jeweils mit einer Gabel vorsichtig in die Schokolade und legen sie anschließend wieder auf dem Backpapier ab. Die Florentiner sind fertig, sobald die Schokolade ausgehärtet ist. Guten Appetit!

Bestimmt ist Ihnen die Tonkabohne in den Zutaten aufgefallen. Wer seinen Florentinern einen gewissen Twist verpassen möchte, darf die Honig-Mandel-Masse mit der aromatischen Bohne würzen. Einfach eine Prise bei Schritt 4 hinein raspeln. Sie können die Tonkabohne natürlich auch durch eine Vanilleschote oder etwas Zimt ersetzen – eben ganz nach Belieben.

Wenn Sie nach diesen drei Rezepten noch Lust auf Süßigkeiten haben, probieren Sie sich doch mal an unseren gebrannten Mandeln.

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