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Pflanzen umtopfen in 8 Schritten

Etwa alle zwei Jahre sollte man Pflanzen umtopfen. Ist das Gewächs jung und wuchsfreudig, benötigt es nach einiger Zeit mehr Volumen und neue Nährstoffe – die richtige Größe des neuen Pflanzgefäßes ist dabei entscheidend. Aber nicht immer muss man sich vom dekorativen Lieblingstopf trennen. Hier kommen die besten Tipps für eine prächtige Entwicklung Ihrer Zimmerpflanzen.

Wann muss ich meine Pflanzen umtopfen?

Eine üppige Zimmerpflanze hat gesunde, kräftige Wurzeln. Nach und nach füllen diese den Topf so weit aus, dass am Ende nur noch wenig Erde zur Verfügung steht. Dann ist die Zeit für ein Umtopfen gekommen. Sehr günstig ist dafür das Frühjahr. Denn sobald die Sonne sich wieder länger blicken lässt, sprießen viele neue Triebe und der Nährstoffbedarf ist entsprechend groß.

Vor allem Jungpflanzen haben einen starken Ausbreitungsdrang und sollten öfter ein größeres Gefäß erhalten. Älteren Gewächsen kann man nach einiger Zeit einfach ein neues Substrat spendieren.

Das Wachstum der Pflanzen ist über die Wurzeln steuerbar. Hoch hinauswachsende Vertreter, zum Beispiel die Australische Kastanie, können klein gehalten werden, indem man das Topfvolumen nicht erhöht. Muss die Erde dringend ausgetauscht werden, ist es möglich, den Wurzelballen einfach etwas zu verkleinern. So schafft man Platz für das neue Pflanzsubstrat, und der Lieblingstopf kann weiterverwendet werden.

Bei diesen Anzeichen sollten Sie handeln:

  • Aus dem Abzugsloch am Topfboden ragt ein längeres Wurzelgeflecht heraus.
  • Die Pflanze schiebt sich durch den Wurzeldruck bereits aus dem Topf.
  • Der Schwerpunkt von Topf und Pflanze hat sich verlagert – es herrscht akute Kippgefahr.
  • Die Topferde trocknet schneller als gewöhnlich aus – die Pflanze lässt nach kurzer Zeit die Blätter hängen.
  • Das Gießwasser wird von der Erde nicht mehr aufgenommen und rinnt einfach durch.
  • Unpassende Proportionen: Die Pflanze zeigt im Vergleich zu den Wurzeln sehr viel Blattmasse.

Pflanzen umtopfen: Benötigte Materialien

Ein neuer Topf

Nicht zu groß und nicht zu klein: Zwischen Wurzelballen und Topfrand sollten künftig zwei bis drei Zentimeter liegen. Pflanzt man ein kleines Gewächs in einen übergroßen Topf, droht Staunässe, die zum Faulen der Wurzeln führen kann.

Achten Sie auf ein vorhandenes Abzugsloch, denn sonst kann stehendes Wasser im Topf das Todesurteil für die Pflanze bedeuten.

Ein Topf aus Ton ist luft- und wasserdurchlässig, so dass der Wurzelballen nicht so schnell vernässt. Durch sein Eigengewicht verhindert er, dass die Pflanze schnell umkippt. Aber auch ein Plastikgefäß erfüllt natürlich seinen Zweck. An sonnenexponierten Standorten sollte man allerdings bedenken, dass ein schwarzer Kunststoff sich stark erwärmen kann, was den Pflanzen unter Umständen nicht gut bekommt.

Ein Übertopf sieht zwar schön aus, kann jedoch ebenfalls Wurzelfäulnis hervorrufen. Wenn Sie partout nicht auf einen Übertopf verzichten möchten, sollte dieser recht groß dimensioniert sein. So kann man Wasseransammlungen am Boden schnell erkennen und beseitigen.

Neue Pflanzerde

Die meisten Pflanzen geben sich mit einer hochwertigen Universalerde zufrieden. Diese ist in der Regel mit einem Nährstoffdepot versehen, so dass die Düngung in der Folgezeit etwa sechs bis acht Wochen ausfallen kann. Manchmal sollte es aber eine Spezialerde sein: Kakteen und einige Küchenkräuter wie der Thymian lieben ein eher sandiges, mageres Substrat. Die Zimmerazalee freut sich hingegen über einen sauren Boden.

  • Für ein sauberes Arbeiten: Umtopfplane oder Wachstuch-Tischdecke als Unterlage, Pflanzschaufel
  • Für das Abzugsloch: Tonscherben oder Küchenpapier
  • Für die Drainageschicht: Blähton oder Kiesel
  • Für das Entfernen von Pflanzenteilen: Schere oder scharfes Messer
  • Für unversehrte Fingernägel oder den Schutz vor giftigem Pflanzensaft: Handschuhe

Bei Kalkausblühungen an Tontöpfen:

Legen Sie den Topf für ein paar Stunden in ein Gemisch aus Wasser und Essigessenz (oder Zitronensäure). Danach kann man die unschönen Stellen einfach wegschrubben.

Los geht’s: Pflanzen umtopfen in 8 Schritten

1. Durchdringend gießen

Wenn Sie einige Stunden vor der geplanten Aktion wässern, gleitet die Pflanze leichter aus dem Topf und der Wurzelballen bleibt dabei kompakt.

2. Gewächs vom Topf befreien

Stützen Sie die oberirdische Pflanze mit einer Hand und klopfen Sie auf den Topf. Geht nichts voran, können Sie ein Messer verwenden, um die Pflanze vom Topf zu trennen. In einem besonders hartnäckigen Fall kann ein alter Tontopf auch geopfert werden, indem Sie ihn mit dem Hammer (umsichtig) zerschlagen und so den Wurzelballen befreien.

3. Abzugsloch bedecken

Ob mit einer Tonscherbe oder mit einem eingeschlagenen Küchenpapier am Topfgrund: So ist der Wasserabzug im neuen Pflanzgefäß gewährleistet und die Erde kann zudem nicht herausfallen.

4. Eine zusätzliche Drainage anlegen

Kies oder Blähton geben bei empfindlichen Pflanzen eine gute Drainageschicht ab und verhindern Staunässe im Topf. Profis decken diese noch mit einem Vlies ab, sodass die Hohlräume zwischen den Steinchen nicht mit Erde verstopft werden.

5. Eine Schicht Erde einfüllen

Damit die Wurzeln auch nach unten Platz zur Entfaltung haben, bereiten Sie der Pflanze ein Bett aus neuer Erde (je nach Topfhöhe ein paar Zentimeter dick).

6. Wurzeln begutachten und lockern

Entfernen Sie alle Wurzeln, die nicht gesund aussehen und außergewöhnlich lang sind. Ziehen Sie verfilzte Wurzeln mit den Fingern auseinander oder schneiden Sie nach Bedarf Teile davon ab. An den Seiten und unten kann der Ballen etwas aufgeraut werden. Das erleichtert das Anwurzeln. Wird der alte Topf erneut verwendet, kann man den Wurzelballen mit einem scharfen Messer rundherum um etwa zwei Zentimeter verkleinern.

7. Pflanze einsetzen

Stellen Sie die Pflanze mittig und aufrecht in das Gefäß. Dann fügen Sie Erde hinzu und drücken Sie diese so fest, dass keine Löcher entstehen. Wenden Sie dafür aber nicht zu viel Druck an, denn die Erde sollte nicht unnötig verdichtet werden. Auch ein beherztes Stoßen des Topfes auf einen Untergrund sorgt dafür, dass keine Hohlräume übrig bleiben. Sorgen Sie für einen 1 bis 2 Zentimeter hohen Gießrand zwischen Erde und Topfrand, so dass das Wasser gut versickern kann.

8. Pflanze gießen

Nun kann die Pflanze auf ihren wasserdichten Untersetzer oder in den Übertopf. Gießen Sie durchdringend mit handwarmen Wasser.

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