Amaryllis, Ritterstern -eine Winterliebe

Amaryllis – was für ein klangvoller Name! Wie gemacht für diesen prachtvollen Winterblüher. Und so halten Züchter und Händler und Gärtner gerne an ihm fest. Obwohl es sich eigentlich um den Ritterstern (Hippeastrum) handelt. Mit der richtigen Pflege blüht die Amaryllis auch im nächsten Jahr und wird sogar noch prächtiger. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Kaum eine Zimmerpflanze stellt sich den trüben Monaten derart wirkungsvoll und mit solch leuchtender Schönheit entgegen wie die Amaryllis (der Ritterstern). Der Blick ins Sortiment von Spezialbetrieben, wie dem niederländischen Blumenzwiebelversand Fluwel, begeistert. Unzählige Hybriden in Rot, Orange, Rosa, Apricot, Weiß oder Zartgelb, unifarben oder kontrastreich gezeichnet, einfach oder opulent gefüllt, stehen zur Wahl.

Wenn Sie die Zwiebelblume pflanzen, macht es Freude, die gesamte Entwicklung bis zur Blüte zu verfolgen. Natürlich ist es ebenfalls möglich, die Pflanze kurz vor der Blüte zu erwerben.

Weiße Amaryllis im Fenster
Amaryllis lieben Wärme und Sonnenschein. Sie sind daher für einen Platz auf der Fensterbank prädestiniert.

Das perfekte Timing: Antreiben der Zwiebeln

Zwiebeln des Rittersterns
Die Zwiebeln der Amaryllis

Je nach Temperatur und Entwicklungsstand der Zwiebel dauert es circa sechs bis acht Wochen bis zur Blüte. Wird sie also Anfang November oder etwas früher in die Erde gebracht, entfaltet sie zur Weihnachtszeit ihre imposanten Blütentrichter – zu einer Zeit also, in der man sich ganz besonders nach ein bisschen Glanz und Farbigkeit sehnt. Und genau das haben die exotischen Pflanzen aus Südamerika reichlich zu bieten.

Der passende Topf

Am besten wächst die Amaryllis in einem Topf heran, der nicht viel größer ist als die Blumenzwiebel. Es reichen 2,5 Zentimeter mehr im Durchmesser aus. Der Topfboden sollte über einen Wasserabzug und eine Drainageschicht, zum Beispiel aus Kieseln, verfügen. Die Zwiebeln sind nämlich sehr anfällig gegenüber Staunässe, faulen schnell und werden häufig von Virusinfektionen wie dem Roten Brenner befallen. Eine durchlässige Erde ist optimal – mischen Sie beim Gebrauch einer Universalerde ein wenig Sand unter.

Die richtige Pflanztiefe

Setzen Sie die Zwiebel so tief ein, dass mindestens noch ein Drittel aus der Erde ragt. Die Wurzeln sollten dabei nicht geknickt oder beschädigt werden. Nach dem Pflanzen wird die Erde gut angedrückt. Ideal ist ein Platz im Wohnzimmer, bei 20 bis 23 Grad Celsius – jedoch mit etwas Abstand zur Heizung. Gießen Sie zunächst sehr sparsam. Erst, wenn die Blütenstiele gut eine Handbreit hoch sind, brauchen die Pflanzen mehr Wasser. Dann freut sich die Pflanze auch über eine zweiwöchige Flüssigdüngung.

Der nackte Bodenrand kann mit Moos kaschiert werden. In diesem Fall sollte der Ritterstern aber nur von unten, über den Topfuntersetzer gegossen werden, da das Moos das Gießwasser an der Zwiebel halten würden.

Die Triebe des Rittersterns neigen sich stark zum Licht. Wenn Sie den Topf hin und wieder drehen, wächst der Blütenstiel gerade in die Höhe.

Alternative: Ritterstern in einem hohen Glas zum Blühen bringen

Amaryllis-Zwiebel im Glas
Foto: iStock/Robert Kirk

Die Zwiebeln lassen sich auch, ähnlich wie Hyazinthenzwiebeln, in speziellen, taillierten Glasvasen zum Blühen bringen. Wichtig ist, dass der Zwiebelboden keinen direkten Kontakt zum Wasser hat. Lediglich die Wurzeln wachsen hinein. 

„In den ersten Tagen kann sich das Wasser etwas verfärben. Wenn man es jedoch wechselt und die Wurzeln vorsichtig abspült, bleibt es danach klar“, rät Carlos van der Veek von Fluwel. Zur Weiterkultur sind diese Zwiebeln allerdings nicht geeignet.

Für eine längere Blütenfreude: Verschiedene Amaryllis-Zwiebeln in Etappen pflanzen

Wenn Sie Ihre Rittersterne gestaffelt antreiben – die letzten kommen Anfang März in frische Erde -, ergibt sich bis Ende Mai ein nicht enden wollendes Blütenspektakel in sämtlichen Rot- und Rosé-Tönen. Auch reinweiße (‘Christmas Gift’) und sogar grüne (‘Evergreen’) Sorten können darunter sein.

Amaryllis-Blüten in der Vase

Rittersterne sind hervorragende Schnittblumen, die sich – wenn sie im knospigen Zustand geschnitten werden, etwa zwei Wochen lang in der Vase halten. Um die Haltbarkeit zu fördern, kann die Schnittstelle mit Tesafilm umwickelt werden, so dass ein Aufrollen des Stielendes verhindert wird. 

Wechseln Sie das Wasser alle zwei Tage. Die Standfestigkeit der langen Stängel wird durch einen Steckigel (im Blumenfachhandel zu erwerben) gewährleistet. Auch dünne Bambusstäbe, die in die hohlen Stängel eingeführt werden, können für Halt sorgen.

Pflege nach der Blüte

Um die notwendige Energie für das nächste Jahr sammeln zu können, brauchen die Zwiebeln nach der Blüte weiterhin Sonnenlicht, Wasser und Dünger. Entfernen Sie die verwelkten Blüten rechtzeitig, denn die Samenbildung verbraucht unnötige Energie. Der Stängel oder Blütenschaft kann an der Pflanze verbleiben bis er dürr wird. Ab Mitte Mai kann die Pflanze auch an einem geschützten Platz im Garten oder auf dem Balkon stehen. In dieser Zeit können die Zwiebeln an Umfang zunehmen – etwa einen bis zwei Zentimeter. 

Amaryllis im Frühjahr umtopfen

Im Frühjahr, wenn die langen, schmalen Blätter sprießen, sollte die Amaryllis umgetopft und mit frischem Substrat versorgt werden, damit sie ausreichend Nährstoffe erhält. Carlos van der Veek weiß, wie man den unscheinbaren Zwiebeln die allerprächtigsten Blüten entlockt: „Im Grunde benötigen Sie nichts weiter als einen Blumentopf und gute Erde. Ich rate zu Tontöpfen, da sie im Vergleich zu solchen aus Kunststoff standfester sind und ein gutes Gegengewicht zu den großen und schweren Rittersternblüten bilden.” 

Für eine Ruhezeit im Herbst sorgen

Ab September sollte die Amaryllis nicht mehr gegossen werden. Die Düngung wird dann ganz eingestellt.

Stellen Sie den Topf an einen etwa 12 Grad kühlen Platz, zum Beispiel im Keller, wenn die Blätter schließlich nach etwa vier Wochen eingezogen sind. Vertrocknetes Laub wird vorher entfernt. Nach sechs bis acht Wochen Ruhe kann die Pflanze wieder zurück an einen wärmeren Platz und neu angetrieben werden. Zu diesem Zeitpunkt muss nicht zwingend umgetopft werden.

Amaryllis in hohen Gefäßen
Amaryllis in verschiedenen Blütenfarben

Die Echte Amaryllis schließt die Lücke

Und im August und September, wenn bei den Rittersternen gerade Flaute herrscht, bezaubert eine verwandte Gartenbewohnerin mit ihren duftenden, violetten Trichterblüten: Die Belladonnalilie, die als einzige Pflanze – ganz zu Recht – den Namen Echte Amaryllis trägt.

Zusammen mit den Rittersternen gehört die Belladonnalilie (Amaryllis Belladonna) der übergeordneten Familie der Amaryllisgewächse an.

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