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Astern pflanzen: Bewährte Arten und Sorten

Die Kleinen nach vorn bitte! Denn nicht alle Vertreter erreichen die imposanten Ausmaße von Herbstastern. Die Anzahl der Arten und Sorten ist bei den winterharten Korbblütlern überwältigend. Ob als hübscher Bodendecker oder strukturgebende Staude mit buschigem Wuchs – wir  stellen Ihnen die ganze Vielfalt der Astern mit ihren unterschiedlichen Blütezeiten vor.

Astern pflanzen – voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten

Mit Astern durch das Jahr

Astern entfalten im Garten einen unvergleichlichen Blütenzauber, und es gibt sie für jede Jahreszeit: Die ersten „Sternblumen“, wie die Korbblütler früher genannt wurden, öffnen ihre Blütenköpfchen bereits im Mai, andere starten hingegen erst im frühen Herbst so richtig durch.

Die Stauden sind beliebte Futterpflanzen von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen – ihre Blüten liefern wertvollen Pollen wie Nektar gleichermaßen. Der Ärger über die „Müllerburschen“ – so nannte der bekannte Staudenzüchter Karl Foerster die besonders mehltauanfälligen Gesellen – ist heutzutage längst verflogen. Während einige alte Sorten der Glattblatt-Astern tatsächlich ab der ersten Trockenheitsphase mit weiß bemehlten Blättern vor sich hin kümmerten, gibt es im Handel mittlerweile eine große Auswahl robuster Vertreter. Neben den Prachtsorten punkten auch kleinblütige Wildarten und ihre Abkömmlinge mit besonderen Vorzügen.

 Neue Klassifizierung von Astern

In der Pflanzenwissenschaft sorgen genetische Untersuchungen mitunter für Änderungen in der Systematik. Die Gattung Aster innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae) besteht nun hauptsächlich aus Arten der Alten Welt (Europa, Afrika und Asien). Beispielsweise werden Vertreter aus Nordamerika – dazu gehören Glattblatt-, Raublatt- und Kissen-Aster – jetzt der Gattung Symphyotrichum zugerechnet.  Allerdings nimmt man das im Zierpflanzenbereich nicht immer so genau – die alte Namensgebung ist noch vorherrschend.

1. Frühlingsastern

Die anspruchslose Alpenaster (Aster alpinus) kommt bereits im Mai zur Blüte. Sie trägt – im Gegensatz zu vielen anderen Asternarten – wunderschöne Einzelblüten in verschiedenen Farben. Da sich ihre Naturstandorte auf Felsmatten und Magerrasen befinden, fühlen sich die zahlreichen Gartensorten in einem nährstoffarmen Boden richtig wohl – daher werden auch Trockenmauern gerne besiedelt. In der ersten Beetreihe leuchtet die ‘Dunkle Schöne’ in hübschem Violett, während ‘Happy End’ mit rosafarbenen Blüten erstrahlt.

Die Frühsommer-Aster (Aster tongolensis) begeistert mit violetten Strahlenblüten mit orangegelber Mitte, die auf etwa 50 Zentimeter langen Stielen stehen. Der angenehm würzige Duft ist im Asternreich eher eine Seltenheit. Am passenden Standort erweist sie sich als langlebig und robust.

Aster tongolensis eignet sich auch hervorragend als Schnittblume.
Aster tongolensis eignet sich auch hervorragend als Schnittblume. Foto: AdobeStock_Iva

2. Sommerastern

Im Juni haben die Feinstrahl-Astern ihren großen Auftritt. Obwohl sie botanisch Erigeron heißen, verzaubern sie mit asternähnlichen Blüten. Die Pflanzen blühen üppig und zeigen einen horstigen Wuchs.

Der Juli wartet mit einer Besonderheit auf: Die aus Europa und Nordafrika stammende Goldhaar-Aster trägt ihre Blütenköpfchen in dichten Trauben. Aster linosyris (Galatella linosyris) ist die einzige gelb blühende Art im Reigen. Sie wird etwa 50 Zentimeter hoch. Das nadelartige Laub an langen Stängeln liefert auch vor und nach der Blütezeit einen schönen Anblick.

Von August bis September sorgen hübsche Kreuzungen für Romantik im Sommerbeet: Die Sommeraster (Aster x frikartii) blüht wochenlang an reich verzweigten Stielen. Sie ist eine grazile Rabattenstaude, die mit Sonnenbraut und Flammenblume harmoniert. Die Sorte ‘Mönch‘ bildet blauviolette Blüten, die einen angenehmen Duft verströmen.

Übrigens erscheinen in dieser Zeit auch die verschiedenen Sorten der einjährigen Sommerastern (Callistephus chinensis) auf der Gartenbühne!

Die goldgelben Blüten der Goldhaar-Aster zeigen sich ab August.
Die goldgelben Blüten der Goldhaar-Aster zeigen sich ab August. Foto: AdobeStock_Flower_Garden

3. Herbstastern & Co.

Im Spätsommer nehmen die Großen richtig Fahrt auf. Mit ihrer recht späten Blütezeit von August bis Oktober sind die herbstblühenden Arten ein wichtiger Bestandteil im insektenfreundlichen Garten.

Die hohen Glattblatt-Astern (Aster novi-belgii, auch als Symphyotrichum novi-belgii im Handel) und die im Wuchs ähnlichen Raublatt-Astern (Aster novae-angliae, S. novae-angliae) gelten als die klassischen Herbstastern. Sie warten mit stattlichen Wuchshöhen von bis zu 150 Zentimetern auf. Aber auch die kompakt bleibenden Kissen-Astern (Aster dumosus, S. dumosus) zählen zu der Gruppe. Sie werden meist nicht höher als 50 Zentimeter. Manche ihrer Sorten entfalten eine teppichartige Wirkung und eignen sich somit bestens für eine Pflanzung in der Gruppe.

Beliebte Sorten der Herbstastern

  • Bei den Glattblatt-Astern zählen ‘Rosa Perle’ (rosafarbene, halb gefüllte Blüten), ‘Blütenmeer’ (hellviolett) und ‘Karminkuppel’ (purpurviolett) zu den Spitzensorten. Die ‘Schöne von Dietlikon’ und ‘Dauerblau’ sind zuverlässige blauviolette Vertreter.
  • Schnell sind auch einige bewährte Sorten der Raublatt-Aster gefunden: ‘Alma Pötschke’ ist mit den leuchtend rosa, fast pinkfarbenen Blüten ein echter Knaller. Etwas dezenter sind ‘Barr’s Pink’ und ‘Rosa Sieger’. Die perfekte Ergänzung in Blauviolett bilden ‘Violetta’ und ‘Barr’s Blue’. Eine der wenigen langlebigen Sorten in Reinweiß ist ‘Herbstschnee’.
  • In puncto Blütenfreude und Gesundheit stechen bei den Kissenastern Sorten wie ‘Zwergenhimmel’, ‘Schneezicklein’ oder ‘Blauer Gletscher’ hervor.

Das Septemberkraut, auch als Myrtenaster bekannt (Aster ericoides, Symphyotrichum ericoides), ist eine Blütenschönheit, die sich ihren wildhaften Charme bewahrt hat. Die Staude aus Nordamerika verzaubert mit vielen kleinen Blüten in Weiß, zartem Lila oder Rosa. ‘Blue Star’ ist eine standfeste, gesunde und lange blühende Sorte, die bis 80 Zentimeter hoch wird.

‘Blue Star’ ist eine reichblühende Sorte der Myrtenaster.
‘Blue Star’ ist eine reichblühende Sorte der Myrtenaster. Foto: iVerde

Hier fühlen sich Astern wohl

Die Korbblütler lieben in der Regel einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Ist der Pflanzplatz luftig und die Erde ausreichend feucht, wirkt sich das positiv auf die Gesundheit aus – so hat auch der Echte Mehltau keine Chance. Insbesondere die Herbstastern schätzen einen nährstoffreichen, humosen Boden, der gleichzeitig durchlässig ausfallen sollte. Aber selbst für magere, unwirtliche Areale gibt es die passenden Arten!

Asternarten für schwierige Standorte

  • Die Goldhaar-Aster stammt aus den Steppen des Kaukasus und hält somit Trockenheit und Hitze bestens aus. Sie macht in Steppenpflanzungen und kiesigen Staudenbeeten eine gute Figur.
  • Eine wenig bekannte, trockenheitsverträgliche „Wilde“ ist die Prärie-Aster (Aster turbinellus), die mit blass-violetten Blütenköpfen und einem straff aufrechtem Wuchs daherkommt.
  • Neben Schatten nimmt die weiße Wald-Aster (Aster divaricatus) auch Trockenheit klaglos hin.
  • Die ostasiatische Wildaster (Aster ageratoides) erweist sich im Garten ebenfalls als recht anspruchslos. Sie besiedelt schnell größere Flächen und gedeiht selbst auf einem steinigen Boden. Auch Wurzeldruck von Gehölzen macht ihr nicht viel aus.

Astern pflanzen

Manche der Korbblütler können mit der Zeit recht raumfordernd werden. Sorgen Sie also bereits bei der Pflanzung für den passenden Abstand im Beet. Wachsen die hochwüchsigen Gesellen nämlich recht beengt, verkahlen sie mit der Zeit leicht von unten.

Einen nährstoffarmen Gartenboden verbessern Sie für eine hohe Art mit etwas Kompost. Ein schwerer Boden erhält hingegen etwas Sand. Eine Aster im Topf freut sich über eine gute Pflanzerde sowie eine ausreichende Drainage im Pflanzgefäß. Gießen Sie in den ersten Wochen häufiger, aber stets mäßig! Auf diese Weise wurzelt die Pflanze bestens ein.

Tipp: Die beste Pflanzzeit für Astern ist generell im Frühjahr (von März bis Mai) oder im Spätsommer. 

Pflegetipps

Im Frühling freuen sich die Hochwüchsigen über eine Gabe Kompost. Astern im Topf erhalten hingegen einen Flüssigdünger, der meist in einer moderaten Menge ausgebracht wird. Da ihre Samenstände oft auch noch im Winter dekorativ sind, schneidet man die Stauden am besten im zeitigen Frühjahr zurück. Ein weiterer Rückschnitt im Juni um etwa ein Drittel, steigert die Blühkraft der Herbstastern und fördert ihre Verzweigung.

Da viele Astern einen frischen Boden bevorzugen, sollten Sie bei anhaltender Trockenheit häufiger gießen. Eine dünne Mulchschicht sorgt zudem dafür, dass die Feuchtigkeit länger im Boden verbleibt.

Tipp: Herbstastern bleiben vital, wenn sie etwa alle 3 bis 4 Jahre durch Teilung verjüngt und umgepflanzt werden. Hierfür bieten sich der Spätherbst oder das zeitige Frühjahr an.

‘Alma Pötschke‘ ist eine beliebte Raublatt-Aster mit leuchtenden, rosafarbenen Blüten.
‘Alma Pötschke‘ ist eine beliebte, mittelhohe Raublatt-Aster mit leuchtenden, rosafarbenen Blüten. Foto: AdobeStock_Weronika

Astern überwintern

Auch wenn die meisten Arten winterhart sind, ist es empfehlenswert, im Herbst eine schützende Decke aus Laub, Rindenmulch oder Kompost auszubringen. Wer sich an den fröhlichen Strahlenblüten auf dem Balkon oder der Terrasse erfreut, sorgt dort für einen passenden Winterschutz. Exemplare in Töpfen platzieren Sie idealerweise an einer Hauswand. Umhüllen Sie die Pflanzgefäße zusätzlich mit einem isolierenden Material, zum Beispiel Vlies oder Noppenfolie.

Verwendung

Man hüte sich bei den Astern vor einer allzu großen Sammelleidenschaft, wenn der Garten recht klein ausfällt! Am besten wählen Sie einige der Juwelen, die dann gekonnt in Szene gesetzt werden. Entlang eines Weges reiht sich die Pracht der hohen Herbstastern in all ihrer Vielfalt. Myrtenastern fügen sich in den mittleren oder hinteren Teil des Staudenbeets ein. Im Zusammenspiel mit Ziergräsern wie Chinaschilf, Rutenhirse oder Federgras ergeben sich stimmungsvolle Bilder.

Einige Kleinblütige dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen. Sie zeigen im Herbstbeet ihren verspielten Charme und untermalen die schweren Blüten der Dahlien. Trockenheitsverträgliche Vertreter sorgen besonders im Prärie-, Stein- und Kiesgarten für einen farbenfrohen Anblick. Die Teppich-Myrtenaster ‘Snowflurry‘ gibt zudem einen tollen Bodendecker ab. Mit ihren strahlenförmigen Blüten und den fächerartig angeordneten Trieben breitet sie sich gerne aus und stellt dabei nur geringe Ansprüche an das Substrat.

Tipp: ‘Snowflurry‘ ist auch ein bezaubernder und pflegeleichter Vertreter im Kasten oder Trog. Die Sorten der Kissenastern ‘Rose Crystal‘, ‘Sapphire‘ und  ‘Rubin‘ sind für die Kultivierung in Töpfen ebenfalls bestens geeignet.

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