Auch Tagpfauenaugen könnte man bei der Aktion Insektensommer des NABU zählen. [Foto: AdobeStock_Karin-Jaehne]

Voraussichtliche Lesedauer:  7 Minuten

NABU-Insektensommer: Was es mit der Aktion auf sich hat

Jennifer Bowinkelmann
Head of Digital Gartenmagazine

In unseren Gärten, auf unseren Balkonen und auch in öffentlichen Parks wimmelt es nur so vor Insekten – im besten Fall zumindest. Es kreucht und fleucht, krabbelt, kriecht und fliegt. Wer sich Zeit nimmt und genau hinschaut, kann eine Vielzahl unterschiedlicher Insekten beobachten. Und genau dazu ruft der Naturschutzbund Deutschland (NABU) vom 31. Mai bis 9. Juni 2024 auf: Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Insektensommer“ geht es darum, eine Stunde lang das Leben der Insekten in der Umgebung zu entdecken. Mitmachen ist ganz einfach.

Insektensommer: Das steckt hinter der NABU-Aktion

Beim „Insektensommer“ des NABU handelt es sich um eine bundesweite Mitmachaktion. Dabei geht es darum, Daten über Artenvielfalt und Häufigkeit der heimischen Insekten zu sammeln. Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, genau hinzuschauen, die Insektenwelt in ihrer Umgebung zu zählen und die gesammelten Daten zu melden. Eine solch groß angelegte Meldeaktion ist in Deutschland einzigartig und findet in diesem Jahr vom 31. Mai bis zum 9. Juni 2024 statt. Der „Insektensommer“ soll langfristig etabliert werden und dazu dienen, kontinuierlich Daten über die kleinen, fleißigen und fürs Ökosystem so wichtigen Helfer zu erfassen. Ein zweiter Zählzeitraum des „Insektensommers 2024“ findet zudem vom 2. bis 11. August 2024 statt.

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Mehr Informationen
Dr. Mark Benecke erklärt im NABU-Video, was es mit der Aktion „Insektensommer“ auf sich hat.

Wie kann man beim Insektensommer mitmachen?

Wer sich an der Aktion „Insektensommer“ beteiligen will, braucht dazu nur eine Stunde Zeit, einen Beobachtungsplatz in der Natur, Zettel und Stift – und los geht’s! Dann heißt es: beobachten, zählen und fleißig notieren. Wer mag, kann natürlich auch eine Kamera oder das Smartphone zur Hand nehmen und seine Beobachtungen fotografisch festhalten. Anschließend werden die Daten ganz einfach über ein Online-Formular auf der Website des NABU oder mithilfe der kostenlosen NABU-App „Insektensommer“ übermittelt.

Tipp: Mit einer Lupe wird die Erkundungstour noch spannender.

Wo lässt es sich am besten zählen? Der beste Beobachtungsstandort

Der eigene Garten oder der öffentliche Stadtpark, der Balkon oder der Wegrand am Stadtteich, die Almwiese, das Moor, der Wald – beobachtet werden darf überall. Und zwar nicht nur in Siedlungsräumen, sondern in der gesamten Natur. Denn der NABU will mit seinem „Insektensommer“ unter anderem herausfinden, in welchen Lebensräumen sich welche Insektenarten wohlfühlen. Im Meldeformular kann daher angegeben werden, wo der jeweilige Beobachtungsort lag, also beispielsweise Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss.

Ein Beobachtungsort sollte allerdings nicht zu groß sein, denn die Beobachtungen werden als Punktmeldungen erfasst. Daher setzt der NABU eine Grenze fest: nämlich maximal einen Umkreis von zehn Metern. Wer das Maximum ausschöpft, beobachtet immerhin etwa 300 Quadratmeter Insekten-Lebensraum!

Tipp: Wo sich die Insekten verstecken

Lassen Sie den Blick bei der Suche nach Insekten nicht nur schweifen, sondern schauen Sie auch in Blumenkübeln, unter Steinen oder an Bäumen nach. Sie werden überrascht sein, wie viel mehr sich entdecken lässt, wenn Sie mal ein Blatt anheben und die Verstecke der kleinen Krabbler lüften.

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Wann ist die beste Zeit, um Insekten zu zählen?

Die Tageszeit können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Insektensommers“ frei aussuchen. Besonders viele Insekten lassen sich in der Regel aber an sonnigen, warmen, trockenen und windstillen Tagen beobachten. Es geht darum, die Insekten zu zählen, die sich innerhalb einer Stunde am ausgewählten Beobachtungspunkt entdecken lassen.

Wie wird beim „Insektensommer“ gezählt?

Es geht bei der Zählung der Insekten nicht darum, die Summe der Einzelbeobachtungen zu erfassen. Sonst kommt es möglicherweise zu Doppelzählungen. Stattdessen wird die höchste Zahl von gleichzeitig anwesenden Tieren einer Art notiert. Das gilt insbesondere bei mobilen Arten, also beispielsweise bei Bienen, Hummeln oder Schmetterlingen. Der NABU erklärt auf seiner Website dazu anschaulich: „Wenn am Anfang der Beobachtungszeit ein Kohlweißling vorbeifliegt und eine halbe Stunde später noch einmal einer, könnte es beide Male derselbe sein. Gemeldet wird in diesem Fall also nur ein Kohlweißling.“

Welche Insekten sollen gemeldet werden?

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Insektensommers“ können jedes entdeckte und erkannte Insekt zählen und melden. Da die Artenvielfalt in der Insektenwelt aber enorm ist, hat der NABU für den „Insektensommer“ im Juni acht Kernarten festgelegt, die häufig vorkommen und leicht zu erkennen sind. Auf diese Arten sollte nach Möglichkeit besonders geachtet werden:

  • Tagpfauenauge
  • Admiral
  • Asiatischer Marienkäfer
  • Hainschwebfliege
  • Steinhummel
  • Lederwanze
  • Blutzikade
  • Gemeine Florfliege

Sie wollen mehr über diese Arten erfahren? Hier finden Sie eine Übersicht.

Niemand, der mitmachen möchte, muss weitreichende Insektenkenntnisse mitbringen. Sicherlich wird es bei der Vielfalt in der Insektenwelt Tiere geben, die die Teilnehmenden nicht (er)kennen. Der NABU betont: „Wichtig ist nur, dass Sie einen Modus finden, in dem Sie Freude an der Aktion haben.“ Ein Tipp für Einsteiger*innen lautet deshalb, sich anfangs nur auf eine Art zu fokussieren. Für geübtere „Insektensommer“-Zähler*innen gibt es eine Zählhilfe, die sie hier downloaden können.

Einsteiger*innen können ihre Beobachtungen auf Feuerwanzen fokussieren

Wer sich am „Insektensommer“ beteiligen möchte, aber sich von der Vielfalt erschlagen fühlt – 33.000 heimische Insektenarten gibt es laut NABU -, kann sich in diesem Jahr auf die Zählung der rot-schwarzen Feuerwanze konzentrieren. Wanzen sind keine Käfer, sondern bilden eine eigene Insektengruppe. Die Feuerwanzen fallen nicht nur durch ihre Färbung auf, sondern auch, weil sie meist in großen Gruppen anzutreffen sind. Die diesjährige Entdeckerfrage für Neulinge lautet: Wie viele Feuerwanzen haben Sie entdeckt?

NABU-Grafik mit Feuerwanze
Die Feuerwanze lässt sich leicht an ihrer auffälligen Färbung erkennen. [Grafik: NABU]

Insektensommer wird im Spätsommer wiederholt

Der „Insektensommer“ des NABU ist mit der Zählung im Juni nicht beendet. Es wird noch einen zweiten Zählzeitraum im Spätsommer geben. Schon jetzt hat der NABU dazu weitere acht Kernarten festgelegt, auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich dann fokussieren sollen, nämlich: Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Siebenpunkt-Marienkäfer, Streifenwanze, Blaugrüne Mosaiklibelle und Grünes Heupferd.

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Mitmachen lohnt sich doppelt

Natürlich stehen der Spaß an der Beobachtung und das Lernen über die Insektenwelt sowie die Faszination über die Artenvielfalt in der Natur bei der Aktion „Insektensommer“ im Vordergrund. Wer mitmacht, kann sich aber auch die Chance auf einen Gewinn sichern. Unter anderem verlost der NABU eine Kamera und verschiedene Bücher.

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