Im Juni steht der Mohn meist in voller Blüte. Foto: AdobeStock_Nailia Schwarz

Mohn:Vielseitige Blütenschönheit

Rote Köpfchen auf zarten Stielen recken sich charmant inmitten von Wiesen und Feldern gen Sommerhimmel: Der Klatschmohn steht im Juni in voller Blüte. Leider sind die Bestände in Deutschland in den letzten Jahren zurückgegangen, unter anderem aufgrund von flächendeckendem Herbizideinsatz. Doch an Feldrändern, Böschungen oder Brachflächen zeigt sich das zarte Blümchen weiterhin verlässlich. Im Garten kann man neben Klatschmohn auch andere Arten und Sorten der Sommerblumen anpflanzen. Wir verraten alles, was Sie über Mohn wissen sollten.

Inhalt

Herkunft

Die Gattung des Mohn (Papaver) gehört zur gleichnamigen Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Der Gattung sind um die 100 Arten zugehörig, die in unterschiedlichen Teilen der Erde vorkommen – die meisten von ihnen gedeihen jedoch verteilt auf der nördlichen Erdhalbkugel.

In Deutschland wachsen neben dem Klatschmohn (Papaver rhoeas) auch Sand-Mohn (Papaver argemone), Saat-Mohn (Papaver dubium) und teilweise auch der Schlafmohn (Papaver somniferum) wild.

Mohn Foto: AdobeStock_torjrtrx
Eine harmonische Farbpalette mit warmen Blütentönen zeichnet Mohnsorten aus. Foto: AdobeStock_torjrtrx

Wuchs und Aussehen

Es gibt einjährige, aber auch zwei- und mehrjährige Mohnarten. Während die ein- und zweijährigen sich immer wieder selbst aussäen, können die mehrjährigen Arten länger an derselben Stelle überdauern. Der großblütige Türkische Mohn (Papaver orientale) zieht seinen Spross beispielsweise über den Winter ein und treibt im Frühjahr erneut aus. Viele Arten haben eine basale Blattrosette, aus der lange, aufrechte – je nach Art mal dickere oder eher filigrane – Stiele hervorgehen.

Blätter und Blüten

Die Blätter und Blütenstiele der meisten Mohnarten tragen eine weiß-silbrige Behaarung, die (je nach Größe der Art) mal zart, mal kratzig-borstig sein kann. Es gibt kleinbleibende Sorten – Papaver nudicaule ‚Gartenzwerg‘ bleibt beispielsweise bei etwa 10 bis 20 Zentimetern. Andere können hingegen eindrucksvolle Höhen erreichen, darunter auch Sorten von Papaver orientale, die teilweise bis zu einem Meter hoch werden.

Giftiger Milchsaft

Beinahe alle Teile der Mohnpflanzen sind giftig. Ganz besonders der weiße bis gelbliche Milchsaft, denn er enthält große Mengen an Alkaloiden. Die ausgereiften Samen des Schlafmohns, die als Lebensmittel verwendet werden, enthalten nur eine sehr geringe Menge dieser Stoffe. Dennoch sollten nicht zu viele der Samen auf einmal verzehrt werden.

Wichtig: Der Anbau von Schlafmohn ist gesetzlich verboten. Vereinzelte Ausnahmen sind nur mit behördlicher Genehmigung in geringem Umfang möglich, da diese Mohnart aufgrund ihres hohen Opium-Gehalts unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

Besonders hinreißend ist der Mohn in seiner Blütezeit, in der er sich je nach Art und Sorte zwischen Mai und Ende Juli befindet. Die zarten Schalenblüten stehen dann einzeln auf langen Stielen, manchmal neigen sie ihre Köpfe dezent nach unten. In den meisten Fällen bestehen sie aus vier Kronblättern. Neben dem typisch kräftigen Klatschmohn-Rot bieten viele Sorten hingegen eine erweiterte Farbpalette: darunter Weiß, Rosa, Orangetöne oder auch Violett.

Nach dem Abfallen der Blütenblätter bleiben anschließend die charakteristischen Kapselfrüchte der Mohnpflanzen stehen. Bei fortschreitender Reife knicken meist die Stiele ab, sodass die Kapseln kopfüber hängen. So können die winzigen, aber vielzähligen, schwarzen Samen nach und nach aus der Kapsel purzeln.

Standortbedingungen

Mohn gedeiht besonders gut an warmen, am besten vollsonnigen Gartenstandorten. Wichtig ist ein Boden, der gut wasserdurchlässig ist. Schwere, verwässerte Böden werden weniger gut vertragen, weshalb sich ein hoher Lehmanteil der Erde für die Mohnkultur eher ungünstig auswirkt. Sie können den Boden verbessern, indem Sie etwas Sand einarbeiten oder auch die Erde aufschütten, falls tiefer liegende Bodenverdichtungen vorliegen.

Mohn Foto: AdobeStock_Li-Bro
Die Samenkapseln des Türkischen Mohns. Foto: AdobeStock_Li-Bro
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Ein Blickfang: Türkischer Mohn (Papaver orientale). Foto: AdobeStock_summersum

Pflanzung und Pflege

Mohnpflanzen in Töpfen können Sie im Prinzip von Frühjahr bis Sommerende in den Garten auspflanzen. Achten Sie dabei darauf, in der Anfangszeit die Erde gleichmäßig feucht zu halten. Eine Frühjahrspflanzung bietet den Vorteil, dass frisch gepflanzte Exemplare weniger schnell austrocknen und gut anwachsen können.

In den Sommermonaten sollten Sie gießen, damit die Mohnpflanzen längere Trockenzeiten unbeschadet überstehen. Bei mehrjährigen Sorten, die sich nicht selbst aussäen müssen, bewahrt das Entfernen der vertrockneten Blütenköpfe den Mohn vor dem kraftraubenden Akt der Samenbildung.

Vermehrung

Zwischen März und April kann Mohn im Freiland ausgesät werden. Zur Bodenvorbereitung können Sie zunächst etwas Kompost untermischen. Verteilen Sie die Samen nun nach Belieben im Beet. Anschließend wird etwas Erde fein über die verstreuten Samen verteilt. Dies dient lediglich dazu, dass die zarten Samen nicht wegwehen. Mohn ist aber ein Lichtkeimer und sollte darum nicht zu tief in der Erde stecken. Halten Sie die Aussaat gleichmäßig feucht (nicht nass!) und schon bald werden sich erste Pflänzchen zeigen.

Tipp: Die filigranen Samen lassen sich etwas leichter verteilen, wenn Sie sie etwa zu gleichen Teilen mit Sand vermischen. 

Krankheiten und Schädlinge

Pilzbefall tritt an Mohnpflanzen vor allem bei zu nassem Boden oder ständiger Überkopf-Bewässerung auf. Doch nicht nur Pilzkrankheiten, auch einige Bakterien fühlen sich in feucht-warmem Milieu besonders wohl: Mohnbrand ist eine durch Bakterien verursachte Krankheit, die sich durch braune Blattflecken äußert. Bei einem schwerwiegenden Befall sollte der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen vergrößert werden. Gegebenenfalls müssen einige von ihnen entfernt werden, damit sich die Krankheit nicht ungehindert ausbreitet. Gegen Blattläuse kann Brennnesseljauche helfen.

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Ein farbenfrohes Duo: Mohn und Kornblume. Foto: AdobeStock_patryk77

Verwendung

Filigrane Mohnarten wie der Klatschmohn oder der Island-Mohn fügen sich hervorragend in natürlich gestaltete Bienenweiden ein. Die Mohnblüten warten dann für die fleißigen Insekten mit große Mengen an Pollen auf. Zusammen mit Kornblumen, Gräsern, Malve und Ringelblumen entstehen bunte Sommerblumen-Wiesen.

Der Türkische Mohn kann sich mit seinen großen Blüten, die bis zu 15 Zentimeter im Durchmesser erreichen, in Staudenrabatten sehen lassen. Rittersporn, Margeriten oder Akeleien ergänzen farblich und umschmeicheln den Mohn. Für den Steingarten ist der Spanische Mohn (Papaver rupifragum) die richtige Wahl, er ist pflegeleicht und sät sich selbst aus.

LUISA ROTH

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