[Foto: AdobeStock_boedefeld1969]

Mohn:Vielseitige Blütenschönheit

Im Juni stehen die zarten Mohnblumen meist schon in voller Pracht. Ihre roten Blütenköpfe strecken sie auf filigranen Stielen in Richtung Sonne. Leider sieht man sie auf Feld und Flur immer seltener, was unter anderem auch dem großflächigen Einsatz von Herbiziden in der Landwirtschaft geschuldet ist. Warum dem Mohn also nicht lieber gleich ein ruhiges Plätzchen im Garten anbieten? Neben dem bekannten Klatschmohn gibt es nämlich noch zahlreiche weitere Arten und Sorten zu entdecken. Hier erfahren Sie, wie man die hübschen Sommerblumen richtig aussät und pflegt.

Mohn – voraussichtliche Lesedauer: 6 Minuten

Woher stammt Mohn?

Die Gattung des Mohn (Papaver) gehört zur gleichnamigen Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Der Gattung sind um die 100 Arten zugehörig, die in unterschiedlichen Teilen der Erde vorkommen. Die meisten davon gedeihen jedoch verteilt auf der nördlichen Erdhalbkugel.

Wild wachsen in Deutschland neben dem Klatschmohn (Papaver rhoeas) auch Sand-Mohn (Papaver argemone), Saat-Mohn (Papaver dubium) und vereinzelt auch der Schlafmohn (Papaver somniferum).

Wuchs und Aussehen

Es gibt einjährige, aber auch zwei- und sogar mehrjährige Mohnarten. Während die ein- und zweijährigen sich immer wieder selbst aussäen, können die mehrjährigen Arten länger an derselben Stelle überdauern. Der großblütige Türkische Mohn (Papaver orientale) zieht seinen Spross beispielsweise über den Winter ein und treibt im Frühjahr erneut aus. Viele Arten haben eine basale Blattrosette, aus der lange, aufrechte Stiele hervorgehen. Je nach Art sind diese mal dick und robust oder eher filigran und schmal.

Mohn Foto: AdobeStock_torjrtrx
Eine harmonische Farbpalette mit warmen Blütentönen zeichnet Mohnsorten aus. [Foto: AdobeStock_torjrtrx]

Blätter und Blüten

Die Blätter und Blütenstiele der meisten Mohnarten tragen eine weiß-silbrige Behaarung, die je Größe der jeweiligen Art mal zart, mal kratzig-borstig sein kann. Es gibt kleinbleibende Sorten wie Papaver nudicaule ‚Gartenzwerg‘, die bei etwa 10 bis 20 Zentimetern Wuchshöhe bleiben. Andere können hingegen recht eindrucksvolle Höhen erreichen, darunter unter anderem verschiedene Sorten von Papaver orientale, die teilweise bis zu einem Meter hoch werden.

Giftiger Milchsaft

Beinahe alle Teile der Mohnpflanzen sind giftig. Ganz besonders der weiße bis gelbliche Milchsaft enthält große Mengen an giftigen Alkaloiden. Die ausgereiften Samen des Schlafmohns, die als Lebensmittel verwendet werden, enthalten nur eine sehr geringe Menge dieser Stoffe. Dennoch sollten nicht zu viele der Samen auf einmal verzehrt werden.

Wichtig: Der Anbau von Schlafmohn ist gesetzlich verboten. Vereinzelte Ausnahmen sind nur mit behördlicher Genehmigung in geringem Umfang möglich, da diese Mohnart aufgrund ihres hohen Opium-Gehalts unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

Besonders hinreißend ist der Mohn in seiner Blütezeit, die je nach Art und Sorte zwischen Mai und Ende Juli liegt. Die zarten Schalenblüten stehen einzeln auf langen Stielen, manchmal neigen sie ihre Köpfe dezent nach unten. In den meisten Fällen bestehen sie aus vier Kronblättern. Neben dem typisch kräftigen Klatschmohn-Rot bieten viele Zuchtsorten eine erweiterte Farbpalette: darunter Weiß, Rosa, Orangetöne oder auch Violett.

Nach dem Abfallen der Blütenblätter bleiben die charakteristischen Kapselfrüchte der Mohnpflanzen stehen. Bei fortschreitender Reife knicken die Stiele meist ab, sodass die Kapseln kopfüber hängen und so die winzigen, aber vielzähligen, schwarzen Samen nach und nach aus der Kapsel purzeln können.

Samenkapsel einer Mohnblume vor grünem Hintergrund. Foto: AdobeStock_Li-Bro
Türkischer Mohn kann sich selbst im Garten aussäen. [Foto: AdobeStock_Li-Bro]

Pflanzung und Pflege

Mohnpflanzen in Töpfen können Sie im Prinzip von Frühjahr bis zum Sommerende in den Garten auspflanzen. Achten Sie aber darauf, in der Anfangszeit die Erde gleichmäßig feucht zu halten. Eine Frühjahrspflanzung bietet den Vorteil, dass frisch gepflanzte Exemplare weniger schnell austrocknen und gut anwachsen können.

In den Sommermonaten sollten Sie gießen, damit die Mohnpflanzen auch längere Trockenzeiten unbeschadet überstehen. Bei mehrjährigen Sorten, bei denen man nicht auf die Selbstaussaat angewiesen ist, bewahrt das Entfernen der vertrockneten Blütenköpfe den Mohn vor dem kraftraubenden Akt der Samenbildung.

Mohn vermehren: So klappt die Aussaat

Mohn gedeiht besonders gut an warmen, am besten vollsonnigen Gartenstandorten. Wichtig dabei ist ein Boden, der gut wasserdurchlässig ist. Schwere, verwässerte Böden werden weniger gut vertragen, weshalb sich ein hoher Lehmanteil der Erde für die Mohnkultur eher ungünstig auswirkt. Sie können den Boden verbessern, indem Sie etwas Sand einarbeiten oder auch die Erde aufschütten, falls tiefer liegende Bodenverdichtungen vorliegen.

Anleitung in fünf Schritten

  1. Zwischen März und April kann Mohn direkt ins Freiland ausgesät werden.
  2. Für einen lockeren, nährstoffreichen Boden kann zur Vorbereitung etwas reifer Kompost eingearbeitet werden.
  3. Verteilen Sie die Samen nun nach Belieben im Beet – ob in kleinen Gruppen oder nur vereinzelt bleibt Ihnen überlassen.
  4. Da Mohn zu den Lichtkeimern zählt, sollten die Samen nicht zu tief in die Erde gesteckt werden. Streuen Sie stattdessen lediglich etwas feine Erde über die verteilten Samen, damit sie nicht weggeweht werden.
  5. Halten Sie die Aussaat gleichmäßig feucht (nicht nass!) und schon bald werden sich erste Pflänzchen zeigen.
  • Tipp: Die filigranen Samen lassen sich etwas leichter verteilen, wenn Sie sie etwa zu gleichen Teilen mit Sand vermischen.

Krankheiten und Schädlinge

Pilzbefall tritt an Mohnpflanzen vor allem bei zu nassem Boden oder ständiger Überkopf-Bewässerung auf. Doch nicht nur Pilzkrankheiten, sondern auch einige Bakterien fühlen sich in feucht-warmen Milieus besonders wohl: Mohnbrand ist eine durch Bakterien verursachte Krankheit, die sich durch braune Blattflecken äußert. Bei einem schwerwiegenden Befall sollte der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen vergrößert werden. Gegebenenfalls müssen dafür einige von ihnen entfernt werden, damit sich die Krankheit nicht ungehindert ausbreitet. Gegen Blattläuse kann Brennnesseljauche helfen.

Verwendung: Mohn kombinieren

Filigrane Mohnarten wie der Klatschmohn oder der Island-Mohn fügen sich hervorragend in natürlich gestaltete Bauerngärten oder Bienenweiden ein. Die Mohnblüten warten dann für die fleißigen Insekten mit großen Mengen an Pollen auf. Zusammen mit Kornblumen, Gräsern, Malven oder Ringelblumen entstehen bunte Sommerblumen-Wiesen.

Foto: AdobeStock_patryk77
Ein farbenfrohes Duo bilden Mohn und Kornblume. [Foto: AdobeStock_patryk77]

Der Türkische Mohn kann sich mit seinen großen Blüten, die bis zu 15 Zentimeter im Durchmesser erreichen, in Staudenrabatten sehen lassen. Rittersporn, Margeriten oder Akeleien ergänzen farblich und umschmeicheln den Mohn. Für den Steingarten ist der Spanische Mohn (Papaver rupifragum) die richtige Wahl, er ist pflegeleicht und sät sich selbst aus.

LUISA ROTH

In unserem Beitrag zum Blumensamen aussäen finden Sie nochmal alles Wichtige zum Thema. So steht der bunten Blumenwiese nichts mehr im Wege. Mohnsamen lassen sich übrigens auch hervorragend in selbstgemachten Samenbomben unterbringen.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top-Themen:

  • Eisige Schönheiten: Glitzernder Frost verzaubert den Garten
  • Weihnachtssterne: Sortentipps und Deko-Ideen
  • Pflastern fürs Klima: Flächenversiegelung vermeiden
Zur aktuellen Ausgabe

Melden Sie sich hier kostenlos für den Newsletter an:
  • Neueste Garten-Artikel
  • Saisonale Praxis- und Gestaltungstipps
  • Exklusive Angebote und Gewinnspiele
Bitte bestätigen Sie Ihre Zustimmung.