Die Scheinhasel zeigt ihre hellgelben Blütenrispen schon früh im Jahr. Foto: AdobeStock_christiane65

Die Scheinhasel sorgt für Frühlingsfreude

Bereits ab März, noch vor dem Blattaustrieb, zeigt die Scheinhasel ihre ersten hellgelben Blüten. Dann verströmt sie ihren zarten Primelduft. Damit erfreuen die hübschen Ziersträucher nicht nur den Menschen. Zahlreiche Bienen, Hummeln und andere Insekten statten den Frühlingsglöckchen einen Besuch ab. Ob viel oder wenig Platz, im Boden oder in Kübeln – erfahren Sie hier, welcher Standort sich für welche Art der hübschen Zaubernussgewächse besonders gut eignet und was es beim Setzen zu beachten gilt.

Scheinhasel – Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Scheinhasel vs. Forsythie: Das unterscheidet die Frühlingsboten

Das ist doch eine Forsythie … Nein, eben nicht! Auf den ersten Blick könnte man die Scheinhasel aber durchaus mit ihr verwechseln. Die Blüten der Scheinhasel (Corylopsis), ein zarter Hauch nur, sind im Gegensatz zum satten Gelb der Forsythie heller. Auch der Wuchs ist geschmeidiger. Sie erscheinen noch vor dem rötlichen Laubaustrieb, meist ab März. Je nach Witterung beginnt die Blüte aber manchmal sogar schon Ende Februar. Im Gegensatz zur Forsythie locken die grazilen Glöckchen Bienen und andere Insekten an.

Corylopsis gehört zu den Zaubernussgewächsen, die nicht nur im Frühling einen schönen Anblick bieten. Häufig sind diese auch später im Jahr ein wahrer Blickfang, zeigen sie doch dann ihre farbenprächtige Herbstfärbung. So auch die Scheinhasel, deren Laubkleid in intensives Gelb bis Orange wechselt.

Warum die Forsythie Bienen nicht glücklich macht

Die Blüten der Forsythie sind – im Gegensatz zu denen der Scheinhasel – für Bienen und Insekten im Grunde völlig uninteressant. Zwar zieht das satte Gelb der frühen Frühlingsblüten zahlreiche Insekten an, auf der Suche nach Pollen und Nektar werden Bienen, Hummeln und Co. aber enttäuscht. In der Regel werden sie nicht fündig.

Das satte Gelb der Forsythien zieht zwar Insekten an, in der Regel bieten ihnen ihre Blüten aber weder Pollen noch Nektar.

Das liegt daran, dass es sich bei Forsythien um sogenannte Hybride, also Kreuzungen, handelt. Und diese sind für gewöhnlich steril. Sie bilden weder Pollen noch warten sie mit Nektar auf. Auch Früchte setzen sie somit nicht an. Ausnahmen bestätigen indes die Regel: Als einzige Sorte der Forsythie bildet die Sorte ‚Beatrix Farrand‘ Pollen aus – und gilt daher als insektenfreundliche Alternative.

Glockenhasel ist beim Platz genügsam

Wenn Sie nur wenig Platz haben, pflanzen Sie am besten die Niedrige Scheinhasel (C. pauciflora). Diese wird auch Glockenhasel genannt. Sie wächst langsam, sehr kompakt und wird selten über 1,5 Meter groß. Setzt man das Zwerggehölz in die Nähe des Hauses oder auf die Terrasse, nimmt man den süßlichen Primelduft, den die hellgelben Blüten verströmen, intensiver wahr. Zudem lässt die Glockenhasel sich auch gut in ausreichend großen Kübeln halten.

Hohe Scheinhasel für alle, die mehr Raum zu bieten haben

Mehr Raum braucht im Vergleich dazu die Hohe Scheinhasel (C. spicata), um sich gut zu entwickeln. Sie kann bis zu 2,5 Meter hoch werden – und fast genauso breit. Ihre gelben, leicht duftenden Blütentrauben erscheinen von April bis Mai. Nach dem purpurfarbenen Laubaustrieb zieren dann im Sommer blaugrüne, metallisch schimmernde Blätter den Strauch.

Eine Biene sammelt kopfüber Pollen an einer Blüte einer Koreanischen Scheinhasel (Corylopsis coreana). Im unscharfen Hintergrund sind weitere hellgelbe Blütenrispen zu erahnen.
Im Gegensatz zu Forsythien bieten die Blüten der Scheinhasel Bienen, Hummeln und Co. ein reiches Angebot an Pollen und Nektar. Foto: AdobeStock_zzazzaru1

Chinesische Scheinhasel mag es warm

Die längsten Blütenrispen bringt die Chinesische Scheinhasel (C. sinensis) hervor. Sie entwickelt sich zu einem aufrechten und locker wachsenden Gehölz von 3–4 Metern in Höhe und Breite. Bei ihr handelt es sich um eine wärmeliebende Art, daher benötigt sie Winterschutz, wenn es kälter als -15 °C wird.

Wo sich Scheinhaseln am wohlsten fühlen

Platzieren Sie Scheinhasel-Arten stets an sonnigen bis halbschattigen, windgeschützten Standorten, da Blüten und Laubaustrieb spätfrostgefährdet sind. Generell mögen Corylopsis einen sandiglehmigen, frisch humosen Boden. Trockenheit vertragen sie dagegen nicht gut. Wichtig ist ein lockeres Substrat, damit sich die Wurzeln leichter ausbreiten können. So wächst die Pflanze auch schneller an.

In guter Gesellschaft: Mit wem die Scheinhasel sich gut verträgt

Vor allem die niedrige Glockenhasel verträgt keinen Kalk, einen leicht sauren pH-Wert bevorzugen ohnehin alle Arten. Da die Scheinhasel generell als eher konkurrenzschwach anzusehen ist, sollte man sie lieber einzeln oder in lockeren Strauchgruppen pflanzen, beispielsweise im Moorbeet mit Rhododendron und Lavendelheide kombiniert. Auf diese Weise lassen die Immergrünen den filigranen Blüher besonders leuchten. Um farbliche Akzente zur hellen Blüte zu setzen, können Sie das Gehölz mit blauen oder violetten Frühjahrsblühern unterpflanzen.

Ein hübsches Quartett bilden Scheinhaseln beispielsweise mit:

  • Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus)
  • Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
  • Traubenhyazinthen (Muscari botryoides)

PATRICIA STÄDTER

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