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Lebende Steine – dekorative Lebenskünstler

Die Lebenden Steine (Lithops-Arten) aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) sind faszinierende Pflanzen. Ursprünglich wachsen sie in den trockenen Gebieten Südafrikas und sehen den dortigen Steinen täuschend ähnlich – daher auch der Name. Dieser setzt sich zusammen aus den griechischen Begriffen Lithos für Stein und Opsis für Aussehen. Die Sukkulenten bleiben winzig klein, brauchen somit wenig Raum und können jahrelang am Fensterbrett kultiviert werden.

Wuchs und Aussehen der Lebenden Steine

Lebende Steine sind kugelig oder zylindrisch wachsende Sukkulenten, die nur wenige Zentimeter groß werden. Aus der langen Pfahlwurzel entwickeln sich ein kurzer unterirdischer Erdstamm und die fleischigen Blätter, die quasi den Pflanzenkörper bilden.

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Perfekt getarnt Die Ähnlichkeit zu echten Steinen schützt Lebende Steine vor Fressfeinden
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Ihr Name ist Programm, denn auf den ersten Blick kann man die Pflanzen tatsächlich mit leblosen Steinen verwechseln. Im Gegensatz zu den „ungemütlichen“ Kakteen haben Lebende Steine keine Dornen und sind somit wehrlos. Deshalb haben sie dieses Aussehen entwickelt, um sich so zu tarnen und vor gefräßigen Tieren zu schützen. Aber wenn dann die auffallenden Blüten erscheinen, gibt es keinen Zweifel mehr über ihre prächtige Lebendigkeit.

Blüten und Blätter der Lebenden Steine

Die strahlenförmige Blüte schiebt sich aus dem Spalt zwischen den beiden Blättern heraus. Sie erscheint in den Monaten September bis November, wenn in der südafrikanischen Heimat der Lebenden Steine Frühling ist. Die Farbpalette reicht von Weiß, Gelb, Orange bis zu Violett. Der Blütendurchmesser ist oft größer als der Durchmesser der Blätter. Die margeritenähnlichen Blüten erscheinen wie kleine Wunder, wenn sie aus dem leblos wirkenden Körper hervortreten.

Aus dem Erdstamm wächst ein Paar dicker halbkreisförmiger Blätter, die das Wasser speichern können. Die Blätter erreichen maximal fünf Zentimeter Durchmesser. Die Oberfläche kann flach oder gewölbt, einfarbig oder gemustert sein. Die Farbtöne entsprechen verschiedenen Braun- und Grautönen, die zur natürlichen felsigen Umgebung passen. Nach der Blüte trocknen die Blätter langsam ein, während sich in der Ruheperiode ein neues Blattpaar entwickelt, das das alte ersetzt.

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Die zarten und eindrucksvollen Blüten erinnern an Margeriten
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Standortbedingungen

Die Lebenden Steine mögen einen möglichst hellen, sonnigen und warmen Standort mit normalen Zimmertemperaturen, zum Beispiel am Fenster. Der Platz sollte zudem gut belüftet sein. Im Sommer können Sie die Lebenden Steine auch ins Freie an einen sonnigen Standort stellen. Im Winter, zwischen Dezember und März/April, gibt es eine Ruhephase, in der die Sukkulenten kühler, zwischen 5 und 15 Grad Celsius, stehen sollten.

Lebende Steine brauchen ein durchlässiges Substrat. Pflanzen Sie sie am besten in Töpfe mit einem speziellen Kakteensubstrat und achten auf einen guten Wasserabzug, eine Drainageschicht hilft. Staunässe wird nicht vertragen.

Pflege der Lebenden Steine

Vom Frühjahr bis zum Ende der Blütezeit gießen Sie die Lebenden Steine so viel, dass die Erde gerade feucht ist. Der nächste Wasserguss erfolgt, wenn die Erde ganz abgetrocknet ist. Verwenden Sie zimmerwarmes, abgestandenes Wasser. Im November und Dezember wird das Gießen deutlich reduziert und in der Ruhezeit bis Ende April ganz eingestellt. Gießen Sie erst wieder, wenn sich zwei neue Blätter gebildet haben.

Düngen Sie die Lebenden Steine in der Wachstumsphase von Mai bis August alle sechs Wochen mit einem Kakteendünger. In der Ruhephase wird gar nicht gedüngt.

Verwendung

Eine Sammlung verschiedener Lebender Steine in unterschiedlichen Größen und Formen macht sich sehr gut auf dem Fensterbrett oder auf einer erhöhten Stellfläche. Durch einheitliche oder einheitlich gefärbte Übertöpfe bekommt das abwechslungsreiche Sammelsurium optisch einen Zusammenhalt.

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