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Christusdorn:Genügsame Euphorbie

Die bunt gefärbten Hochblätter, der bizarre Wuchs und die Toleranz gegenüber trockener Heizungsluft machen den Christusdorn (Euphorbia milii) zu einer beliebten Zimmerpflanze. So pflegen Sie das dornige Wolfsmilchgewächs richtig.

Christusdorn – Voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Inhalt

Herkunft

Der Christusdorn, auch Dornenkrone genannt, ist eine Sukkulente, die zu der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) gerechnet wird. Die verschiedenen Varietäten werden auf der Insel Madagaskar bis zu zwei Meter hoch und bilden dort mit ihren dornenbesetzten Trieben undurchdringliche Hecken.

In ihrer Heimat ist die Art wechselnden Trocken- und Regenzeiten ausgesetzt. Bei Bedarf kann sie daher in ihren Laubblättern und Trieben Wasser speichern. Auch beim Wachstum und bei der Blütenbildung richtet sich der Christusdorn nach den jeweiligen Bedingungen in der Natur: In der kühleren Trockenzeit von Mai bis Oktober legt er gerne eine Ruhezeit ein.

Die botanische Bezeichnung Euphorbia milii erinnert an Baron Milius, den ehemaligen Gouverneur von La Réunion, der die Pflanze 1821 in Frankreich einführte. Ihren biblischen Trivialnamen erhielt die Euphorbie aufgrund der wehrhaften Zweige, die an die Dornenkrone Jesu erinnern.

Das dornige Erscheinungsbild von Euphorbia milii
Das dornige Erscheinungsbild von Euphorbia milii – Foto: AdobeStock_Firn

Blätter und Blüten

Die fleischigen, sattgrünen Blätter des Christusdorns sitzen zwischen den Dornen und bilden einen schönen Kontrast zu den graubraunen Trieben. Das Laub ist vor allem an jungen Zweigen zu finden. Unscheinbar sind hingegen die gelblichen Blüten. Allerdings sorgen die umgebenden Hochblätter (umgewandelte Laubblätter) für einen hohen Zierwert – ähnlich wie bei dem verwandten Weihnachtsstern. Diese sind meist rot, rosa oder weiß.

Die Blütezeit des Christusdorns liegt in der Regel zwischen März und April – viele Hybriden zeigen ihren Schmuck sogar ganzjährig. Abhängig davon, wann Sie Ihrer Pflanze eine Ruhephase verordnen, kann die Blüte aber auch früher oder später eintreten.

Die Ursprungsart ist im Handel nur noch selten zu finden. Viele Zuchtformen gehen auf Kreuzungen von Euphorbia milii mit Euphorbia lophogona zurück. Ob in Rot, Pink, Orange oder Weiß: Das Wolfsmilchgewächs ist mit unterschiedlich gefärbten Hochblättern erhältlich. Manche Neuzüchtungen entwickeln sogar Blüten, die drei- bis viermal größer ausfallen als die der Wildart.

Standortbedingungen und Substrat

Es gibt viele Sukkulenten, die einen Standort mit direktem Sonnenlicht bevorzugen. Euphorbia millii mag es ebenfalls sehr hell, allerdings verblasst die Farbe der Hochblätter etwas, wenn die Lichtintensität zu hoch ausfällt.

In der Wachstumszeit schätzt der Christusdorn Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad Celsius. Ist der Sommer warm genug, kann er also problemlos ins Freie umziehen. Im Winter sollte der Standort hingegen etwas kühler ausfallen – Temperaturen zwischen 12 bis 15 Grad Celsius sind dann ideal. Die Euphorbie mag zudem trockene Luft. Ein Plätzchen in der Nähe eines Heizkörpers macht ihr daher nicht viel aus.

Die Anforderungen an das Substrat sind nicht allzu hoch. Ein Christusdorn bevorzugt eine durchlässige Erde, die mit organischem Material (Humus) vermischt ist. Eine handelsübliche Kakteenerde ist dafür gut geeignet. Der Pflanztopf sollte unbedingt ein Abflussloch besitzen. Eine Schicht aus Tonscherben, Blähton oder Steinen am Topfboden sorgt zudem für eine gute Drainage.

Eine Sorte mit pinkfarbenen Hochblättern
Eine Sorte mit pinkfarbenen Hochblättern – Foto: Floradania

Pflege

Grundsätzlich ist der Christusdorn ein Trockenheitskünstler: Er kommt vierzehn Tage spielend ohne Wasser aus. Dennoch freut er sich über regelmäßige Wassergaben – vor allem, wenn er in einem warmen Raum steht. Testen Sie vor dem Gießen, ob die obere Erdschicht bereits abgetrocknet ist. Nur dann sollte gewässert werden. Ist der Wurzelballen einmal stark ausgetrocknet, kann durchdringend gegossen werden. Staunässe verträgt die Euphorbie aber nicht.

Im Winter wird seltener zur Gießkanne gegriffen, insbesondere dann, wenn die Zimmertemperatur entsprechend niedrig ist. Geht die (relative) Trockenheit mit kühleren Temperaturen und weniger Licht einher, erhält der Christusdorn das Signal, eine Ruhezeit einzulegen.

Verwenden Sie In der Wachstumszeit zwischen Mai und September alle vierzehn Tage einen Flüssigdünger.

Ein junger Christusdorn wächst recht schnell. Aus diesem Grund ist es ratsam, das Wolfsmilchgewächs einmal im Jahr umzutopfen. Das Pflanzgefäß sollte dann etwas größer ausfallen. Zu viel Platz im neuen Topf kann allerdings dazu führen, dass das Substrat leicht vernässt.

Tipp: Beachten Sie, dass der Milchsaft des Christusdorns Haut und Augen reizt. Das Tragen von Handschuhen und einer Schutzbrille ist deshalb beim Umgang mit der Pflanze empfehlenswert.

Christusdorn schneiden

Ein Christusdorn erweist sich als recht schnittverträglich – bei Bedarf lässt sich ein älteres Exemplar problemlos im Spätfrühjahr stutzen. Nutzen Sie hierfür ein scharfes, sauberes Messer und tragen Sie beim Schnitt unbedingt Handschuhe!

Wird der mittlere Haupttrieb der Pflanze direkt an der Basis abgeschnitten, bilden sich neue Triebe, die stärker verzweigen. Der Wuchs wird auf diese Weise buschiger. Die Dornenkrone toleriert auch einen Verjüngungsschnitt: Werden die Triebe um Zweidrittel eingekürzt, treibt sie wieder willig aus.

Vermehrung

Das Wolfsmilchgewächs lässt sich im Frühjahr leicht aus Kopfstecklingen vermehren. Entfernen Sie die unteren Blätter und lassen Sie die Schnittstelle einige Tage abtrocknen, bevor Sie den etwa zehn Zentimeter langen Steckling in einen Topf mit Anzuchterde setzen. Platzieren Sie das Gefäß anschließend an einem hellen und warmen Standort und halten Sie das Substrat feucht.

Krankheiten und Schädinge

Aufgrund seiner Giftigkeit bleibt der Christusdorn meist von tierischen Plagegeistern verschont. Ein Vergilben der Blätter kann mehrere Ursachen haben: Die beiden häufigsten Ursachen sind Überwässerung oder ein kalter Luftzug. Fußkälte oder Staunässe führen zum Faulen der Wurzeln.

In Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit kann Mehltau auftreten. In regenreichen Jahren sind auch Exemplare auf dem Balkon oder der Terrasse davon betroffen.

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