Rose von Jericho Foto: AdobeStock_Sarit Richerson

Rose von Jericho – unsterbliches Wüstenwunder

Die Echte Rose von Jericho (Anastatica hierochuntica) besitzt die Fähigkeit, ‚wiederaufzuleben‘ und bietet damit ein echtes Naturspektakel. Sie wird daher auch Auferstehungspflanze genannt und ist mit einem hohen Symbolwert belegt, der bis in die Bibel zurückreicht. Beheimatet ist die Echte Rose von Jericho in Südwestasien, unter anderem im Irak, in Pakistan und Ägypten. Sie ist die einzige Art ihrer Gattung und gehört zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae).

Verwechslungsgefahr besteht mit Pallenis hierochuntica, die daher auch als ‚Unechte‘ oder ‚Falsche‘ Rose von Jericho betitelt wird, und einem ebenfalls ähnlich aussehenden, amerikanischen Moosfarn (Selaginella lepidophylla).

Wuchs und Aussehen

Die Echte Rose von Jericho ist eigentlich eine unscheinbare, krautige Wüstenpflanze, die nicht besonders groß, etwa bis 20 cm hoch wird. Als einjährige Pflanze hat sie jedoch einen ganz besonderen Mechanismus entwickelt, um ihre Samen auch nach ihrem Ableben besonders weit verbreiten zu können. Sobald sie vertrocknet, rollt sie nämlich ihre Blätter ein und schützt damit ihre Samen. Nun lässt sich die Rose von Jericho einfach vom Wind der Wüste weitertragen. Sobald Regen auf ihre toten Blätter trifft, entrollt sie ihre Blätter wieder und lässt die Samen frei, welche dann keimen können.

Rose von Jericho Foto: AdobeStock_max_jr
Rötliche Farbvariationen bei getrockneten Jericho-Rosen Foto: AdobeStock_max_jr

Was wie eine wundersame Wiederbelebung wirkt, ist ein rein physikalisches Phänomen – die Pflanze bleibt tatsächlich tot – der Vorgang ist deshalb nicht weniger beeindruckend. Die Zellen der Pflanze werden mithilfe von Kapillarkräften mit Wasser gefüllt, sodass sich die Triebe wieder entfalten. Der Vorgang kann unbegrenzt wiederholt werden, auch wenn keine Samen mehr enthalten sind.

Blätter, Blüten und Früchte der Rose von Jericho

Die Blätter der Rose von Jericho sind klein, eiförmig und behaart. Die Härchen schützen sie im rauen Wüstenklima vor zu großem Wasserverlust. Etwa von März bis April bilden sich winzige, weiße Blüten, aus welchen später kugelförmige Früchte mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern entstehen.

Rose von Jericho Foto: AdobeStock_Sarit Richerson
Blühende Rose von Jericho in der Sandwüste Foto: AdobeStock_Sarit Richerson

Standortbedingungen

Falls Sie ausschließlich den Auferstehungseffekt der Rose von Jericho bewundern möchten, lassen sich ganz einfach bereits vertrocknete Exemplare der Pflanze erwerben. Natürlich können Sie sie aber auch auspflanzen. Sie benötigt dann einen windgeschützten und sonnigen Standort mit einem sandigen Boden sowie Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius.

Pflege

Legen Sie die Rose von Jericho in ein flaches Gefäß mit kaltem Wasser, um die ‚Auferstehung‘ mitzuerleben. Die Triebe entfalten sich dann innerhalb einiger Stunden. Wenn Sie länger etwas von der Wunderpflanze haben und den Vorgang öfter wiederholen möchten, sollte sie nicht länger als einige Tage im Wasser bleiben.

Nach jedem Bad sollte die Rose von Jericho getrocknet werden und dann für etwa zwei bis drei Monate in Ruhe gelassen werden.

Noch lebendige Pflanzen brauchen wenig Pflege. Sie müssen nur selten gegossen und überhaupt nicht gedüngt werden. 

Rose von Jericho Foto: AdobeStock_Светлана Чуйкова
Getrocknete Rose von Jericho Foto: AdobeStock_Светлана Чуйкова

Verwendung der Rose von Jericho

Die scheinbar unsterbliche Echte Rose von Jericho gilt als glücksbringende und heilende Pflanze. In der Bibel wird sie als von der Jungfrau Maria gesegnete Pflanze beschrieben. In Ägypten gilt die Pflanze bis heute als heilig und in Israel hat sie religiöse Symbolkraft. Bei der richtigen Lagerung bleibt sie lange erhalten und lässt einen immer wieder am Wunder ihrer vermeintlichen Auferstehung teilhaben.

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