Mangold als Starkzehrer im Gemüsebeet. © GartenFlora

Mangold – Das bunte Sommergemüse

Die Feinschmecker haben den Mangold vor einiger Zeit wiederentdeckt, die Gärtner hatten ihn natürlich nie vergessen – kein Wunder, das spinatähnliche Gemüse ist äußerst ertragreich und einfach zu kultivieren.

Mangold – Schön und gesund

Mangold im Nutzgarten als Gemüse
Gute Nachbarn für die Mischkultur mit Mangold sind Radieschen, Rettich, Möhren, Bohnen, Rote Bete und alle Kohlarten. Buntstielige Mangold-Sorten passen sogar auch ins Blumenbeet.

Auf dem Balkon meiner Schwester blühen in diesem Jahr nur wenige Blumen. In den Kästen und Kübeln wachsen stattdessen Pflücksalat, Tomaten, ganz viel Basilikum und wunderschöner rotstieliger Mangold. Ich bin so begeistert, dass ich das hübsche Gemüse auch noch schnell bei mir im Garten aussäen will. Spätestens Ende Juli sollte das erledigt sein.

Bis ich die ersten Blätter ernten kann, besorge ich mir meinen Mangold auf dem Wochenmarkt. Im Supermarkt bekommt man das Gemüse eher selten.

Denn obwohl sich Mangold unkompliziert kultivieren lässt, wird er bei nur uns in recht geringem Umfang angebaut. Dagegen zählt Mangold in Italien und auf dem ganzen Balkan zu den gängigsten Gemüsekulturen.

Der Ursprungsort der Mangold-Pflanze

Mangold ist ein sehr altes Gemüse. Von den Babyloniern wurde es bereits seit 800 v. Chr. angebaut. Die Wildform des Mangolds, die Wild-Bete (Beta vulgaris subsp. maritima), hat ihren Ursprung vermutlich im Mittelmeerraum. Nach  Deutschland kam der Mangold wohl mit den Römern und war hier bis zum 17. Jahrhundert eines der beliebtesten Gemüse, bis er nach und nach vom Spinat verdrängt wurde.

In Vergessenheit geriet der Mangold glücklicherweise nie. Viele Gärtner möchten ihn nicht missen, weil er eine wunderbare Alternative zum Spinat ist. Denn Sommerspinat wächst zwar gut und blüht auch nicht, die Sommersorten sind aber nicht so ertragreich.» GartenFlora Shop: Saatgut von Mangold online bestellen

Unterschiede zwischen Stiel- und Blattmangold

Bei Mangold unterscheidet man zwischen Stiel- und Blattmangold: Stielmangold (Beta vulgaris var. flavescens) bildet dicke, breite Blattstiele aus. Man verwendet die Stiele, die wie Spargel zubereitet werden können. Dazu das Blattgrün entfernen, Stiele schälen, in Stücke schneiden und dünsten.

Der Schnittmangold (Beta vulgaris var. vulgaris) hat große gekrauste oder glatte Blätter, die man wie Spinat verarbeitet. Natürlich können Sie vom Blattmangold genauso die Stiele essen wie vom Stielmangold die Blätter.

Gesunder Mangold

Mangold ist reich an Provitamin A, Vitamin B₁ und B₂ und Vitamin C, wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium, Phosphor, Eisen und Magnesium sowie Folsäure.

Wem nicht wie mir erst im Juli einfällt Mangold auszusäen, kann ab April loslegen. Ich habe mich für die Blattmangold-Mischung ‘Bright Lights’ entschieden.

Die Samenknäuel säe ich direkt ins Beet, 3 cm tief in Reihen mit 40 cm Abstand. Nach dem Auflaufen lasse ich dann nur die kräftigsten Pflänzchen stehen und vereinzele auf 20 cm.

Weil Mangold ein Mittel- bis Starkzehrer ist, arbeite ich vor der Aussaat noch Kompost ins Beet. Im Sommer werde ich mit Hornmehl oder Brennnesseljauche nachdüngen.

Weitere Tipps für den Mangold-Anbau

Eine Mangold Jungpflanze in der Größe eines Fingers.
Eine Mangold Jungpflanze in der Größe eines Fingers.

Mangold benötigt während des Wachstums viel Feuchtigkeit. Deshab mulche ich, das reduziert die Verdunstung. Nach sieben bis zehn Wochen kann ich bestimmt die ersten Stiele ernten, den ganzen Sommer über bis zum ersten Frost.

Einige Mangold-Sorten (‘Lukullus’ und ‘Brillant’) lassen sich sogar überwintern. Dazu schneide ich die Pflanzen vorm ersten starken Frost eine Handbreit über dem Boden ab und decke sie mit Reisig, Stroh oder Vlies zu.

Im Frühjahr fängt der Mangold wieder an auszutreiben. Leider sind die schönen bunten ‘Bright Lights’, die hoffentlich bald meinen Garten schmücken, nur mäßig winterhart. Ich muss mir also schnell noch ‘Lukullus’ besorgen.

Monica Lietzau

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