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Mistelzweig:Tradition zu Weihnachten

Mistelzweig – voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Mythen und Legenden ranken sich um die Mistel. Für unsere Ahnen galten die parasitär wachsenden Pflanzen als magisch und heilig. Denn sie wachsen losgelöst vom Boden, hoch oben in den Baumkronen – dorthin konnten sie nur durch Götterhand gelangt sein, so die Annahme. Auch heute noch fasziniert sie uns mit ihrer ungewöhnlichen Lebensweise. Und in der Weihnachtszeit hat der Mistelzweig seinen großen Auftritt.

Misteln und ihre spezielle Wuchsart

Die immergrüne Mistel bezeichnen Botaniker*innen als Halbschmarotzer. Denn die Pflanzen gedeihen hoch oben auf Bäumen, wo sie mithilfe ihrer Saugwurzeln die Leitungsbahnen der Gehölze anzapfen und sich so von deren Wasser- und Nährstoffhaushalt ernähren. In einigen Gegenden hat sich die Mistel in den vergangenen Jahren rasant verbreitet und gefährdet mitunter wertvolle Streuobstwiesen.

Hinweis: Entgegen der weitläufigen Meinung sind nicht die Beeren der Mistel giftig, sondern alle anderen Teile der Pflanze.

Bei kühleren Temperaturen im Freien bleiben Mistelzweige besonders lange frisch. [Foto: AdobeStock_alho007]

Alter Brauch: Unter dem Mistelzweig darf man küssen

Kleiner Mistelzweig an einem geschmückten Tannenbaum. Foto: AdobeStock_Jochen Seelhammer
In Kombination mit weihnachtlicher Beleuchtung kommt der Mistelzweig besonders gut zur Geltung. [Foto: AdobeStock_Jochen Seelhammer]

Ihre ungewöhnliche Lebensweise gab unseren Vorfahren Rätsel auf. Die Mistel wurde zur mächtigen Zauberpflanze. Im Haus aufgehängt, sollte sie Schutz vor Hexen, bösen Geistern und Feuer geben. Medizin aus dieser Pflanze sollte Krankheiten heilen. Und den keltischen Druiden galt sie sogar als die heiligste aller Pflanzen. Aber nur, wenn sie auf Eichen wuchs. Denn diese sind sehr selten und wurden darum als besonders wertvoll angesehen. Mit einem goldenen Messer in der Tasche kletterten die zauberkundigen Druiden auf Eichen, um die Mistelzweige zu ernten.

Auch für die Germanen galt die Mistel als heilig: Zur Wintersonnenwende wurden Mistelzweige als Glücksbringer geerntet. Es lässt sich vermuten, dass derartige Traditionen schließlich ihren Weg ins Christentum fanden und der Mistelzweig so zum symbolischen Weihnachtsschmuck wurde.

Ein Mistelzweig über der Tür soll noch immer böswillige Geister fernhalten und wird, vor allem in den USA und Großbritannien, zum Kuppler für Liebende: Wer darunter steht, darf sich küssen. Auch wenn wir heute verstehen, wie die Mistel lebt, glauben wir noch an ihre Zauberkraft. Vor allem zum Weinachtsfest – das etwa in die Zeit der keltischen Wintersonnenwende fällt.

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Das Küssen unterm Mistelzweig geht auf eine germanische Legende zurück. Der beliebte, nahezu unverwundbare Göttersohn Baldur fiel einem Streich des heimtückischen Loki zum Opfer. Der brachte Baldurs Bruder dazu, mit einem Mistelzweig auf Baldur zu schießen. Diesen konnte nur eine Mistel töten. Baldurs Mutter Frigga erweckte ihn wieder zum Leben, woraufhin diese Pflanze der Göttin der Liebe geweiht wurde. Die Mistel wurde zum Liebessymbol, und fortan war unterm Mistelzweig küssen erlaubt.

Mistelzweig an Weihnachten

Mittlerweile hat sich der Mistelzweig auch unabhängig von Legenden und Brauchtümern als beliebte Weihnachtsdekoration etabliert. Mehrere Zweige können beispielsweise mit einem hübschen Band zu kleinen Sträußen zusammengebunden werden und so an der Zimmerdecke oder über der Haustür aufgehängt werden. Misteln werden aber auch gerne als Tischdekoration, Weihnachtsbaumschmuck oder zusammen mit anderen Zweigen in Weihnachtskränzen verwendet. Mistelzweige werden um die Adventszeit unter anderem auf Wochenmärkten angeboten, aber auch in Gärtnereien oder Blumengeschäften wird man fündig.

Mistelzweige mit weißen Beeren. Foto: AdobeStock_natagolubnycha
Misteln sind zweihäusig – die Beeren bilden sich nur an weiblichen Pflanzen. [Foto: AdobeStock_natagolubnycha]

Gut zu wissen: Dass Misteln unter Naturschutz stünden, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Für den privaten Gebrauch dürfen Sie also auch einige Zweige aus der freien Natur entnehmen. Wichtig ist nur, dass Sie beim Abschneiden den Wirtsbaum nicht verletzen.

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