Schöne Staudenbeete selber anlegen – Tipps zur Gestaltung und Pflanzenwahl

Farbharmonie von Lavendel mit Eryngium

Oft wird die Rolle der Blütenform unterschätzt, doch dieses farbharmonische Beispiel lebt gerade von der Struktur! Foto: iverde

Das perfekte Beet im eigentlichen Sinn gibt es nicht. Jeder mag andere Farben, Formen, Muster. Fast jeder hat sich aber auch schon sein persönliches Traumbeet –  das für ihn perfekte – ausgemalt. Hier einige Grundregeln und Kniffe, damit endlich wird, was die Phantasie uns versprach.

Wer mit wem?

Kurz gesagt: Nur Standortansprüche und Wuchsverhalten (keine Wucherer zwischen zarten Nachbarn) müssen passen, sonst ist erlaubt, was gefällt. Häufig wird die Rolle der Blütenform unterschätzt, dabei leben farbharmonischen Pflanzungen oft besonders von dieser Struktur! Auf trockenem Grund, wie auf unserem großen Foto oben, sind es zum Beispiel Lavendel mit Eryngium.

Honiglauch (Nectaroscordum) fügt sich mit seiner grünlichen Blüte in jedes Farbkonzept und bereichert es durch spiralförmigen Austrieb, skurrile Knospen und Samenstände sowie einzigartige Blütentrauben.


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Diven und Chorknaben - gestalten mit Leitpflanzen und Co

Sie kennen die Standardregel: In einem Beet, das an eine Mauer oder Hecke grenzt, wird von klein (vorne) nach groß (hinten) gepflanzt. So stützen sich die Pflanzen gegenseitig, nackte Stängel werden verdeckt, überhaupt wirkt alles sehr stimmig –  wobei Ausreißer willkommen sind!

Dabei werden Stauden, die im Zentrum oder Hintergrund des Beetes die Blicke einfangen und festhalten, als Leitpflanzen bezeichnet. Groß und imposant stehen sie da, am besten auch noch lange nach der Blüte mit hübschen Samenständen.

Klassische Leitstauden sind Wasserdost, Rittersporn oder Sonnenhut, im Schatten auch großblättrige Funkien. Um diese tonangebenden Diven sammeln sich die zurückhaltenderen Begleiter, die Chorknaben.

Der Großteil der Stauden bietet sich dazu an, etwa höhere Storchschnäbel, Indianernesseln, Mädchenaugen. In Farbe, Struktur und Blütezeit sollten sie zur Leitpflanze passen bzw. diese ergänzen.

Für den Beetvordergrund schließlich eignen sich niedrige, immergrüne oder sehr früh austreibende Stauden wie Purpurglöckchen und Frühlings-Platterbse. Wer auf Höhenstaffelung aber verzichtet und hauptsächlich gleich hohe Stauden setzt, erreicht eine wiesenartige Anmutung des Beetes, wie in unserem Foto.

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Dauerbrenner

Klar, im Mai und Juni gibt es in den Beeten kein Halten mehr: Jetzt ist Hauptblütezeit! Damit’s auch davor und danach immer hübsch aussieht, braucht jede Pflanzung ein, zwei dauerblühende Arten.

Auf nahezu allen Böden lässt die Knautie (Knautia macedonica) von Juli bis zum Frost ihre Blütenknöpfe tanzen. Wie luftige Gräser ist auch sie nicht unbedingt an ein Höhenkonzept gebunden, sondern lässt sich wahllos mal hier, mal dort einstreuen. Weitere Dauerblüher sind z. B. Bergminze (Calamintha nepeta), Storchschnäbel wie ‘Rozanne’ und ‘Tiny Monster’, Patagonisches Eisenkraut.

Klotzen, nicht kleckern

Eine Nelke, ein Stiefmütterchen, ein Gänseblümchen, eine Rose ... zugegeben, in manchen Beeten wie auf unserem Foto gibt es eine Menge zu entdecken.

Allerdings fehlt dem Sammelsurium aus Pflanzenarten oft die Verbindung, die gemeinsame Idee hinter dem Ganzen. Gut inszeniert empfinden wir eher ein Beet, in dem unser Auge auf bereits Bekanntes trifft, Wiederholungen entdeckt.

Wie etwa auf dem Foto mit den Trittsteinen und den beiden säulenartig gewachsenen Nadelbäumen, das eine deutlich größere Fläche mit gleichzeitig weniger Pflanzenarten zeigt:

Gaura, Artemisia, Eryngium und Perovskia, dazu Gras (Carex buchananii) und Rosmarin, wiederholen sich immer wieder, ohne dabei langweilig zu wirken.

Als Faustregel gilt: Setzen Sie auf Flächen von 5 bis 10 m2 höchstens fünf verschiedene Pflanzenarten und dabei mehrere Individuen pro Art.




In einem guten Verhältnis

Der Wasserdost ist der Inbegriff einer Leitpflanze –  und wird seiner Rolle meistens mehr als gerecht. Dabei kann er ber unterschiedlichen wirken. Harmonisch zum Beispiel, wenn der Kraftprotz von üppigen Gräsern umschmeichelt wird und durch ein gestalterisches Element wie einen kleinen Sitzplatz mit Brunnen ein ebenbürtiges, optisches Gegengewicht erhält.

Völlig anders dagegen ist die Wirkung, wenn er zu dominant ist. Ein Beispiel: Wenn  das Auge schnurstracks über niedrigere Pflanzen hinweg auf die im Verhältnis zu große und hohe "Wuchtbrumme" gelenkt wird. Dann ist ein mäßig wachsenderer Dost wie ‘Baby Joe’ (nur 70 statt 200 cm Wuchshöhe) passender. Bedenken Sie also schon beim Pflanzen, wie groß die Stauden werden und ob sie der Größe des Beetes auch später noch angemessen sind.

Kurzes Leuchtfeuer

Türkischer Mohn und Tulpen sind prächtige Pflanzen, die all ihre Energie in einer kurzen, dafür um so heftigeren Blühphase verfeuern. Danach ziehen sie sich erschöpft in den Boden zurück, das Laub zieht allmählich ein und hinterlässt über den Sommer kahle Stellen. Solch kurze Leuchtfeuer sollten also stets von beständigen Stauden umgeben sein, deren sommer- oder immergrünes Laub entstehende Freiflächen zuverlässig verdeckt. Ideal sind zum Beispiel horstig wachsende Storchschnäbel, Katzenminzen oder auch Gräser.

» Selber säen für effektvolle Leuchtfeuer: Mohn - macht süchtig

Einfach mal eingestreut

Das Blumenbeet bleibt nicht allein den Stauden vorbehalten. Einjährige Sommerblumen können starke Akzente setzen oder entstandene Lücken kurzfristig schließen. Vor allem bei der Neuanlage eines Beetes kommen sie zum Zuge und bedecken den nackten Boden zwischen den noch kleinen, auf Abstand gesetzten Jungstauden. Auch in etablierte Rabatten bringen sie Schwung, wie zum Beispiel der pastellfarbene Klatschmohn ‘Mother of Pearl’. Zum Keimen braucht er nackten Boden, also beim Hacken im Frühjahr einfach mit aussäen.

Allein und in der Gruppe - ganz unterschiedliche Wirkung

Als Beispiel zwei Schattenbeete, die mit den gleichen Pflanzen bestückt sind: Funkien und Fingerhut. Die Regeln „weniger Arten“ und „mehr Pflanzen pro Art“ werden jeweils erfüllt, doch sitzen die Fingerhüte Bild lins dicht aufeinander, während sie im Bild weiter unten wie zufällig zwischen die Funkien gekleckert sind.

Diese scheinbar zufällige Verteilung ist entscheidend, wenn es natürlich aussehen soll – gerade bei nur zwei Pflanzenarten im Beet kann es gern kunterbunt durcheinander gehen. Bei mehreren Arten schafft man den Spagat zwischen unnatürlicher Ordnung und wiesenhaftem Durcheinander, indem mehrere Exemplare einer Art zusammengesetzt und so kleine Gruppen gebildet werden.

Am besten wirken dabei unregelmäßige Zahlen, also etwa drei bis fünf Gruppen pro Art, die verschiedene Abstände zueinander haben.

Abgesehen davon empfiehlt sich bei Zweijährigen wie dem Fingerhut generell keine konzentrierte Pflanzung: Nach der Blüte sterben sie ab und hinterlassen dann ein umso größeres Loch.

» Sommer aus der Tüte


Ausreißer fallen auf

Immer schön von klein nach groß? Einer typischen Höhenstaffelung fehlt zuweilen der Pep! Spannung bringen Ausreißer, die sich um die Ordnung nicht scheren. Ein liebenswerter Querkopf ist der Zierlauch, der seine Kugeln frech über die Beet-Einfassung schweben lässt. Durch seinen luftigen Wuchs verdeckt er keine hinteren Stauden und bringt auch die Grundordnung nicht durcheinander – er sorgt einfach für etwas Schwung. Der Trick wirkt aber nur, wenn man sich auf wenige Abweichler beschränkt.

» Eindrucksvoll und sehr präsent: Kugelblüten im Staudenbeet


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Eine kleine Inselwelt

Inselbeete auf der Rasenfläche laden dazu ein, umrundet und erkundet zu werden, sie verleihen dem Garten Tiefe. So in den Fokus gerückt, sollte das Beet immer ordentlich erscheinen, pflegeleichte Pflanzen wie Frauenmantel sind empfehlenswert, dazu eine oder zwei Arten mit klaren Blattstrukturen, wie beispielsweise Schwertlilien. Sie sorgen dafür, dass eine Rabatte nie chaotisch aussieht. Übrigens: Der Durchmesser eines Inselbeetes sollte mindestens doppelt so groß sein, wie seine größte Pflanze hoch ist. Nur so wirkt’s!


Kleines ganz groß!

In kleinen Beeten wird von eigentlich jeder Pflanze erwartet, dass sie ganzjährig zum Hingucker taugt. Für Kurzlebiges ist einfach zu wenig Platz. Ein gutes Grundgerüst bilden zum Beispiel immergrüne Buchskugeln und die ebenfalls immergrünen (bzw. -silbrigen) Polster des Heiligenkrauts (Santolina).

Mit Blüten, Blättern und selbst Stängeln steuert Fetthenne ‘Matrona’ Purpur hinzu, das Mannstreu (Eryngium) liefert sattes Blau. Aus den immergrünen, exquisiten Blattrosetten der Kardendistel (Morina) werden sich bald rosafarbene Blütenwalzen schieben. All diese Stauden zeichnen sich durch attraktive Samenstände aus, die auch im Winter den Blick einfangen.

» Grazile Vielfalt - mit Gräsern durchs Gartenjahr

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