Vorwitzige Zwerge

Puschkinien (Puschkinia scilloides)

Wie kleine Hyazinthen wirken Puschkinien (Puschkinia scilloides) mit ihren weißen, blau gezeichneten Blüten.

Schneeglöckchen, Tulpen, Osterglocken – die kennen Sie alle. Aber mit diesen Blütenminis, die sich im zeitigen Frühjahr aus dem Boden wagen, können wir Sie vielleicht noch überraschen?

Die zaghaft wärmende Vorfrühlingssonne lockt schon ab Mitte Februar erste wagemutige Blüher aus der Reserve. Blütenkätzchen von Hasel, Sal-Weide oder Schwarz-Erle sorgen für eifriges Hummelbrummen in der Luft: Die robusten „Pelztiere“ schwärmen bereits bei niedrigen Temperaturen zur Nektar- und Pollensuche aus. Wer Blumenzwiebeln pflanzt, kann damit auch den früh ausschwärmenden Insekten Gutes tun, denn so zeitig im Jahr blühen nur wenige andere Pflanzen.

Zwiebelblumen für wunderbare Vorfrühlingsimpressionen

Auch unter der Erde regt sich was: Kleine Blütenzwerge bahnen sich mit Hilfe ihrer Kraftreserven in Zwiebeln und Knollen den Weg zum Licht. Noch vor den fröhlichen Blüten von Tulpen, Osterglocken und Hyazinthen schieben sich filigrane, jedoch erstaunlich robuste Triebe von Winterlingen, Schneeglöckchen und Märzenbecher aus dem Boden. Ihre Strategie: Schnell noch Licht und Wärme tanken, bevor das austreibende Laub höherer Gewächse alles beschattet!

Dieses Bestreben bereichert die Natur um wunderbare Vorfrühlingsszenen: Zart-violett gewebte Teppiche aus Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus), wie man sie zum Beispiel im Husumer Schlosspark bewundern kann. Kein Märzspaziergang ohne rosa-weiße Blütentuffs des Gefingerten Lerchensporns, violett aus dem Laub hervorblitzende Leberblümchen, von weißen Blütensternen des Busch-Windröschens überzogene Flächen!

Seltener anzutreffen ist das lila Balkan-Windröschen (Anemone blanda), eine Anemonen-Art. Auf locker-humosem Boden unter Laubgehölzen webt es bald dichte Blütenteppiche. Ebenfalls kaum bekannt ist der Kaukasische Blaustern (Scilla mischtschenkoana), auch Hellblütige Sternhyazinthe genannt.

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Erfrischendes Blütenblau

TraubenhyazinthenDer Puschkinie ähnelnd, trifft er sich bereits ab Mitte Februar zum Stelldichein mit Schneeglöckchen und Winterling. Seine Verwandten, Zweiblättriger (Scilla bifolia) und Sibirischer Blaustern (S. siberica), ziehen dann ab März/April blaue Bänder zwischen Gehölze oder durch den Rasen.

Ab Ende Februar schon beschert einem die Traubenhyazinthen-Art Muscari azureum „den Himmel auf Erden“. Von zarterem Blau als Muscari armeniacum, harmoniert sie mit frühen Wildtulpen oder mit Mini-Narzissen. Ihre Vorliebe für Licht, Trockenheit und Wärme macht sie zur idealen Partnerin im Steingarten.

Apropos Narzissen: Niedrige Alpenveilchen-Narzissen (Narcissus cyclamineus) oder Reifrock-Narzissen (N. bulbocodium) schmücken von März bis Mai mit ihren zierlichen, aber kräftigen gelben Blütchen Beete, Steingärten und Pflanzgefäße.

Auch die bekanntesten Zwiebelblumen, die Tulpen, haben weniger kleinere Geschwister wie die hübsche Tulipa tarda, eine zierliche Tulpe mit sternförmigen Blüten.

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Raritäten für den Frühlingsgarten

Für Liebhaber des Besonderen präsentiert die exotisch anmutende Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis) ab März ihre pinkfarbenen, alpenveilchenartigen Blüten. Ihren Namen erhielt sie wegen der länglich-zugespitzten, gekrümmten Form der Zwiebeln. Schwach saure, durchlässig-humose Lehmböden sind ihr Milieu. Im ersten Jahr bildet sie nur Blätter aus, um Kraft zu schöpfen. Wenn der Gärtner sie während des Wachstums nicht austrocknen lässt, wird er im kommenden Jahr mit Blüten belohnt.

Weitere märzblühende Raritäten gefällig? Die Fuchstraube oder Glockenlilie (Fritillaria uva-vulpis) mit ihren braun-gelben Blütenglöckchen liebt frische, durchlässige, nährstoffreiche Böden. Sie ist eine der einfach zu kultivierenden Schachbrettblumen.

„Blaublütig“ ist der Schneeglanz, auch Schneestolz genannt: Ab März begeistern die blauen Blüten von Chionodoxa forbesii ‘Blue Giant’. Im April gesellen sich die lavendelblauen Blütensterne von C. luciliae dazu. Schön mit Forsythien oder Winterjasmin am warmen Gehölzrand. Tolles Duo: Schneestolz mit dunkellaubiger Orientalischer Lenz- bzw. Christrose.

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Verwilderung - farbenfrohe Blüteninseln

LeberbluemchenDie filigranen Vorfrühlingsblüher sind ideal zum Verwildern unter Gehölzen, in Beeten und im Rasen.

Viel zu früh für Zwiebelgewächse wird der Rasen meist im April zum ersten Mal geschnitten! Ihr Laub muss zunächst genügend Kraftreserven für die kommende Saison sammeln.

Deshalb sollten Sie erst nach dem Einziehen der Zwiebelpflanzen mähen, also Mitte bis Ende Mai.

Eingestreut zwischen Stauden und Gehölze, können die zarten Blüten von Zwiebeln und Knollen auch in Beeten zauberhafte Akzente setzen. Durch ihren frühen Rückzug ist ein Platz inmitten der Bepflanzung besser. Spät austreibende Pflanzen wie Funkien oder Silberkerzen kaschieren vergehendes Laub.

Auch im Steingarten dürfen Zwiebelblüher nicht fehlen. Hier sind Wildtulpen, Mini-Narzissen, Traubenhyazinthen und andere trockenheitsverträgliche Arten ideal. Der Klassiker: als „gemischtes Doppel“ zusammen mit Frühlingsblühern wie Stiefmütterchen oder Vergissmeinnicht!

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Vorsicht bei der Bodenbearbeitung, damit Zwiebeln oder Knollen geschont werden. Bringen Sie die kleinen Kraftpakete bis spätestens Anfang November in den Boden, damit sie gut einwurzeln können. Faustregel: zwei- bis dreimal so tief legen, wie die Knollen oder Zwiebeln hoch sind. Eine dicke Laubdecke hält die Feuchtigkeit und schützt vor Kälte.
Karin Wachsmuth
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