Schnecken den Appetit verderben – mit schneckenfesten Pflanzen

Lavendel ‘Munstead’

Manche Pflanzen werden wegen bestimmter Inhaltsstoffe oder durch behaarte oder sehr feste Blätter von Schnecken verschmäht. Auch Lavendel gehört zu den schneckenfesten Pflanzen.

Zähne? Aber ja! „Das Maul der Schnecke ist mit einem furchterregenden Instrument in Gestalt einer bemerkenswerten, schwertartigen Zunge bestückt … (mit einer) riesigen Menge äußerst scharfer kleiner Zähne … Die schiere Anzahl dieser Zähne ist unglaublich“, schrieb die Zeitschrift für Diät und Hygiene bereits im Jahre 1900 sehr zu Recht.

Mittlerweile hat man nachgezählt: Auf der Zunge einer durchschnittlichen Weinbergschnecke tummeln sich über 40000 Zähne – zu unserem Glück jedoch in so geringer Größe, dass man schon ein Mikroskop braucht, um sie auszumachen. Viele Pflanzen allerdings sind den winzigen Zähnchen schutzlos ausgeliefert und werden zuweilen in einer einzigen Nacht gnadenlos niedergeraspelt. Gerade Dahlien- und Funkiensammler können ein Lied davon singen.

» Schnecken bekämpfen

Blühende Appetitverderber

Einige Gewächse schützen sich durch behaarte, stachelige oder sehr feste Blätter, andere wie Eisenhut, Fingerhut, Pfingstrose und Maiglöckchen lagern Giftstoffe ein. Auch sehr fein gefiedertes Laub wird oft verschmäht. Doch: Letztlich hat jede Schnecke ihren eigenen Geschmack. Und wer weiß schon, welch angenehme Rauschzustände die hochgiftigen Eisenhut-Blätter bei den Schleimern auslösen? Immerhin gehört der Eisenhut zu den Pflanzen, die meist nur dann behelligt werden, wenn nichts anderes zur Verfügung steht.

In der Liste unten befindet sich der Eisenhut in der Rubrik „Notnagel“. Auf die Schönheiten im roten Bereich sollten sehr schneckengeplagte Gärtner (oft liegt ihr Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft von Wiesen, Wäldern, Gewässern) am besten ganz verzichten. Oder aber auf ähnliche, robustere Alternativen ausweichen: Ballonblume statt Glockenblume, Bergenie statt Funkie, Staudenphlox statt Rittersporn.

» Stauden für Anfänger

Tipps zum Schutz vor Schnecken

Helfen kann es auch, gefährdete Pflanzen erstmal in Töpfen vorzuziehen: Das Tränende Herz zum Beispiel gehört als Jungpflanze zur Leibspeise der Schnecken, wird im Alter jedoch zuverlässig gemieden. Auch Sommerblumen wie Zinnien oder Sonnenblumen sollten in schneckengefährdeten Lagen erst dann ausgepflanzt werden, wenn ihr Laub schon reichlich derb geworden ist. Gemüse und Kräuter lassen sich in Hochbeeten, die durch einen unüberwindbaren Schneckenzaun geschützt sind, bestens kultivieren.

Und die Pflanzen im grünen Bereich? Es ist nicht bekannt, warum Geißbart, Feder-Nelke oder Farne wirklich nie angerührt werden. Freuen wir uns einfach, dass es so ist! Und pflanzen wir sie am besten gleich zu mehreren. Denn auch bei Schnecken gilt: „Der Appetit kommt beim Essen.“ Wo es nichts zu holen gibt, werden die Schleimer also bald die Lust verlieren und – so schnell es einer Schnecke eben möglich ist – das Weite suchen.

Kerstin Ackermann        

GartenFlora Pflanzen-Paket mit schneckenfesten Stauden

Augenweide im Sonnenbeet

Die Gärtnerei Gaissmayer hat ein Set aus 18 Stauden geschnürt, die Schnecken den Appetit verderben. Für trockene, eher magere Böden in vollsonniger Lage. Schwere Böden mit Sand auflockern. Preis: 53,50 € (zzgl. 6,90 € Versand) statt 63,80 € im Einzeleinkauf.

1 Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris, 3x) Einheimische Magerrasenpflanze, die im März/April blüht und danach sehr zierende, fedrige Samenstände bildet. Am geeigneten Standort maßvolle Selbstaussaat

2 Kaukasus-Storchschnabel (Geranium renardii, 2x) Dank ihres grauschimmernden Laubes mit gekräuselten Blatträndern geht die Art als blühende Blattschmuckstaude durch. In milden Wintern sogar wintergrün!

3 Spornblume (Centranthus ‘Albus’, 1x) Anspruchslose Pflanze, die warme, kalkhaltige, gerne auch schottrige Böden liebt und hier von Juni bis September blüht. Ein Rückschnitt nach dem ersten Hauptflor intensiviert den folgenden.

4 Dost (Origanum ‘Aromatico’, 1x)
Eine 25–40 cm hohe Oregano-Sorte mit sehr attraktiven Blütenständen, die auch für die Trockenbinderei genutzt werden.

Die Triebspitzen und Blüten haben ein mildes Aroma: unentbehrlich für italienische und griechische Gerichte.

5 Woll-Ziest (Stachys byzantina, 3x)
Eine Streichelpflanze mit silberwolligen Blättern, die mit der Zeit einen stattlichen Teppich bilden. Aus ihm schieben sich im Juni/Juli rosafarbene Blütenstände empor.

6 Fetthenne (Sedum ‘Carl’, 2x) Als eine der ersten hohen Fetthennen erblüht ‘Carl’ ab August. Im Vergleich zu den oft gedämpft wirkenden Rosatönen älterer Sorten besticht diese durch ein brillantes, klares Rosarot. Dazu ein ausgesprochen schöner, geschlossener, sehr kompakter, halbkugeliger Wuchs

7 Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana ssp. niciciana, 1x) Mit ihrem buschigen Wuchs und den grüngelben Blüten, die auf schlanken Stielen einen großen Strauß bilden, ist diese bis 60 cm hohe Wolfsmilch eine echte Schönheit. Um zu voller Pracht aufzulaufen, braucht sie nur ein wenig Zeit.

8 Riesen-Federgras (Stipa gigantea, 1x) Sehr wirkungsvolles, 60 –180 cm hohes Gras, das bereits ab Juni seinen goldenen Blütenschmuck präsentiert. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, mindestens einen Meter Abstand zu den Nachbarpflanzen halten. Im ersten Winter bitte mit etwas Fichtenreisig schützen.  

9 Scheinsonnenhut (Echinacea pallida ‘Hula Dancer’, 2x) Grazile, schmale Zungenblüten umkränzen die erst grünlichen, später orangebraunen Blütenköpfe.

Wie eine Schar kleiner Tänzerinnen mit Baströckchen schwebt der Flor über unverzweigten Stängeln. Auch für Schmetterlinge eine Freude!  


10 Pyrenäen-Aster (Aster ‘Lutetia’, 1x) Von August bis weit in den Herbst hinein blühende Aster, die mit ihren bogig überhängenden Trieben wahre Blütenwolken zaubert. Robuste Pflanze, deren Pflegeaufwand sich in einem Rückchnitt im Frühjahr bereits erschöpft

11 Lavendel (Lavandula ‘Munstead’) ‘Munstead’ ist der altbekannte, gut winterharte Klassiker unter den Lavendelsorten. Er wird auch in öffentlichen Grünanlagen gerne verwendet. Die kompakten Horste werden nur etwa 40 cm hoch.

Paket mit schneckenfesten Stauden (solange Vorrat reicht) 


Übersicht: Pflanzen in der „Schneckenampel“

In „Warnstufe Rot“ sind die Leibspeisen der Schnecken gelistet. Im „Grünen Bereich“ eine Auswahl von Pflanzen, die sicher unbehelligt bleiben.

Warnstufe ROT
Dahlie, Dahlia
Funkie, Hosta
Lupine, Lupinus
Lilie, Lilium
Mädchenauge, Coreopsis
Rittersporn, Delphinium
Sonnenblume, Helianthus
Sonnenbraut, Helenium
Studentenblume, Tagetes
Zinnie, Zinnia

Nur der NOTNAGEL

Eisenhut, Aconitum
Feinstrahlaster, Erigeron
Gelenkblume, Physostegia
Habichtskraut, Hieracium
Herbst-Anemone, Anemone hupehensis
Leberblümchen, Hepatica
Lichtnelke/Leimkraut, Silene
Maiglöckchen, Convallaria
Pfingstrose, Paeonia
Purpurglöckchen, Heuchera
Schafgarbe, Achillea
Schwertlilie, Iris
Staudenphlox, Phlox

Alles im GRÜNEN Bereich
Ballonblume Platycodon
Bergenie, Bergenia
Blutweiderich, Lythrum
Ehrenpreis, Veronica
Elfenblume, Epimedium
Frauenmantel, Alchemilla
Geißbart, Aruncus
Großköpfige Flockenblume,
Centaurea macrocephala
Hauswurz, Sempervivum
Heide-Nelke/Feder-Nelke, Dianthus deltoides, D. plumarius
Nachtkerze, Oenothera
Nachtviole, Hesperis
Pfennigkraut/Gilbweiderich, Lysimachia 
spec. Schleifenblume, Iberis
Spornblume, Centranthus
Steinbrech, Saxifraga
Wolfsmilch, Euphorbia
Woll-Ziest, Stachys byzantina

» Genießen statt gießen


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