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Voraussichtliche Lesedauer:  4 Minuten

Waldmeistersirup: Frühlingsgruß aus der Flasche

Selina Menke
Online-Redakteurin

Kaum etwas lässt uns mehr in unserer Kindheit schwelgen als der blumig-süße Geschmack von Waldmeister. Ob in Maibowle, Tee, Brausepulver, Eis, Wackelpudding, Likör oder Erfrischungsgetränken wie Limonade – die ebenfalls hübsche Staude bietet mit ihrem Aroma einige Rezepte, die perfekt in den Frühling passen. Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie Waldmeistersirup zubereiten, der sich auch hervorragend eignet, um anderen Leckereien ein frühlingsfrisches Aroma zu verleihen.

Waldmeister ernten oder sammeln

Niedrig, hellgrün und unauffällig wächst Waldmeister in fast jedem Laubwald. Im Frühjahr gehört das ikonische Kraut sogar zu den Pflanzen, die sich nach den langen Wintermonaten als erstes wieder aus dem Boden strecken. Liebhaberinnen und Liebhaber werden die Blätter der Pflanzen dann zu Waldmeistersirup und anderen Leckereien verarbeiten. Und es gilt: Wer früh kommt, malt zuerst! Denn Sie sollten Waldmeister immer vor der Blüte ernten. Das geht entweder im nahe gelegenen Wald oder im eigenen Garten, vielleicht sogar auf dem eigenen kleinen Balkon.

Waldmeister Foto: AdobeStock_Guntar Feldmann
Waldmeister wächst auch in unseren Laubwäldern. [Foto: AdobeStock_Guntar Feldmann]

Je nach Standort beginnen sich die weißen Blüten der Waldmeisterpflänzchen bereits ab Anfang April und bis in den Juni zu öffnen. Generell sollte die Ernte immer einen Tag vor der Verwendung erfolgen, damit man den Blättern die Möglichkeit gibt, über Nacht etwas anzutrocknen.

Frischer Waldmeister oder Sirup: Basis für leckere Rezepte

Wer Waldmeistersirup zubereitet, kann gleich mehrere Rezepte mit wenig Zutun aromatisieren. Einfach mal einen Schuss Sirup in eisgekühltes Mineralwasser oder die erfrischende Eismischung geben und schon wird der Nachmittag im Garten zu etwas Besonderem. Maibowle ist natürlich der absolute Klassiker! Zudem konservieren Sie das Maikraut im Sirup und können es eine ganze Weile lang lagern. Perfekt, wenn der Geschmack des fein-würzigen Pflänzchens auch im restlichen Jahr für Genussmomente sorgen soll.

Im Mittelalter wurde Waldmeister übrigens schon als Arzneipflanze genutzt. Da beim Trocknen der grünen Pflanzenteile die enthaltenen Cumaringlykoside zerfallen, entsteht der für den typischen Geschmack verantwortliche Stoff Cumarin. Er kann beruhigend wirken, soll den Stoffwechsel anregen, Schmerzen lindern und die Nerven stärken. Ein Tee aus frischem Waldmeister empfiehlt sich daher auch als gutes Mittel gegen Schlaflosigkeit. Doch Achtung! Auf die richtige Dosierung kommt es an.

Die richtige Dosierung für Waldmeistersirup und Co.

Bei Waldmeister gilt: Vorsicht mit der Dosierung, denn in hoher Konzentration sollten Sie Cumarin lieber nicht verwenden. Der Stoff kann nämlich unter anderem Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Nur in geringen Mengen eingesetzt, weist er positive Wirkungen auf.

Waldmeistersirup Foto: AdobeStock_fotoknips
Waldmeistersirup wird aus den getrockneten grünen Pflanzenteilen der Staude gewonnen. [Foto: AdobeStock_fotoknips]

Alle Jahre wieder stellen sich Fans der aromatischen Pflanze im Hoch- oder Spätsommer dieselbe Frage: Warum gibt es kein Waldmeister mehr? Ab Juni und nach der Blüte ist der Cumaringehalt in den Pflanzen zu hoch.

Sie sollten Waldmeister nur im Frühjahr zwischen April und Juni und somit vor der Blüte ernten, wenn der Cumaringehalt noch niedrig ist. Verwenden Sie am besten auch nur kleine Mengen der Blätter und halten Sie sich immer strikt an die Mengenangaben, wie hier in unserem Rezept, wenn Sie z. B. Waldmeistersirup selber machen.

Ist Waldmeistersirup gesund?

Natürlich enthält Waldmeistersirup jede Menge Zucker und Kalorien, weswegen er auch nur in Maßen genossen werden sollte.

Doch Waldmeister kann auch ohne die Beimischung von Zucker als Tee getrunken werden. Auf diese Weise werden ihm die Linderung von Migräne, Kopfschmerzen, Angst, Magen-Darm-Krämpfen und Herzklopfen nachgesagt. Waldmeister-Tee soll auch entzündungshemmend, beruhigend, gefäßerweiternd, nerven- und herzstärkend wirken.

Für die heilsame Wirkung geben Sie das getrocknete Kraut (etwa einen Teelöffel) in circa 200 Milliliter kaltes Wasser und lassen das Gemisch über Nacht ziehen. Am nächsten Morgen können Sie die Flüssigkeit abseihen und nach Wunsch erwärmen.

Aber Vorsicht: Trinken Sie keinesfalls mehr als zwei Tassen am Tag! Bei Bedenken sprechen Sie am besten erst mit Ihrem Arzt.

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Waldmeistersirup in kleinem Glasfläschchen auf einem Holztisch. Rechts daneben steht ein kleiner geflochtener Korb mit gepflücktem Waldmeister. Foto: AdobeStock_fotoknips

Rezept für Waldmeistersirup

Waldmeistersirup eignet sich besonders gut für Limonaden, verschiedene Eiszubereitungen oder den beliebten Klassiker Wackelpudding. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Frühlingssirup problemlos zubereiten. Neben den unten angegebenen Zutaten benötigen Sie dann noch sterile Glasflaschen, Juteschnur, einen großen Kochtopf sowie ein Mull- oder Geschirrtuch bzw. ein feines Sieb. Etiketten zum Beschriften sind praktisch und wirken hübsch. Wer mag, kann für die grüne Färbung ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe verwenden.
Vorbereitungszeit 1 day
Zubereitungszeit 1 Stunde
Ziehzeit 2 Tage
Gericht Sirup
Küche Deutschland

Kochutensilien

  • sterile Glasflaschen für etwa 1½ L Sirup
  • großer Kochtopf (5 bis 10 Liter)
  • Juteschnur
  • Mull-, Geschirrtuch oder Sieb
  • ggf. Etiketten zum Beschriften

Zutaten  

  • 7 Stängel Waldmeister
  • 1 kg Zucker
  • 800 ml Wasser
  • 1 Bio-Zitrone
  • ggf. grüne Lebensmittelfarbe zum Einfärben

Anleitungen 

  • Lassen Sie die 7 Stängel Waldmeister für circa einen Tag trocknen, damit sich das klassische Aroma entwickeln kann. Hängen Sie die Stängel dazu zum Beispiel mit einer Juteschnur in die Sonne oder in der Küche an einem warmen Ort auf.
  • Am nächsten Tag können Sie mit der eigentlichen Zubereitung des Waldmeistersirups beginnen. Waschen Sie dazu die Bio-Zitrone unter heißem Wasser ordentlich ab und schneiden die Frucht in sehr dünne Scheiben.
  • Befüllen Sie einen Topf mit 800 ml Wasser und geben Sie 1 kg Zucker hinzu. Kochen Sie das Ganze unter ständigem Rühren auf. Sobald die Mischung klar ist, hat sich der Zucker aufgelöst und der Topf darf vom Herd.
  • Wenn der Sirup etwa eine Viertelstunde abkühlt ist, können Sie den Waldmeister an der Juteschnur kopfüber in die Mischung hängen und auch die Zitronenscheiben hinzufügen. 
    Unser Tipp: Damit die Stiele, in denen sich viele Bitterstoffe befinden, nicht in den Sirup tauchen, bietet es sich an, die Schnur so am Topfdeckel zu befestigen, dass nur die Blätter in die Zuckermischung reichen. Nun darf die Mixtur bei Zimmertemperatur für circa zwei bis drei Tage ziehen.
  • Ist das geschehen, nehmen Sie sich ein Mulltuch oder ein feines Sieb zur Hand und seihen den fast fertigen Waldmeistersirup dadurch ab.
  • Kochen Sie den Sirup noch ein letztes Mal auf. Im Anschluss können Sie ihn nach Bedarf mit grüner Lebensmittelfarbe färben, in zuvor desinfizierte Glasflaschen füllen und diese gut verschließen.
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Wie lange hält sich Waldmeistersirup?

Waldmeistersirup hält sich gut verschlossen, kühl und trocken gelagert für mehrere Monate – mit ein bisschen Glück sogar bis zum nächsten Frühjahr und somit bis zur nächsten Ernte.

Waldmeistersirup Foto: AdobeStock_fotoknips
Wenn der Sirup zubereitet ist, genügt ein Schuss und Ihr Mineralwasser verwandelt sich in leckere Limo. [Foto: AdobeStock_fotoknips]

Kleines Extrarezept: Süße Waldmeistereiswürfel

Es ist heiß im Garten und Sie lechzen nach einer unkomplizierten Erfrischung? Dann befüllen Sie doch eine Eiswürfelform mit unserem Sirup. Nach ein paar Stunden im Tiefkühler erhalten Sie so fein-süße Waldmeistereiswürfel, die in Mineralwasser oder Zitronenlimonade einfach herrlich schmecken.

Sie haben Lust, unser Rezept auszuprobieren, aber Sie wissen nicht, wo Sie Waldmeister in Ihrer Nähe finden? Dann pflanzen Sie die Staude doch im eigenen Garten oder auf dem Balkon an!

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie das geht: Waldmeister – Pflanzung und Verwendung der Wildpflanze

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