[Foto: AdobeStock_Katecat]

Stammrosen:Verkannte Gartenschönheiten

Wer einmal der Rose verfiel, ist noch nie geheilt worden. Darin sind sich Gartenbegeisterte einig, gleich ob sie einen eher klassischen, naturnahen oder modernen Gartenstil bevorzugen. Aber gilt das auch für Stammrosen? An der Stammrose scheinen sich die Geister zu scheiden. Dabei kommt es vor allem auf die gestalterische Umsetzung an, ob sich ein gelungenes Bild ergibt. Mit diesen Gestaltungstipps und Ideen für geeignete Beetpartner bekommen Sie vielleicht auch schon bald Lust auf diese extravagante Veredelungsform.

Stammrosen – voraussichtliche Lesedauer: 4 Minuten

Stammrosen: Kunst im Garten

Von „gekünstelt“ über „steif“ bis „unnatürlich“ reicht das Vokabular derer, die diesen gärtnerischen Kunstgriff ablehnen. Allerdings sind die Rosenbäumchen nicht künstlicher als „normale“ Strauchrosen. Denn fast alle Gartenrosen werden veredelt, nur sitzt die Veredlungsstelle in der Regel am Wurzelhals unter der Erdoberfläche. Anders bei der Stammrose: Hier okulieren Rosengärtner*innen eine geeignete Sorte in luftiger Höhe auf einen kräftigen Trieb der in drei Jahren gewachsenen Rosenunterlage.

Stammrosen. Foto: AdobeStock_Susann Bausbach
Statt einzelner, staksiger Stämmchen entsteht hier eine harmonische Blicklinie. [Foto: AdobeStock_Susann Bausbach]

Die Geschichte der Stammrosen

Rosenstämme kamen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode, das Veredeln von Rosen auf ein Stämmchen galt als Hohe Schule der Gartenkunst. Denn die aparten kleinen Rosenbäume passten perfekt zu den in damaliger Zeit sehr ornamental und symmetrisch ausgerichteten Gartenanlagen. Mit der zunehmenden Popularität von Landschafts- und Naturgarten verloren die Stammrosen dann aber ihre Aufgabe und verschwanden aus vielen Gärten. Rosenschulen haben die alte Kunst zum Glück nie aufgegeben. Und sie finden sich bestätigt: Rosenstämmchen werden heute in den kleineren Stadtgärten wieder gebraucht und sind dabei zusätzlich äußerst gefragt.

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Stammrosen. Foto: AdobeStock_wjarek
Im Park des französischen Château de Villandry werden Stammrosen klassisch in Szene gesetzt. [Foto: AdobeStock_wjarek]

Im ländlichen Bauerngarten mit Wegekreuz und Buchsrondell ist der Rosenbaum fast ein Muss. Stammrosen sind keine eigene Rosenklasse. Vielmehr veredelt man geeignete Sorten aus allen Klassen auf Unterlagenstämme verschiedener Höhen. Weichtriebige Kletterrosen, sogenannte Ramblerrosen, okuliert man auf besonders starke, etwa 140 Zentimeter hohe Stämme. Und statt an einer Rankhilfe nach oben zu streben, fallen ihre Blütenschleppen wasserfallartig zum Boden herab.

Hilfreiche Begleiter

Stammrosen. Foto: AdobeStock_EDEN
Trauerweide und Sommerblumen rahmen diese Stammrose optisch ein. [Foto: AdobeStock_EDEN]

Kaskadenrosen sind die einzigen Stammrosen, die auch sehr gut ohne Unterpflanzung auskommen. Bei allen anderen entscheidet das Fußvolk über die grandiose oder im ungüstigen Fall staksige Wirkung.

Als beste Begleiter haben sich locker oder auch teppichartig wachsende, pflegeleichte Stauden bewährt: Storchschnabel (zum Beispiel Geranium x cantabrigiense, G. x macrorrhizum oder G. pratense), Katzenminzen (Nepeta faassenii), Frauenmantel (zum Beispiel Alchemilla mollis oder A. vulgaris) oder niedrig bleibende Glockenblumen (Campanula).

In Rosenparks und Sichtungsgärten werden Stammrosen oft mit kurzlebigen Sommerblumen, wie Duftsteinrich (Lobularia maritima), Sommersalbei (Salvia pratensis) oder aber Kapastern (Felicia) unterpflanzt. Wer möchte, kann auf diese Weise auch wunderbar leicht wechselnde Farbkombinationen erproben.

Mit einer nur saisonalen Unterpflanzung geht die Pflege der Stämmchen besser von der Hand, etwa der Schnitt der Krone und das Aufbringen von Kompost nach dem Winter, oder auch das Entfernen von Unterlagen-Trieben.

Gleich, welche Begleiter Sie wählen, sie sollten niedrig genug bleiben, um zwischen Unterpflanzung und Krone immer noch wenigstens zwei Handbreit Stamm erkennen zu lassen. So passt zur Zwergrose auf Fußstämmchen (30 Zentimeter) ein flacher Teppich aus Schneeflockenblume (Sutera) viel besser, als die Katzenminze ‘Walker’s Low’, die unter der Englischen Rose ‘Golden Celebration’ auf dem stattlichen Hochstamm von 90 Zentimeter Höhe ihren natürlichen Charme versprühen darf.

ELKE PIRSCH

Sie sind bereits lange im Rosenfieber, möchten aber noch mehr über Pflanzung und Pflege erfahren? Dann finden Sie hier wichtige Pflanz- und Pflegetipps für die Königin der Blumen: Rosen – Was man über Standort, Schnitt und Co. wissen muss.

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