Japangras (Hakonechloa macra): Eleganz im lichten Schatten

Auf den ersten Blick mag uns das Japangras recht unspektakulär erscheinen, denn es bringt weder auffällig hübsche Blüten hervor, wie beispielsweise das Lampenputzergras, noch bildet es stattlich große Horste, wie man es von vielen Chinaschilf-Sorten kennt. Das bambusähnliche Ziergras besticht vielmehr durch seine anmutige Eleganz. Das aparte Japangras, auch Japanwaldgras genannt, ist pflegeleicht und vielseitig verwendbar. Doch es braucht auch ein wenig Anlaufzeit, bis es sich in voller Pracht präsentiert. Wir verraten, worauf es zu achten gilt.

Japangras – Voraussichtliche Lesedauer: 5 Minuten

Inhalt

Herkunft

Das Japangras (Hakonechloa macra), manchmal auch Japanisches Berggras genannt, ist die einzige Art der Gattung Hakonechloa innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). In seiner Heimat, der japanischen Hauptinsel Honshu, kommt das Süßgras unter anderem in der Region des Hakone-Gebirges vor, wo es zum Beispiel in lichten Wäldern und an feuchten Waldsäumen wächst.

Wuchs und Aussehen

Die langsam wachsende, krautige Pflanze bildet buschige Wogen aus. Je nach Sorte werden die Horste zwischen 30 und 70 cm hoch. Durch die Ausbildung von Seitentrieben wächst das Japangras langsam immer weiter im Durchmesser.

Blätter und Blüten

Gleichmäßig und weich legen sich seine schmalen, bogig überhängenden Blätter übereinander und bilden dann sehr ausladende, dichte Blattschöpfe. Bis diese sich zur vollen Pracht entwickelt haben, dauert es allerdings gut fünf Jahre.

Verblühtes japangras mit Ähren in Nahaufnahme
Die Blüten des Japangras (Hakonechloa macra). Foto: AdobeStock_tamu

So unspektakulär die bräunlichen, zarten Blütenähren sind, mit denen sich das Japanwaldgras im Spätsommer schmückt, so eindrucksvoll ist sein Herbstgewand. Denn ab Ende Oktober färbt es sich je nach Sorte gelb, orangefarben, ockerfarben oder braun. Manche Züchtungen, zum Beispiel ‘Naomi’ und ‘Aureola’, zeigen schon ein paar Wochen früher einen zarten purpurvioletten Farbumschlag.

Japangras im Herbst mit Hosta und Eibe
Vorne links Japangras im Herbst mit Hosta, Geranium und Eibe. Foto: © GartenFlora_Christian Gehler

Standort und Substrat

Dass sich das Japangras zunehmender Beliebtheit erfreut, liegt nicht nur an seiner aparten Erscheinung, sondern ebenso an seiner breiten Standortamplitude. Das Ziergras fühlt sich an einem absonnigen bis lichtschattigen Standort besonders wohl, wird es ausreichend mit Wasser versorgt, kommt es jedoch auch in der Sonne gut zurecht, insbesondere die grünlaubigen Formen. Sie können das Japanwaldgras sogar im tiefen Schatten verwenden, allerdings neigt es dort dazu, sich niederzulegen, was ihm ein wenig den Schwung nimmt. Außerdem verlieren die gelben Partien panaschierter Sorten im tiefen Schatten auch an Leuchtkraft. Entsprechend seiner Herkunft bevorzugt es lockeren, frischen bis feuchten, nährstoffreichen, humosen Boden.

Sorten

Sie wissen nicht, für welche Sorten Sie sich nun entscheiden sollen? Dann lohnt sich ein Blick in die untenstehende Tabelle. Darin sind neben der reinen Art die Züchtungen aufgeführt, die der Arbeitskreis Staudensichtung im Rahmen seiner Untersuchungen (2016–2019) mit den Prädikaten „ausgezeichnet“, „sehr gut“ und „gut“ bewertet hat.

Art/SorteHöhe in cmBlattBewertung
Hakonechloa macra50–70grasgrün, sehr gute Blattschmuckwirkung, späte ocker- bis orangebraune Herbstfärbung ausgezeichnet
‘Albostriata’50–70grün mit cremeweißen Längsstreifen, sehr gute Blattschmuckwirkung,
späte ocker- bis orangebraune Herbstfärbung
sehr gut
‘All Gold’ 35–55vollständig gelb, sehr gute Blattschmuckwirkung, späte ocker- bis orangebraune Herbstfärbung, im Schatten vergrünendsehr gut
‘Aureola’50–60grün mit hellgelben Längsstreifen, ausgezeichnete Blattschmuckwirkung, zunächst purpurviolett getönte Blattspreiten, später gelbbraune Herbstfärbung, intensivste violette Färbung Anfang November an helleren Wuchsorten
ausgezeichnet
‘Beni-kaze’  50–60 anfangs gelb-, später grasgrün, gute Blattschmuckwirkung, frühe braunorangene Herbstfärbung, später ockerbraun, frühe orangebraune Herbstfärbung an helleren Standortengut
‘Greenhills’  40–60 grasgrün, sehr gute Blattschmuckwirkung, späte ocker- bis orangebraune Herbstfärbung, etwas schwächer wachsend als die Art und mitunter Blattfleckengut
‘Naomi’  35–50grasgrün mit ausgeprägten cremegelben Längsstreifen, ausgezeichnete Blattschmuckwirkung, frühe purpurviolette Herbstfärbung, später gelbe Herbstfärbung, etwas heller als ‘Aureola’, sonst sehr ähnlich ausgezeichnet
‘Sunny Delight’ 45–60grün mit schmalen cremegelben Längsstreifen, gute Blattschmuckwirkung, späte ocker- bis orangebraune Herbstfärbungsehr gut

Pflanzung und Pflege

Einmal eingewachsen, ist das Japangras winterhart und ausgesprochen anspruchslos. Jedoch zeigt sich das flach wurzelnde Japangras empfindlich, was den Pflanzzeitpunkt betrifft, der sollte unbedingt in der ersten Jahreshälfte liegen. Dann haben die Pflanzen genügend Zeit, anzuwachsen und sich zu etablieren.

Kommen Sie um eine Herbstpflanzung nicht herum, sollten Sie die Horste im Winter mit Reisig schützen.

Schnitt

Da das Ziergras bis weit in den Winter schön anzusehen ist und das Laub gleichzeitig als Winterschutz fungiert, schneidet man es frühestens Ende Februar zurück.

Düngung

Im Frühjahr geben Sie zum Austrieb eine Portion Volldünger und das war es dann auch schon. Einmal eingewachsen, beansprucht das Japangras anschließend kaum noch Ihre Aufmerksamkeit.

Verwendung

Da Hakonechloa macra spät austreibt, erst ab Ende März sprießen die ersten Halme, kombiniert man es gern mit kleinen Frühjahrsblühern, die die kahlen Stellen im Beet kaschieren. Infrage kommen zum Beispiel Puschkinien, Blausternchen, Narzissen und Traubenhyanzinthen. In der fernöstlichen Gartengestaltung spielt das Japangras schon lange eine wichtige Rolle. Um die typischen ruhigen, leicht melancholischen Gartenbilder zu schaffen, überzieht man deshalb bodendeckend ganze Flächen, Böschungen oder Hügel mit dem eleganten Gras.

Auch zu sehr modernen, minimalistisch gehaltenen Gärten passen solche flächigen Bepflanzungen gut. Wer es nicht ganz so reduziert mag, kombiniert das Japanwaldgras mit Blattschmuckpflanzen wie zum Beispiel Funkien (Hosta), Elfenblumen (Epimedium) oder Farnen. Ideale Partner sind außerdem Stauden wie Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium), Herbst-Anemone (Anemone x japonica) und Sterndolde (Astrantia major).

Japangras Aureola mit Japanischem Ahorn
Japangras Aureola mit Japanischem Ahorn. Foto: AdobeStock_Joanne Dale

Sein eleganter, bogig überhängender Wuchs macht Hakonechloa macra geradezu zum perfekten Wegrandbegleitender und zur idealen Einfassungspflanze – denn ganz leicht lassen sich damit weiche, fließende Übergänge schaffen. Da es gut mit Wurzeldruck zurechtkommt, wird es auch gern verwendet, um Bäume und Sträucher zu unterpflanzen. Besonders wirkungsvoll sind weiß oder gelb gestreifte sowie gelbe Sorten. Sie bringen Licht und Farbe in den Schatten. Wegen seiner lässig überhängenden Form macht das Ziergras auch im Kübel eine ausgesprochen gute Figur.

MONICA LIETZAU

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