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Pampasgras schneiden: Bitte nur im Frühjahr

Dekorative Blütenwedel, die sanft im Wind rascheln, eine stattliche Wuchsform und filigrane, mattgrüne Blätter charakterisieren das Pampasgras. Ziergräser spielen seit einigen Jahren eine zunehmend große Rolle in der modernen Gartengestaltung: als dezente Zwischenelemente in Staudenbeeten, lockere Pflanzgruppen oder eindrucksvolle Solitärgräser. Ihre Beliebtheit erklärt sich mitunter auch durch die recht unkomplizierte Pflege. Bei starkwüchsigen Gräsern ist vor allem der Rückschnitt der alten Blütenstände im Frühjahr wichtig. Wie muss man Pampasgras schneiden, damit Jahr für Jahr zahlreiche Blütenrispen garantiert sind?

Die Gattung Cortaderia

Das Pampasgras gehört zur Familie der Süßgräser, den Poaceae. Es wächst in dichten Horsten und erreicht teils äußerst stattliche Wuchshöhen. Die auffälligen Ähren des Grases verleihen ihm seinen besonderen Zierwert, die langen Blütenstände überragen die Blätter meist um ein Vielfaches. Über mehrere Monate hinweg sind sie im Garten zu bestaunen, auch dann noch, wenn sie bereits verblüht sind.

Pampasgras schneiden Foto: AdobeStock_Elena
Auch Sorten mit rosa- oder pinkfarbenen Blütenrispen finden sich immer häufiger. Foto: AdobeStock_Elena

Die im Ziergarten am häufigsten anzutreffende Art ist Cortaderia selloana, das Amerikanische Pampasgras. Je nach Sorte bestehen Unterschiede bezüglich Wuchshöhe, Form und Farbe der Blütenwedel sowie der Blütezeit. Gut zu wissen: Pampasgras ist zweihäusig, das heißt, es gibt sowohl weibliche als auch männliche Pflanzen. Die Blütenwedel der weiblichen Exemplare sind größer und vielzähliger, weshalb sie im Ziergarten deutlich öfter zum Einsatz kommen.

Art und Sorte haben keinen maßgeblichen Einfluss auf die Pflegemaßnahmen, jedes Pampasgras lässt sich also auf dieselbe Weise schneiden.

Was bewirkt der Rückschnitt?

Pampasgras schneiden Foto: AdobeStock_manu
In Einzelstellung kommt das Gras besonders zur Geltung. Foto: AdobeStock_manu

Der Wuchs in Horsten macht das Pampasgras zum idealen Solitärgras, weil es stets kompakt bleibt und meist gleichmäßig wächst. Die Wuchsform macht allerdings auch den jährlichen und recht radikalen Rückschnitt erforderlich. Andernfalls haben die neuen Triebe früher oder später nicht mehr genügend Platz. Außerdem kann es zu Fäulnis kommen, wenn alte und neue Triebe über Jahre hinweg dicht an dicht stehen. Eingekürzt werden beim Schnitt hauptsächlich die alten Blütenstände, denn das Pampasgras ist wintergrün. Allerdings kann es vorkommen, dass auch Blätter über den Winter vertrocknen.

Die Blütenstände verwelken meist zu Herbstbeginn, fallen aber nicht von alleine ab. Einen weiteren Zweck erfüllen sie aber dennoch: Über den Winter lässt man sie, zusammen mit den Blättern einmal oben locker mit Juteschnur oder Bindfaden zusammengebunden, als natürlichen Winterschutz stehen. Das Binden verhindert auch, dass sich Niederschlagswasser im Zentrum der Pflanze sammelt. Das Pampasgras reagiert nämlich empfindlich auf Nässe.

Pampasgras schneiden: So funktioniert es

Der richtige Zeitpunkt

Weil die verwelkten Blütenstände und Blätter den Winter über stehengelassen werden, geht es erst im Frühjahr ans Schneiden des Pampasgrases, und zwar frühestens dann, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Da der Wetterverlauf natürlich von Jahr zu Jahr unterschiedlich ist, kann für den Schnitt leider kein genaues Datum genannt werden. Vielmehr sollten Sie den Neuaustrieb im Auge behalten. Ist dieser schon um die 15 Zentimeter gewachsen, können Sie abgestorbene Triebe knapp über den frischen Trieben kürzen. Ein trockener, bewölkter Tag ist zum Schneiden des Pampasgrases ideal. Bis dahin haben die alten Sprosse meist schon an Stabilität verloren und neigen sich zur Seite.

Herbstschnitt vermeiden

Pampasgras sollte unbedingt erst im Frühjahr geschnitten werden. Da das Stängelinnere hohl ist, sammelt sich in den Schnittstellen oft Wasser an. Bei feucht-kaltem Herbstwetter besteht so Fäulnisgefahr und den Winter über ist das kälteempfindlicher Pampasgras frostgefährdet.

Bei einem Gras mit überschaubarem Durchmesser darf das Band, das die Halme über den Winter zusammengehalten hat, während des Schnitts dranbleiben, weil es den gleichmäßigen Rückschnitt erleichtert. Je nach Größe des Horstes kann es aber nötig werden, mehrere Büschel nach und nach einzukürzen. Eine scharfe Rosenschere oder auch Heckenschere kommen beim Schneiden zum Einsatz. Entscheidend ist, dass das Werkzeug sauber und somit frei von möglichen Bakterien oder Viren ist.

Wichtig: Achten Sie dabei immer auf den frischen Austrieb. Damit er nicht eingekürzt wird, wird der Rückschnitt einige Zentimeter darüber angesetzt.

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Zum Schneiden von Pampasgras gehört auch das Ausputzen

Sollte es passieren, dass nicht nur die Blütenstände sondern auch alle Blätter im Winter vertrocknen, können Sie im Frühjahr den gesamten Blattschopf einkürzen. Weil Pampasgras aber eigentlich wintergrün ist, verjüngen sich die Blätter in Etappen. Grüngebliebene Blätter dürfen Sie darum stehenlassen. Um auch den bodennahen Teil des Grases auszuputzen, empfiehlt sich das „Auskämmen“ des Horstes. Dies kann händisch oder vorsichtig mit Harke oder Rechen erfolgen. So dringen Luft und Licht auch an die Basis der Pflanze und der Neuaustrieb kann sich optimal entfalten.

Achtung: Verletzungsgefahr!

Bei Pflegearbeiten an Pampasgras sollte Schutzkleidung getragen werden. Die Blätter sind äußerst scharfkantig und die Blattränder teilweise sogar mit Widerhaken besetzt. Am besten mit festen Gartenhandschuhen und langer Kleidung arbeiten.

LUISA ROTH

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