Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch. Foto: AdobeStock_MarinoDenisenko

Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch:Spätblühendes Juwel

Der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch – kurz auch Sieben-Söhne-Strauch genannt – ist ein wahres Juwel unter den Ziergehölzen. Denn obwohl der sommergrüne Strauch etwa seit den 80er Jahren in Europa kultiviert wird, entdeckt man ihn doch eher selten in den Gärten. Dabei trumpft er mit seiner ungewöhnlich späten Blütezeit von Spätsommer bis Herbstanfang auf, in der er über und über mit weißen Blütenständen bespickt ist.

Inhalt

Herkunft des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs

In den Gebirgslandschaften Zentralchinas liegt die Heimat des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs (Heptacodium miconioides). Er ist die einzige Art seiner Gattung, welche Teil der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) ist. Bedauerlicherweise ist das Ausmaß seiner Verbreitung am natürlichen Standort stark geschrumpft, weshalb er in China auf der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten steht. Große Abholzungsgebiete mindern den Bestand.

Wuchs und Aussehen

Der Sieben-Söhne-Strauch wächst meist mehrstämmig zum Großstrauch heran, wobei er zwischen zwei und sechs Metern in der Höhe erreichen kann. Seine außergewöhnlich helle Rinde fasziniert mit ihrer besonderen Maserung, wenn sie mit zunehmendem Alter beginnt, stellenweise leicht abzublättern. So macht das Gehölz selbst im Winter und ohne üppiges Blattwerk auf sich aufmerksam.

Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch Foto: AdobeStock_MarinoDenisenko
Die feine Rindenmaserung macht den Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch auch im Winter interessant. Foto: AdobeStock_MarinoDenisenko

Blätter und Blüten

Bis zu 15 Zentimeter lange, länglich eiförmige und am Ende zugespitzte Blätter schmücken den Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch lange bis in den Herbst hinein. Die Blätter haben eine satte, dunkelgrüne Farbe und besitzen zudem eine besondere Biegung, sodass sie nicht platt herunterhängen. Nach oben gebogene Blattränder sorgen für eine elegante Rundung im Blatt.

Seinen etwas sperrigen, aber durchaus anmutigen, Namen verdankt der Sieben-Söhne-Strauch seinen meist zu siebt beieinander stehenden Blütenköpfchen. Ungefähr von August bis Oktober ist der Strauch dicht mit den rahmweißen, wohlduftenden Blüten besetzt. Für Insekten ist das Pflanzen von Heptacodium darum eine Wohltat, denn nur selten finden sie so spät im Jahr noch genügend Nahrung. Und selbst dann, wenn der Strauch seine Blütenblätter längst fallen gelassen hat, überzeugt er noch mit dem Zierwert seiner markanten purpurroten Blütenkelche, die von Weitem beinahe aussehen wie eine zweite Blüte.

Tierfreundlicher Strauch

Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und andere Insekten lockt der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch mit seinem Duft an und bietet ihnen die dringend nötige Nahrung kurz vor der Überwinterung. Auch Vögel können dem Strauch etwas abgewinnen: Im Herbst fressen sie gerne die kleinen Früchte. 

Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch Foto: AdobeStock_MarinoDenisenko
Die feinen Blütenkelche wirken von weitem wie eine zweite Blüte. Foto: AdobeStock_MarinoDenisenko

Standortbedingungen des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs

Der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch liebt es wohlig warm. Dennoch ist er glücklicherweise ausreichend frosthart. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte auf humosen, durchlässigen Böden. Gegen Umwelteinflüsse ist der Großstrauch durchaus hart im Nehmen. Stadtklima verträgt er ebenso wie kurzweilige Trockenphasen.

Pflanzung und Pflege

Pflanzen mit Wurzelballen können Sie entweder im Frühjahr oder Herbst einpflanzen. Bei einer Herbstpflanzung empfiehlt sich allerdings ein Winterschutz. Oft ist Heptacodium miconioides in Baumschulen oder anderen Gärtnereibetrieben aber auch als Containerpflanze erhältlich. Hier liegt der Vorteil darin, dass diese ganzjährig gepflanzt werden können – mit Ausnahme von Zeiten mit gefrorenem Gartenboden oder starker Hochsommerhitze.

Für den Winterschutz können Sie Rindenmulch oder Tannenreisig rund um den Wurzelbereich des Strauches auslegen. Bei langanhaltenden Minustemperaturen und starkem Frost kann zudem ein Pflanzenvlies nötig werden, das die Pflanzen oberirdisch schützt. 

Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch Foto: AdobeStock_MarinoDenisenko
Foto: AdobeStock_MarinoDenisenko

Auch wenn der Strauch Trockenphasen gut übersteht, sollten Sie bei langanhaltender Hitze zusätzlich wässern. Eine Düngung ist nicht zwingend notwendig. Sie können aber etwas Langzeitdünger hinzugeben, dieser gibt kontinuierlich kleine Nährstoffmengen an den Boden ab. Auch ein Schnitt ist nicht von Nöten. Sollten Sie dennoch Schnittmaßnahmen vornehmen wollen, um zum Beispiel Totholz oder störende Äste zu entfernen, können Sie dies im Frühjahr tun. Bei einem späteren Zeitpunkt würde man sonst etwas von der Blütenpracht einbüßen.

Vermehrung

Den Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch wird meist über Aussaat vermehrt. Die Samen der kleinen, eiförmigen Nussfrüchte sind zwischen Oktober und November ausgereift. Auch eine Stecklingsvermehrung ist geeignet. Die Stecklinge sollten noch biegsam, aber dennoch schon leicht verholzt sein. Steckt man sie in Anzuchterde, deckt sie mit Folie ab und hält sie gleichbleibend feucht, kann man sie im darauffolgenden Frühjahr ins Freiland pflanzen. Den Winter sollten die Stecklinge an einem hellen Ort mit mäßiger Temperatur verbringen.

Krankheiten und Schädlinge

Es gibt keine nennenswerten Krankheiten oder Schädlinge, die den Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch betreffen. Auch hier erweist sich das Gehölz als äußerst robust und widerstandsfähig. Einzig Blattläuse können auftreten – meistens beschränken diese sich aber auf die jungen Triebspitzen.

Umweltfreundlicher Pflanzenschutz

Zur Bekämpfung von Blattläusen muss kein Insektizid zum Einsatz kommen. Meist genügt es, den Strauch kräftig mit dem Wasserschlauch abzuduschen, sodass die Läuse heruntergespült werden.

Verwendung des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs

Aufgrund der leicht ausladenden Wuchsform und seinem besonderen Zierwert ist der Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauch geradezu für die Einzelstellung in öffentlichen Parks oder auch privaten Gärten gemacht. Damit er sich sowohl in der Größe als auch in seiner Wirkung voll entfalten kann, sollten Sie genügend Platz für den Großstrauch einplanen und ihn lediglich mit Stauden unterpflanzen oder um ihn herum kleinere Gehölze setzen, die ihn umschmeicheln.

LUISA ROTH

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