Myrte – mediterranes Flair für Haus und Garten

Die Gemeine Myrte (Myrtus communis) ist ein duftender Strauch, der nicht nur einen hohen Zierwert hat, sondern auch als Heilpflanze sehr geschätzt wird. Als “Blume der Götter” oder “Brautmyrte” gilt sie zudem als Schutzpflanze für Liebende. Das Gewächs stammt aus dem Mittelmeerraum und gehört zur gleichnamigen Familie der Myrtengewächse.

Die Myrte: Zierstrauch mit Symbolkraft

Myrten sind immergrüne Sträucher, die viele Verzweigungen ausbilden und in der Natur beachtliche Größen von bis zu 5 Metern erreichen können. Bei der Myrte duften nicht nur die weißen Blüten, die im Sommer erscheinen, sondern auch die filigranen Blättchen. Die Pflanzen setzen schöne Akzente auf mediterranen Terrassen, sind aber auch als Zimmerpflanzen sehr beliebt.

Myrtenzweige verkörpern in vielen Kulturen Lebenskraft und Unsterblichkeit. Im Mittleren Osten symbolisiert die Pflanze Frieden, und im antiken Griechenland war die Myrte der Göttin Aphrodite gewidmet.

Myrte Foto: AdobeStock_Stefano Garau
Wildwachsende Myrtus communis mit Früchten – Foto: AdobeStock_Stefano Garau

Blätter, Blüten und Früchte

Die grünen Blätter der Myrte sind darauf spezialisiert, sogar der starken Mittagssonne am Mittelmeer standzuhalten. Daher fühlen sie sich etwas ledrig und steif an. Sie sind spitz lanzettlich und wachsen gegenständig. Ihre Unterseite ist etwas weicher und weniger dunkel als die Oberseite. Das Laub verströmt das typische Mittelmeeraroma.

Ab Mitte bis Ende Mai bilden sich in großer Zahl strahlend weiße Blüten. Sie sind zwar klein, bilden aber besonders auffällige Staubfäden, die über den Blütenblättern thronen. Durch die zarten Fäden wirken die Blüten filigran und elegant. Aus den Blüten entwickeln sich dann schwarzblaue Früchte, die ein bisschen an Blaubeeren erinnern.

Myrte, Foto: AdobeStock_nahhan
Die feinen Staubblätter der Blüten – Foto: AdobeStock_nahhan

Verwendung der Myrte

Als Kübelpflanze versprüht die Myrte mediterranes Flair. Ihre strahlend weißen Blüten verschönern jeden Sommer – und wenn eine leichte Brise durch die Blätter weht, lässt sich ein würzig-herber Duft wahrnehmen, der sofort an Urlaub denken lässt. Ganz besonders gut kommt die Myrte natürlich in einem mediterranen Ensemble zwischen Zitrus– und Olivenbäumen oder Lorbeersträuchern zur Geltung. Aber auch als Zimmerpflanze macht die Myrte eine gute Figur.

Verwendung in der Küche und Medizin

Eine Myrte ist nicht nur eine ansehnliche Zierpflanze, sondern hat auch als Kulturpflanze breite Anwendungsgebiete. Bestandteile der Pflanzen werden als Gewürz oder zur Herstellung von Likör genutzt. Aus den frischen Blättern wird das ätherische Myrtenöl gewonnen, das zum Beispiel bei Atemwegserkrankungen eingesetzt wird.

Myrte Foto: AdobeStock_sharafmaksumov
Junge Myrte im Topf – Foto: AdobeStock_sharafmaksumov

Der ideale Standort und Boden

Da die Myrte ein warmes Klima gewohnt ist, ist sie in unseren Breiten nicht winterhart. Wer trotzdem nicht auf das mediterrane Flair der Myrte verzichten möchte, kann sie aber ganz einfach im Kübel halten. Steht die Pflanze im Sommer im Freien, benötigt sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Ein Platz in der prallen Mittagssonne ist jedoch nicht anzuraten. Wird die Myrte im Zimmer kultiviert, ist ein sehr heller, luftiger Standort empfehlenswert, denn bei unzureichenden Lichtbedingungen wächst die Pflanze eher sparrig.

Der Boden sollte kalkarm sein – ein leicht saurer pH-Wert von fünf bis sechs ist anzuraten. Hierfür können Sie etwas Rhododendronerde in das Substrat mischen. Verwenden Sie möglichst eine hochwertige Erde, die grobkörnige Anteile enthält, zum Beispiel Lavagrus. So bleibt das Substrat luftig und speichert zudem Wasser und Nährstoffe in ausreichenden Mengen. Zusätzlich sollte am Topfboden eine Drainageschicht angelegt werden, da Staunässe unbedingt vermieden werden muss. Pflanzen Sie nicht zu tief, da der Stamm im feuchten Milieu leicht fault!

Die passende Pflege

Auch bei der Bewässerung der Myrte sollten Sie Kalk vermeiden. Gießen Sie also am besten mit Regenwasser oder enthärtetem Wasser. Warten Sie mit der nächsten Wassergabe immer solange, bis die oberste Schicht des Substrats abgetrocknet ist. Im Winter sollte nur spärlich gegossen werden.

Als echtes Mittelmeergewächs verträgt die Myrte Frost bis -5° C – dies gilt aber in erster Linie für ältere, gut verwurzelte Pflanzen. Generell sollte man Jungpflanzen und Pflanzen in Töpfen Minustemperaturen ersparen. Überwintert wird eine Myrte am besten in einem kühlen und hellen Innenraum oder einem Gewächshaus. Idealerweise liegen die Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius.

Im Frühjahr kann eine Myrte beschnitten werden. Dabei sind verschiedene Formschnitte möglich. Wenn Sie Wert auf die Blüte legen, sollten Sie ab Ende April die Schnittmaßnahmen beenden. Die Blütenpracht fällt grundsätzlich größer aus, wenn nur moderat geschnitten wird. Werden die Spitzen von Jungpflanzen regelmäßig gekappt, fördert dies ein buschiges Wachstum.

Düngung der Myrte

Düngen Sie in der Wachstumszeit regelmäßig im Abstand von 14 Tagen. Es kann ein herkömmlicher Kübelpflanzendünger oder ein Dünger für Zitruspflanzen zum Einsatz kommen.

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