Blattkaktus Foto: AdobeStock_simta

Blattkaktus – Kakteengewächs aus dem Regenwald

Wer von einem Blattkaktus spricht, meint meistens die Gattung Epiphyllum und deren natürliche oder hybride Arten. Vertreter der Kakteengattung können stattliche Größen erreichen und bilden sehr imposante Blütenstände. Bedauerlicherweise sind sie aber bisher eher unbekannt und gehören nicht gerade zu den Verkaufsschlagern unter den Kakteen.

Der Blattkaktus ist eine epiphytische Pflanze, die aus den Regenwaldgebieten Südamerikas und der Karibik stammt. Er gehört zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae).

Wuchs und Aussehen

Blattkaktus Foto: AdobeStock_KarinD
Große Blüte an wildwachsender Epiphyllum-Art Foto: AdobeStock_KarinD

Blattkakteen haben große Ähnlichkeit mit sowohl dem Osterkaktus, als auch dem Weihnachtskaktus. Das kann also leicht zu Verwechslungen führen. Den dreien ist aber gemeinsam, dass die flachen Sprossteile in ihrer Form an Laubblätter erinnern. Zwischen den einzelnen Sprossabschnitten sitzen zarte Dornen.

Auch weil der Blattkaktus seine Triebe hängen lässt, sieht er eher nicht wie ein typischer Kaktus aus. In fortgeschrittenem Alter verzweigen die Triebe auch, wodurch der Kaktus noch mehr strauchartig wirkt.

Blüten des Blattkaktus

Von April bis Juli präsentiert der Blattkaktus seine trichterförmigen Blüten. Die können im Durchmesser bis zu 25 Zentimetern erreichen und sind damit sehr effektvoll. Beinahe alle vorstellbaren Farben sind mittlerweile erhältlich, mit der Ausnahme von Blau. Und nicht nur die Größe der einzelnen Blüten, sondern auch die Anzahl der Blüten sind beeindruckend. Manchmal blüht der Blattkaktus so reichlich, dass die Triebe gerade noch so aus dem Blütenmeer herausragen.

Kein Grund zur Beunruhigung: Blattkakteen blühen häufig erst, wenn sie schon einige Jahre alt sind. Sorgen Sie in jedem Fall dafür, dass ihr Epiphyllum-Kaktus im Winter nicht zu warm steht, denn das hemmt die Blüte. Früher oder später werden Sie belohnt!

Standortbedingungen

Anders als seine Verwandten aus der Wüste ist der Blattkaktus das luftfeuchte Klima des Regenwaldes gewohnt. Der Blattkaktus mag es also auch humoser als andere Kakteen. Trotzdem sollte die Erde auch durchlässig genug sein, etwa mit einem Sandanteil. In Fachgeschäften ist oft spezielle Blattkakteenerde erhältlich.

Foto: AdobeStock_ClaraNila
Blattkakteen können schnell ausladend werden Foto: AdobeStock_ClaraNila

Der Standort sollte hell sein, jedoch ohne direktes Sonnenlicht. Für die Ruhephase ab November kann der Zimmerkaktus in einen kühlen Raum, mit etwa 10 bis 15 Grad Celsius, umziehen. Im Winter sollte sehr wenig, für etwa einen Monat sogar gar nicht, gegossen werden.

Pflege

Leider kann es vorkommen, dass der Blattkaktus über die Winterzeit schwächere Triebe ausbildet. Das ist aber nicht weiter bedenklich. Die Triebe können Sie dann im Frühjahr abschneiden. Ansonsten sind keine Schnittmaßnahmen erforderlich, denn der Kaktus wächst natürlicherweise sehr ausgeglichen. Auch wächst er relativ schnell, weshalb ein jährliches Umtopfen im Frühjahr sinnvoll ist.

Wichtig bei der Pflege von Blattkakteen ist, dass Sie nicht auf die handelsüblichen Kakteenprodukte, wie Dünger und Erde zurückgreifen. Denn diese sind für trockenheitsliebende Kakteen ausgelegt und werden den Ansprüchen der Blattkakteen nicht gerecht.

Halten Sie die Erde Ihres Epiphyllum-Kaktus über Frühjahr und Sommer gleichbleibend feucht. Vorzugsweise sollten Sie dabei mit Regenwasser gießen, da der Blattkaktus kalkhaltiges Wasser schlecht verträgt. In den Sommermonaten darf mit einem Zimmerpflanzendünger gedüngt werden.

Verwendung des Blattkaktus

Der Blattkaktus ist mit seinem Wuchs und den Standortansprüchen eine willkommene Abwechslung zu den typischen Wüstenkakteen. Wenn einige Dinge beachtet werden, belohnt er mit üppigem Wuchs und seinen stattlichen Blüten. Weil die Triebe hängen, macht er sich besonders hervorragend in Blumenampeln oder hohen Töpfen.

Unsere aktuelle Ausgabe

Das sind die Top Themen:

  • Leuchtende Fackeln, flammendes Laub: Die besten Seiten des Herbstes
  • Birne & Kürbis: Traumpaar eines jeden Küchenchefs
  • Schöne Wilde: Eberesche im Beerenschmuck
Zur aktuellen Ausgabe