Rasen vertikutieren

Nach dem Winter sieht der Rasen einfach schrecklich aus. Lücken auf Schritt und Tritt, Moos im Rasen, wohin das Auge blickt. Ab und an ein frisches grünes Hälmchen. Soll das Grün tatsächlich so in die Saison gehen? Wenn Sie Ihren Rasen vertikutieren, beseitigen Sie viele Probleme.

Der ideale Rasen

Rasen sollte möglichst dicht werden. Und grün. So richtig englisch – das ist der Traum vieler. Und Gänseblümchen müssen dort auch nicht sein, obwohl es natürlich naturnäher wäre. Manch einer sieht das anders, und das ist ja auch in Ordnung. Wenn Sie Ihrem Rasen genügend Pflegeeinheiten spendieren, kommen Sie Ihrem Traum sicherlich ganz nah.

Das Rasenjahr beginnt

Wenn das Gartenjahr beginnt, muss erst mal das Grün aus seinen Startlöchern kommen. Wenn die Temperaturen langsam in den Wohlfühlbereich steigen und die Halme ab 8 Grad wachsen wollen, wird mit einem Langzeitdünger gefüttert. Irgendwann wird es dann Zeit für den ersten Schnitt. Danach ist der braune Filz vom Vorjahr aber immer noch da und nimmt den Gräsern Licht und Luft. Der muss weg, und nun wird es heftig: Vertikutieren steht jetzt auf dem Programm.

 Vertikutierer
Untenansicht eines Vertikutierers: Die Messer sind auf einer waagerechten Achse angeordnet – Foto: iStock/schulzie

Rasen vertikutieren: Der Geräte-Test

Wissen Sie’s? Im diesem Wort verstecken sich vertikal, also senkrecht, und cut für schneiden. Die Technik, die dabei hilft, hat also vertikal rotierende Messer, die den Boden anritzen. Nur zwei, drei Millimeter tief. Die preiswerteste Methode ist das Vertikutieren mit einem Hand-Schneidrechen. Das dauert, ist schweißtreibend und spart Ihnen den Wochen-Obolus fürs Fitnesscenter. Einfacher und schneller geht das Rasenlüften allerdings mit einem Elektro- oder Benzin-Vertikutierer.

Gute Frage: Wie viel lohnt sich, da zu investieren? Für die fünf Testmodelle werden Preise zwischen 160 und 500 Euro aufgerufen. Drei Benziner, der SOLO 518, der Dolmar PV 3936, die beide, bis auf die Motoren, in etwa baugleich und mit knapp 500 Euro auch ähnlich teuer sind, und dazu der AL-KO Combi Care 38 P Comfort, den es ab etwa 250 Euro gibt.

Das Vertikutieren ist nicht immer einfach

Manchmal ist es eine ziemlich ruppige Angelegenheit. Vor allem, wenn der Boden kurze Unebenheiten aufweist. Dann graben sich die Zähne schnell tiefer ein als drei Millimeter und zerschneiden die Gräserwurzeln. Dumm gelaufen! Apropos gelaufen: Die Benziner zeigten sich mitunter wenig kooperativ, wenn es langsam voran gehen sollte. Die rotierenden Messerwalzen erzeugten einen ungewollten Vortrieb, und die Geräte ließen sich nur mit fester Hand bändigen. Auch das Füllen des Fangkorbes vollzieht sich oft nicht so, wie man sich das wünscht. Bevor der Sack voll ist, verstopft zum Beispiel der Auswurfkanal, und der ganze Filz bleibt auf dem Rasen.

Den passenden Vertikutierer finden

Wer Rasen vertikutiert, weiß, welche Mengen dabei anfallen. Damit kommen die beiden Elektrogeräte besser zurecht. Mit höheren Drehzahlen schafften die Messerwellen den Filz schwungvoller aus dem Gras, und die Geräte lassen sich auch etwas besser im Zaum halten.

Vor allem der Sabo 31-V EL (295 Euro) überzeugte uns mit seinem 1,4-KW-Motor. Und auch der kleinere Gardena EVC 1000 gewann den Kampf gegen eine völlig vermooste Fläche souverän. Rund 160 Euro kostet der, und einen Fangkorb gibt’s hier optional dazu. Aber die Stromkabel sind bei diesen Elektrogeräten recht lästig. Vielleicht doch einen Schneidrechen kaufen, den es schon für 17 Euro gibt?

Zugegeben – die Test-Rasenflächen hatten wohl seit Jahren keine Pflege erfahren. Moos im Rasen! Dazu noch Filz. Das hat es allen Beteiligten nicht einfach gemacht. Irgendwann ist alles kreuz und quer vertikutiert, und der Rasen schaut nun aus wie eine nass gekämmte Katze.

Nun kommt die Kür: nachsäen, wenn nötig, düngen, wässern und – einfach wachsen lassen. Bald erkennen Sie nicht wieder, was Sie vor einer Woche gar nicht sehen wollten.

Rasen vertikutieren: Wohin mit dem Moos und Filz?

Kaum zu glauben, welchen Mengen ein Vertikutierer aus dem Rasen fördert. Wer große Kompostboxen besitzt, kann das Material dort verrotten lassen. Dazu wird es gut mit anderen holzigen Gartenabfällen, Staudenresten und angerottetem Kompost vermischt. Das gewährleistet im fertigen Kompost ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen. Kompostbeschleuniger aus dem Gartenmarkt unterstützen die Rotte. Ist der Platz am Kompost knapp, lässt sich der Rasenfilz, mit stickstoffhaltigen Hornspänen vermischt, auch als Mulch unter Gehölzen oder auf Beeten verwenden.