Manche Erbsensorten gedeihen gut in einem Hochbeet oder in einem großen Kübel. Foto: AdobeStock_bina79

Zuckerschoten – Nascherbsen aus dem eigenen Garten

Wer gerne leckeres Gemüse direkt vom Beet naschen möchte, wird Zuckerschoten lieben, denn sie schmecken besonders süß. Außerdem können die kleinen Erbsen mitsamt der Hülle gegessen werden. Die flachen Hülsen dieser Erbsen haben keine Pergamentschicht. Zuckererbsen sind im Garten einfach zu kultivieren, wenn einige Dinge beachtet werden, und sie lassen sich vielseitig in der Küche oder als Snack verwenden.

Zuckerschoten – je frischer, desto besser

Zuckerschoten: Erbsen an Rankhilfe aus miteinander verbundenen Zweigen
Höherwachsende Sorten bekommen durch Rankhilfen Halt und die Erbsen lassen sich leichter pflücken. Foto: GartenFlora

Erbsen (Pisum sativum) stammen ursprünglich aus dem Nahen Osten. Sie werden schon sehr lange in Europa angebaut. Bei vielen Sorten müssen die Erbsen erst aus der Hülse „gepult“ werden, bei Zuckererbsen-Sorten ist das nicht notwendig. Sie sind ideal zum Naschen zwischendurch und können ohne viel Aufwand in der Küche verwendet werden. Die flachen, feinen Zuckerschoten, oft als Kaiserschoten oder Mange-tout bezeichnet, sind eine besondere Delikatesse.

Zuckerschoten oder Mange-tout

Der französische Name Mange-tout (manger = essen, tout = alles) weist darauf hin, dass diese Erbsen mitsamt Hülse verzehrt werden können. Die leckeren Zuckerschoten werden als Ganzes verwendet – roh oder gegart, beispielsweise als Snack oder für Salate sowie zum Blanchieren, Schmoren oder Dünsten.

Zuckerschoten sind nicht so leicht im Handel erhältlich wie Mark- und Schalerbsen. Oft haben sie zudem einen langen Weg hinter sich, denn ein Teil der Zuckerschoten wird aus Afrika importiert. Um sie möglichst oft und frisch zu genießen, lohnt sich der Anbau im eigenen Garten. Erbsen enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe und sind wegen des hohen Proteingehaltes für Vegetarier besonders wertvoll. Wer Zuckerschoten selbst ernten möchte, benötigt nicht viel Platz. Die Erbsen wachsen je nach Sorte sogar gut in größeren Kübeln.

Die drei großen Erbsengruppen

Erbsen sind einjährige Pflanzen und zumeist nicht winterhart. Die große Zahl an Erbsensorten und die vielen unterschiedlichen Bezeichnungen machen es manchmal schwer, die passende Sorte zu finden. Im Wesentlichen werden bei Erbsen drei große Gruppen unterschieden: Schalerbsen, Markerbsen und Zuckererbsen. Die Übergänge zwischen den Gruppen werden immer fließender, weil durch Züchtung neue Erbsensorten mit besonderen oder verbesserten Eigenschaften entstehen.

  • Schalerbsen, oft auch als Palerbsen bezeichnet, sind sehr stärkereich. Diese Erbsen eignen sich gut zum Trocknen und sind dann lange lagerfähig. Sie können jedoch auch frisch verzehrt werden. Schalerbsen enthalten mehr Stärke als die sogenannten Markerbsen und sind weniger süß. Sie sind deshalb zum Beispiel für herzhafte Eintöpfe ideal. Weil diese Erbsen leichte Fröste vertragen, können sie schon ab März ins Freie gesät werden.
  • Markerbsen werden nicht getrocknet, sondern frisch verzehrt. Die typischen Markerbsen haben nur einen geringen Stärkegehalt, sind sehr zart und schmecken süß. Sie eignen sich gut zum Einfrieren, denn sie behalten auch dann ihre Nährstoffe, ihre Farbe und den Geschmack. Die Aussaat erfolgt je nach Region ab April und endet spätestens Ende Juni.
  • Zuckererbsen sind besonders zart und süß und ideal als Naschgemüse. Die Hülsen bilden keine Pergamentschicht aus und können deshalb mitgegessen werden. Die flachen Zuckerschoten werden schon gepflückt, wenn die Hülsen noch unreif sind und sich nur wenige Erbsen pro Schote entwickelt haben. Im Handel sind sie oft unter dem Namen Kaiserschoten erhältlich.

Verschiedene Zuckererbsen-Typen

Zuckerschoten: Erbsen an selbstgemachter Rankhilfe aus Zweigen
Rankhilfen erleichtern die Erbsenernte. Foto: GartenFlora

In die Gruppe der Zuckererbsen gehören die „mange-tout“-Typen, die flache, dünnwandige Hülsen bilden, also die typischen Zuckerschoten. Außerdem gehören die sogenannten Knackerbsen, im professionellen Gemüseanbau oft als „sugar-snap“-Typ („Zucker-Knackerbse“) bezeichnet, zu den Zuckererbsen.

Die Hülsen der Knackerbsen sind fleischig verdickt, im Gegensatz zu den flachen, dünnwandigen „mange-tout“-Typen. Die Knackerbsen können ebenfalls schon früh gepflückt werden, wenn die Erbsen noch sehr klein und die Hülsen noch flach sind.

Wie die „mange-tout“-Sorten können Knackerbsen als Ganzes gegessen werden, sowohl im flachen Zuckerschoten-Stadium als auch zu einem späteren Zeitpunkt. Eventuell müssen vorher noch die Fäden an den Nähten entfernt werden. Es gibt jedoch Sorten, bei denen auch die größeren und älteren Hülsen fadenlos sind.

Rund zehn Wochen nach der Aussaat beginnt die Ernte der Zuckerschoten. Idealerweise werden Zuckerschoten schon gepflückt, wenn die kleinen Körnchen gerade zu erkennen sind und sich leicht auf der Hülse abzeichnen. Zuckererbsen können von Ende April bis Anfang Juli ausgesät werden.

Rankhilfen erleichtern Ernte von Zuckerschoten

Zuckerschoten: einzelne Schote und Ranke von Nahem
Erbsen können sich mit Ranken an einem Gerüst festhalten. Foto: AdobeStock_Marina Lohrbach

Im Garten werden Zuckererbsen üblicherweise in Reihen gesät. Höhere Sorten wachsen am besten an einer Rankhilfe, damit sie nicht abknicken und auch, um die Ernte der Zuckerschoten zu erleichtern. Ein Maschendrahtgeflecht oder Reisig kann ihnen Halt bieten, denn die Pflanzen bilden Ranken aus. Auch das Spannen von Schnüren ist eine Möglichkeit, den Erbsen eine Kletterstruktur zu bieten und ihre Standfestigkeit zu verbessern.

Die Pflanzen können je nach Sorte bis circa 1,5 m hoch ranken. Viele bleiben jedoch kleiner und werden rund 70 bis 80 cm hoch. Zuckererbsensorten, die nur bis etwa 40 cm hoch werden sowie selbststützende Sorten brauchen keine Rankhilfe.

Um die Rankhilfe beidseitig zu nutzen, erfolgt die Aussaat häufig in Doppelreihen. Die Aussaattiefe beträgt circa 4 bis 5 cm. Am besten werden Rillen gezogen, in die die Erbsen in einem Abstand von etwa 5 cm gelegt und dann dünn mit Erde abgedeckt werden. Als Abstand zwischen den Reihen werden 30 bis 40 cm empfohlen.

Es ist sinnvoll, nicht alle Zuckererbsen auf einmal zu säen. Frisch aus dem Garten schmecken diese Erbsen am besten. Werden sie etappenweise gesät, können über einen langen Zeitraum Zuckerschoten geerntet werden.

Standort und Pflege der Zuckererbsen

Zuckerschoten: Junge Erbsenschoten im Garten
Erbsen gedeihen am besten an einem sonnigen, warmen und luftigen Standort. Foto: AdobeStock_Joachim

Der beste Standort für Zuckererbsen ist nach Möglichkeit sonnig und warm, ohne dass sich in diesem Gartenbereich Hitze stauen kann. Der Boden sollte locker, humusreich, tiefgründig und feucht sein. Wichtig ist, dass keine Staunässe auftritt. Ist der Boden sehr leicht beziehungsweise sandig, kann er mit Kompost verbessert werden. Kompost sollte bei Erbsen am besten schon im Herbst ausgebracht werden.

Im Zeitraum von der Blütenbildung bis zur Ernte ist eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtig, damit sich die Zuckerschoten gut entwickeln. Erbsen sind Schmetterlingsblütler und gehören in die Familie der Hülsenfrüchtler, auch als Leguminosen bezeichnet.

Die pflegeleichten Pflanzen sind Schwachzehrer und brauchen keinen Stickstoffdünger: Zuckererbsen und ihre Geschwister sind dank Knöllchenbakterien an den Wurzeln in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und für ihr Wachstum zu nutzen. Sie sind deshalb auch eine gute Vorkultur für Starkzehrer. Kompost im Boden liefert weitere wichtige Nährstoffe.

Anbaupause berücksichtigen

Am ehesten treten bei Erbsen Pilzerkrankungen wie der Falsche Mehltau auf. Um den Befall mit diesen Krankheiten zu vermeiden, ist die Wahl entsprechend resistenter oder toleranter Sorten wichtig. Eine gute Vorbeugungsmaßnahme, auch gegen den Erbsenwickler, ist ein luftiger, windoffener Standort. Bei Befall werden infizierte Pflanzen rasch aus dem Beet entfernt, um die Ausbreitung zu verhindern.

Am besten ist es, mit Mehltau befallene Pflanzen direkt über dem Boden abzuschneiden, statt sie mitsamt Wurzeln herauszuziehen. Auf diese Weise bleiben die stickstoffbindenden Wurzelknöllchen im Boden und der Nährstoff steht den anderen Pflanzen im Beet oder der Folgekultur zur Verfügung. Wichtig zur Gesunderhaltung der Zuckererbsen ist auch die Berücksichtigung des Fruchtwechsels. Wer in den Folgejahren wieder Zuckerschoten ernten möchte, sollte dann auf andere Beete ausweichen und eine Anbaupause von vier bis fünf Jahren einplanen.

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