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Kröten im Garten: Amphibien mit warzigem Rücken

In Europa hat es die Erdkröte weit gebracht: Sie gehört zu den Amphibienarten, die sich mit am stärksten verbreiten konnte. Damit ist sie auch der prominenteste Vertreter aus der Familie der Kröten hierzulande. Sie lebt zwar den größten Teil des Jahres an Land, um sich zu vermehren ist eine Wasserstelle aber unerlässlich. Wer Kröten im Garten haben möchte, braucht solch eine Wasserstelle aber nicht zwangsläufig.

Kröten im Garten: Wanderung im März

Kröten im Garten sind nicht selten: Eine Erdkröte hat wahrscheinlich jeder Gärtner und jede Gärtnerin schon einmal beobachten können. Die Tiere machen besonders zur Laichzeit im frühen März auf sich aufmerksam, wenn sie in Scharen zu ihren Laichgewässern wandern. Um die Tiere unversehrt an ihr Ziel ziehen lassen zu können, sperren Städte und Dörfer mitunter ganze Straßenzüge, die die Kröten auf ihrem Weg queren.

Krötenpaar auf Wanderung
Ein Paar Erdkröten ist kurz davor, eine mit Autos befahrene Straße zu überqueren [Foto: AdobeStock_Evelyn Kobben]

Als Erstes machen sich die Männchen auf den Weg zu den Laichgewässern und versuchen, auf ihrem Weg die nachkommenden Weibchen abzupassen. Haben sie ein Weibchen gefunden, springen sie auf dessen Rücken und klammern sich fest. So lassen sie sich bis zum Laichgewässer tragen. Nicht selten hängen sich gleich mehrere Männchen parallel an ein Weibchen. Bei zu großer Belastung kann es so auch dazu kommen, dass das Weibchen im Gewässer unter der Last der Männchen ertrinkt.

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Das eigene Leben geben für die nächste Generation

Nach ein paar Tagen am Gewässer gibt das Weibchen die Laichschnur ab. Es signalisiert dem Männchen, dass es sich bereit machen soll, woraufhin das Männchen sein Sperma auf die Laichschnur verteilt. Dieser Vorgang kann bis zu zwölf Stunden dauern und zwischen fünf und 20 sogenannter Laichschübe umfassen. Wenige der Weibchen überleben das Laichen. Einige machen sich zwar noch auf den Weg zurück ins Sommerquartier, sterben auf dem Weg aber oft an Erschöpfung. Die Antwort auf die Frage „Wie alt werden Kröten?“ lässt sich bei Weibchen auf vier bis fünf Jahre festlegen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie geschlechtsreif und machen sich das erste und meist einzige Mal auf den Weg zum Laichen. Männchen hingegen können etwa doppelt so alt werden.

Zurück in die Kinderstube

Bei der Wahl des Laichgewässers orientieren sich beispielsweise Erdkröten stark an ihrem Geburtslaichplatz. Bei anderen Amphibienarten ist der Drang zurück zur Kinderstube nicht so stark. Erdkröten hingegen sind laut dem Landesamt Bodenseekreis bei größeren Gewässern sogar an bestimmte eingegrenzte Bereiche dieses Wassers gebunden. Laut Forschenden erfolgt die Prägung auf diese Stelle zu dem Zeitpunkt, an dem die gerade zur Kröte gewordenen Tiere das Gewässer das erste Mal verlassen. Nach etwa fünf Jahren kehren sie an den Ort ihrer Geburt zurück und laichen nun selbst dort. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vermuten, dass sie sich anhand von magnetischen, geruchlichen und optischen Merkmalen die Strecke zurück erschließen. Natürlich schafft das nicht jede Kröte einer Gruppe und so kommt es auch bei Erdkröten von Zeit zu Zeit dazu, dass sie neue Laichgewässer entdecken.

Kröte im Garten ohne Teich: Versteckmöglichkeiten bieten

Wer seinen Garten gerne mit Kröten teilen möchte, braucht nicht zwangsläufig einen Teich oder eine Wasserstelle. Denn Krötenarten verbringen große Teile ihres Lebens an Land. Ist das Laichgewässer in der Nähe des Gartens, erhöht das die Chance, dass sich Kröten im Garten ansiedeln. Größere Erdkröten-Gruppen nehmen allerdings für ein sicheres Sommerquartier auch weitere Strecken auf sich: Teilweise können zwischen Gewässer und Quartier bis zu drei Kilometer liegen.

Tipp: Wer keine Wasserstelle im Garten hat, umgeht in den meisten Fällen auch Störungen durch lautes Erdkröten-Quaken. Die männlichen Tiere machen nämlich meist nur an Laichgewässern durch lautstarkes Quaken auf sich aufmerksam, wenn sie noch kein Weibchen gefunden haben oder Revierkämpfe mit anderen Männchen ausfechten.

Besonders wohl fühlen sich Kröten im Sommer und Winter an folgenden Orten:

Versteckmöglichkeiten sind für die Tiere sehr wichtig, da sie sich dort tagsüber vor Hitze und Sonne schützen können.

  • Tipp: Kröten müssen von allein den Weg in den Garten finden. Es ist laut dem Bundesnaturschutzgesetz verboten, Amphibien aus ihren Laichgewässern zu entfernen, um sie im eigenen Garten anzusiedeln. Das ist auch nur in seltenen Fällen von Erfolg gekrönt, weil die Tiere immer wieder zu ihrer alten Heimat zurückkehren.

Was fressen Kröten?

Bei Temperaturen über zehn Grad Celsius gehen Erdkröten in feuchten Nächten auf Jagd und vertilgen mit Vorliebe Würmer, Schnecken, Asseln und andere kleine Bodeninsekten. Erdkröten im Garten sind also sehr nützlich, wenn Gärtnerinnen und Gärtner ihre Beete möglichst schädlingsfrei halten wollen.

Kröten im Garten: Eine grüne Kröte sitzt in einem Haufen von braunem Buchenlaub. Foto: AdobeStock_
Unter dem Laub ist die Kröte für den Winter geschützt. [Foto: AdobeStock_CA Irene Lorenz]

Im Herbst bereiten sich die Kröten dann auf die Überwinterung vor. Die Erdkröte sucht sich dafür beispielsweise eine trockene Stelle unter einem Laubhaufen, Baumwurzeln oder in feuchten Erdlöchern und fällt in eine Winterstarre. Auch hier können Gärtnerinnen und Gärtner die Tiere mit einem naturnahen Garten unterstützen und das herabfallende Laub in einer Gartenecke zu einem Haufen auftürmen. So können die Kröten auch gut im Garten überwintern.

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Kröten im Garten: Kröte oder Frosch?

Bisher haben wir hauptsächlich auf die Erdkröte geblickt. Das Reich der Kröten umfasst aber natürlich noch viele weitere Arten. Folgende Kröten-Arten kommen in Deutschland unter anderem noch vor:

  • Knoblauchkröte
  • Kreuzkröte
  • Wechselkröte
  • Geburtshelferkröte

Jede dieser Art verfolgt leicht unterschiedliche Lebensweisen. Der Unterschied „Frosch-Kröte“ ist aber deutlich offensichtlicher: Zwar sind beides Amphibien, Frösche leben aber zum Beispiel fast ausschließlich im Wasser, wohingegen Kröten nur zum Laichen Gewässer aufsuchen.

Sind Kröten giftig?

Die Erdkröte hat zwar einen Rücken, der über und über mit Warzen bestückt ist. Diese Warzen und das daraus austretende Sekret sind für den Menschen aber nicht giftig. In den Warzen stecken Drüsen, über die die Kröten entweder Flüssigkeit absondern können, um ihre Haut zu befeuchten, oder sogar Gift im Falle eines Angriffs. Das trifft allerdings nur auf bestimmte Krötenarten wie etwa die Erdkröte zu. Für Menschen ist das Gift aber unbedenklich, solange es nicht an die Schleimhäute gelangt. Nachdem Gärtnerinnen und Gärtner Kontakt mit einer Kröte hatten, sollten sie sich also besser die Hände waschen. Hunde und Katzen empfinden das Gift meist als unangenehm.

Kröten im Garten: Eine Erdkröte sitzt auf einem moosbewachsenen Stein. Foto: AdobeStock_Marek R. Swadzba
Die kleinen Drüsen auf der Haut der Kröte sorgt auch dafür, dass ihre Haut feucht bleibt. [Foto: AdobeStock_Marek R. Swadzba]

Wer Kröten in den Garten locken und auch zum Laichen bewegen möchte, der muss sich nicht zwangsläufig einen großen Teich anlegen. Es reicht häufig auch schon eine Wasserstelle. Welche Optionen Sie dabei haben, lesen Sie hier: Wasserspiele: Bewegtes Nass im Garten. Bevor es sich Gärtnerinnen und Gärtner versehen, ist schon die erste Kröte in den Garten eingezogen.

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