Gemüse im Januar: Die Blätter vom Grünkohl können Sie sogar im gefrorenen Zustand ernten und Wintersorten des Wirsing vertragen Temperaturen bis minus 10 Grad Celsius.

Gemüse im Januar – Ernte im Frost

Es stimmt schon: Im Januar herrscht im Küchengarten nicht mehr das pralle Leben. Ernten können Sie aber immer noch eine ganze Menge Gemüse im Januar, wenn ein paar Tipps berücksichtig werden.

So mancher im Küchengarten vergessene Kohlkopf übersteht die ersten Fröste beinahe schadlos. Zwar leiden die äußeren Blätter, aber sein Innenleben taugt häufig noch für einen deftigkräftigen Kohleintopf oder einen Krautsalat.

Gemüse im Winter ernten, schützen und genießen

So klappt’s: Kohlernte bei Frost

Grünkohl ist ohnehin ziemlich hart im Nehmen. Genau wie Rosenkohl wird er durch Frosteinwirkung erst so richtig genießbar. Sie können seine Blätter sogar im gefrorenen Zustand ernten, sofern Sie das krause Grün wie das sprichwörtliche rohe Ei behandeln: ganz vorsichtig! Nicht drücken und ganz locker gelegt im Haus auftauen lassen. Sonst gibt’s grünen Matsch. Für den erwähnten Rosenkohl ist jetzt wirklich höchste Zeit für den Umzug in die Winterküche.

Ernten Sie lieber ein wenig mehr von diesem Gemüse im Januar und frieren Sie die geputzten und blanchierten Röschen ein, denn auf langen und harten Frost ist der Feinschmeckerkohl nicht eingerichtet. Auch beim Palmkohl sollten Sie bald ernten. Wäre doch schade um die milde Grünkohlvariante. War der Winter bisher relativ mild, finden sich im geschützten Herzen der Mangoldstauden ganz bestimmt noch ein paar zarte Blättchen.

Gemüse im Januar: Ernte trotz Schnee

Gemüse im Winter anbauen ist trotz Raureif kein Problem
Bei Minusgraden und hoher Luftfeuchtigkeit legt sich Raureif über den Gemüsegarten.

Gut, wenn sich beizeiten eine dicke Schneedecke über Kohl, Porree oder Feldsalat legt. Sie schützt die Gemüsepflanzen vor Winterschäden.

Kahlfröste dagegen setzen auch den Harten im Garten gewaltig zu. Dann gilt: Zügig ernten oder wenigstens mit Vlies abdecken.

Ideal ist Vlies plus Schnee, denn diese Packung lässt sich einfach im Ganzen zum Ernten anheben. Ein leeres Gewächshaus bietet Platz für Gemüse jetzt im Januar, zum Beispiel für Porree, Pastinake, Topinambur und Kohl.

Diese Kulturen können bei noch offenem Boden ausgegraben werden und verbringen die kommenden Wochen sicher unter Glas.

Praxis-Tipp: Den Boden mit Hilfe der Sonnenwärme auftauen

Die Knollen vom Topinambur stecken im gefrorenen Boden fest und Sie möchten ihn trotzdem noch ernten? Dann decken Sie die Beete mit schwarzer Mulchfolie ab. Die sammelt an sonnigen Wintertagen so viel Wärmeenergie, dass bereits gefrorener Boden innerhalb weniger Tage wieder auftaut.

Noch offener Boden friert nur stark verzögert ein. Ist es zu kalt, funktioniert das zwar nicht, aber solange die Temperaturen nicht unter -5 Grad gefallen sind, schafft Ihnen unser Trick noch einige Tage Luft zum Ernten oder Umgraben.

Gemüse im Januar – das ist zu tun

  • Topinamburknollen ernten, solange der Boden offen ist, und bei 0 bis 10 °C feucht einschlagen.
  • Das Gewächshaus von kranken Pflanzenresten befreien und gegebenenfalls den Boden austauschen.
  • Küchenkräuter in Töpfen oder Kübeln bei frostfreiem Wetter gelegentlich mit kaltem Wasser gießen.
  • Madiges Gemüse wie Möhren, Lauch und Pastinaken nicht im Beet stehen lassen oder auf den Kompost geben. Die Gemüsefliegen könnten so überdauern.
  • Gelagertes Obst oder Gemüse im Januar regelmäßig auf Fäulnis prüfen und befallene Früchte entsorgen.