Bodenbelag Terrasse Foto: AdobeStock_Monster

Bodenbelag Terrasse – schicke Outfits

Wer einen Bodenbelag für die Terrasse auswählen möchte, hat die Qual der Wahl. Schließlich ist der Freisitz am Haus unser Lieblingsplatz. Wo ließe es sich besser entspannen, speisen, plaudern und feiern? Für festen Boden unter den Füßen bieten sich je nach gewähltem Stil und vorgesehenem Zweck die unterschiedlichsten Bodenbeläge an. Neben den Klassikern – Platten und Pflaster aus Naturstein sowie Klinker, Holz und Kies – sind zunehmend auch Alternativen aus Beton oder Werkstoffen gefragt. Zwar nicht immer preiswerter, können sie pflegearme und optisch nahezu perfekte Imitate der Originale sein.

Betonplatten und Betonpflaster

Vorteil von Betonplatten: Sie lassen sich dank normierter Maße einfacher verlegen. Nachteil: Preiswerte, nicht durchgefärbte Steine werden mit der Zeit unansehnlich.

Betonpflaster gibt es in mannigfaltigem Look und Einsatz: Als Rechteck- oder Knochenpflaster für funktionale Parkplatzbeläge, dank geometrischer Formen miteinander verzahnt und dadurch scherfest. Edlere Varianten des menschgemachten Werkstoffs sehen ihren natürlichen Vorbildern täuschend ähnlich: durch Form- und Farbgebung oder eine dem Betonsockel vorgesetzte Natursteinschicht.

 

 

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Natursteine als Bodenbelag für die Terrasse

Entstanden aus Urgewalten wie Vulkantätigkeit, Materialtransport und -ablagerung sowie starker Verdichtung, unterteilt man Natursteine in drei Kategorien: in solche magmatischen Ursprungs (z. B. Tuffstein, Granit, Basalt, Gabbro), in Sedimentgesteine (Kalkstein, Sandstein, Travertin und Dolomit) sowie metamorphes Material, durch starken Druck oder hohe Temperaturen umgewandelt, etwa Gneis, Marmor, Schiefer oder Quarzit. Entsprechend unterschiedlich in Farbe, Form, Oberfläche und Eigenschaften präsentieren sich natürliche Gesteine.

Bodenbelag Terrasse Foto: AdobeStock_jiribic
Lockere, unregelmäßige Formen beim Naturstein Foto: AdobeStock_jiribic

Achten Sie bei der Materialwahl des Bodenbelags Ihrer Terrasse darauf, dass er trittfest und frostbeständig ist. So gibt es bei Sandstein je nach Abbaugebiet neben solidem Buntsandstein auch ungeeignetes, weiches Gestein. Ein dauerhafter, hochwertiger Vertreter aus der Familie der Sandsteine ist Grauwacke. Als zeitgemäße, großformatige Platte wirkt der teils gebänderte Stein besonders edel.

Farbnuancen bei Naturmaterialien, der variierenden Zusammensetzung der beteiligten Mineralien geschuldet, sind kein Mangel – sie beleben die Fläche. Sandsteinplatten können auch durch Klinkerstreifen aufgelockert werden.

Holz und Werkstoffe

Holz als natürlicher Baustoff schlechthin ist vielseitig einsetzbar: sowohl für den ökologisch anmutenden Bodenbelag für die Terrasse am Holzhaus als auch fürs schlichtelegante Edelholzdeck vor moderner Architektur. Während naturfarbenes Holz als unbehandelte bzw. geölte Variante rustikalen Charme besitzt, kann es lasiert oder lackiert auch trendige Farbthemen bedienen.

Bodenbelag Terrasse Foto: AdobeStock_Benjamin ['O°] Zweig
Holzimitat aus Beton Foto: AdobeStock_Benjamin [‘O°] Zweig

Die Oberflächenbehandlung hängt von der Holzart und deren Haltbarkeit ab: Weichhölzer wie Kiefer oder Fichte werden ohne Schutzanstrich schneller verwittern, ggfs. von pilzlichen bzw. tierischen Schadorganismen befallen. Holzarten wie Eiche, Lärche, Robinie oder zertifizierte Tropenhölzer (z. B. Teak) hingegen können auch unbehandelt im Außenbereich eingesetzt werden. Allerdings bildet sich mit der Zeit eine silber- bis dunkelgrau verwitternde Patina. Im Frühjahr hilft eine schonende Reinigung gegen rutschige Moosbeläge.

Imitate aus Beton, alternativ auch Verbund-Werkstoffe aus Holz, Kunststoff und Bindemittel (WPC, wood plastic composite), sind pflegearme Alternativen zu Echtholz: Sie imitieren das natürliche Flair, ohne zu vermoosen oder sich zu verziehen. Dielenstein „Mahora“ hat ausgediente Eisenbahnschwellen in Format und Oberflächenstruktur zum Vorbild. Im Parkettfußboden-Look präsentiert sich „Forest“, eine Betonplatte mit veredelter, beschichteter Oberfläche. Ihr Design steht modernen wie auch naturnahen Gestaltungen gut zu Gesicht.

Bodenbelag Terrasse aus Kies, Splitt und Schotter

Ein Bodenbelag der Terrasse aus rundem Kies oder kantigem Splitt bzw. Schotter befestigt zwar den Untergrund, gibt jedoch unter Belastung nach. Was bei einem Kies- oder Splittweg als angenehm empfunden wird, eignet sich für stabil zu platzierende Sitzmöbel nur bedingt. Zudem trägt man die Steinchen in unmittelbarer Hausnähe auch schnell mit den Schuhen ins Haus. Ihre Vorteile: Sie versiegeln den Boden nicht und passen, z. B. von einer Pflasterkante oder einem Metallband gefasst, gut zu formalen oder mediterranen Gärten. Der dem Haus vorgelagerte Sitzplatz, mit scherfestem Basaltschotter belegt, macht den Cottagegarten-Stil perfekt.

Bodenbelag Terrasse Foto: AdobeStock_blickwinkel2511
Kies als Zwischenfüllung von Betonplatten Foto: AdobeStock_blickwinkel2511

Praktisch für hausnahe Terrassen sind wassergebundene, gewalzte Mineralgemische wie der „Promenadengrand“. Noch sicherer: In Verlegeplatten gefüllter, ruschfester Kies (z. B. „GravelGrid“) oder auch ein Belag aus fixiertem Splitt-Gemisch (z. B. TerraWay), bei dem feinkörniger Edelsplitt dank Bindemittel zur frostsicheren, belastbaren Ebene wird.

Blühende Lückenfüller

Sie haben eine sehr unregelmäßig geformte Terrassenfläche? Oder Sie möchten ein Patchwork aus verschiedenen Formaten gebrauchter Materialien verlegen? Dann beweisen Sie doch mal Mut zur Lücke und lassen bewusst Teilbereiche Ihres Bodenbelages für die Terrasse. Prüfen Sie zuvor, ob die geplante Pflanzinsel nicht inmitten einer vielgenutzten Laufstrecke oder der einzig möglichen Stellfläche für die lange Tafel liegen würde. Die Ränder sollten mit Mörtel oder Beton stabilisiert werden, damit die Platten oder das Pflaster nicht verrutschen oder absinken können. In die Aussparung füllen Sie dann das Substrat in passender Dicke. So geben Tuffs aus genügsamen Polstergewächsen oder höherwüchsige Allrounder Ihrer Sitzfläche eine besondere Note. Geeignete Pflanzen sind z. B das Spanische Gänseblümchen, Frauenmantel oder Storchschnabel.

Karin Wachsmuth

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