Teekräuter

Minze, Zitronenmelisse und Monarde sind frisch geschnitten oder schonend getrocknet einfach ein Genuss. Wohltuender Kümmel, Fenchel und Anis machen die Teekräutersammlung rund. Besuchen Sie Burkhard Bohne in der Welt der Teekräuter.

Rückblick in die Geschichte der Heilkräuter

Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen – so heißt es in einem Sprichwort. Kräuter werden seit Jahrtausenden als Gewürz und gleichermaßen als heilende Teepflanzen geschätzt. Auf Wiesen und Feldern und in Wäldern gab es damals viele Heilkräuter zu entdecken. Unsere Vorfahren lernten, sie zu erkennen, zur richtigen Zeit zu ernten und vor allem haltbar zu machen. Und sie gaben die Erfahrungen im Umgang mit den Kräutern über viele Generationen weiter. Auch wir profitieren heute noch von diesem Wissen!

Da es recht mühsam war, viele Kräuter in ausreichender Menge in der Natur zu finden, wurden spätestens im Mittelalter Kräutergärten angelegt, und zwar zu allererst in den Klöstern. Von nun an waren Tee- und Heilkräuter immer ausreichend verfügbar, und nicht nur die heimischen. Denn findige Nonnen und Mönche führten Pflanzen aus anderen Ländern bei uns ein, experimentierten mit ihnen und hinterließen uns großartige Bücher mit vielen Kräuter-Rezepturen.

» Mediterrane Küchenkräuter

Was die Kräuter brauchen

Ich folge der Tradition und baue Teekräuter im Garten an. Als Gärtner kann ich für einen gesunden Boden sorgen und habe etwas Kontrolle über die Qualität der Pflanzen. Und ich kann sie genau zum richtigen Zeitpunkt ernten.

Die Frage, die sich zunächst stellt, ist: Was braucht das Kraut? Minze und Zitronenmelisse, Salbei und Fenchel haben unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort, die berücksichtigt werden sollten. Zudem spielen Nährstoffe, Wasser und Licht eine entscheidende Rolle. Denn sind die Pflanzen während ihres Wachstums gut versorgt, machen mir Krankheiten und Schädlinge keine Sorgen.

Tipps zur Kräuter-Ernte

Kräutertee kann aus Blättern, Blüten, Früchten oder auch Wurzeln zubereitet werden. Und wann ist der beste Erntezeitpunkt dafür? Allgemein gilt: Geerntet wird immer dann, wenn sich die gewünschten Pflanzenteile voll entwickelt haben. Auch die Uhrzeit am Erntetag ist nicht unerheblich.

Ob Blätter, Blüten und Früchte erntereif sind, ist meist leicht zu erkennen. Blätter und Stängel von duftenden Pflanzen wie Zitronenmelisse oder Pfefferminze werden vor der Blüte und am besten morgens geerntet. Ihr Aroma ist dann besonders intensiv.

Die Blüten von Malve oder Kamille öffnen sich nur bei genügend Sonne vollständig, sie werden also in den Mittagstunden gepflückt. Wenn es an die Ernte von Samen und Früchten geht, beispielsweise Fenchelsaat, prüfe ich regelmäßig, ob die Samen voll ausgereift sind und fast von allein abfallen. Da braucht man schon etwas Geduld!

Das Ernten von Kräuterwurzeln wie vom Eibisch ist etwas aufwändiger, auch die Reife ist nicht so leicht festzustellen. Mehr dazu an anderer Stelle. Egal, ob Wurzeln, Samen, Blüten oder Blätter, zum Trocknen bündele ich die Teekräuter zu Sträußen oder lege sie auf Papier aus. Anschließend werden sie in einem warmen, luftigen Raum schonend getrocknet.

Kräuter vorbereiten

Gleich nach der Ernte bereite ich die Kräuter fürs Trocknen vor. Dazu werden alle Pflanzenteile gesichtet und welke Blätter, verblühte Blüten sowie verschmutzte oder kranke Pflanzenteile entfernt. Die Kräuter bringe ich in einen Trockenraum. Dieser sollte warm, luftig und möglichst ohne Sonneneinstrahlung sein. Ein gut gelüfteter Dachboden wäre der ideale Ort. Auch ein Küchenfenster geht, solange die Sonne nicht direkt hineinscheint.

Bitte achten Sie stets auf ausreichende Luftbewegung zwischen den Kräutern. So kann Feuchtigkeit gut abtransportiert werden, und die Schimmelgefahr ist gebannt. Nach etwa zwei Wochen sind die Kräuter rascheltrocken und können gerebelt und abgepackt werden.

» Die Kräuterspirale: viel Aroma auf wenig Platz

Kräuter ernten und trocknen

Ein hochwertiger Kamillentee besteht nur aus Blüten. Doch ist es bei der Ernte oft viel zu mühsam, die Blüten einzeln zu pflücken. Daher schneide ich meist das ganze Kraut, zupfe die Blüten später einzeln ab und lege sie auf Papier oder im Trockenrahmen aus. Aromatische Teekräuter wie Minze, Melisse oder Salbei ernte ich vor der Blüte und binde sie mit Paketschnur zu kleinen Sträußen mit wenigen Stängeln. Vorher werden die einzelnen Stängel von den unteren Blättern befreit.

Früchte von Fenchel oder Kümmel müssen nach der Ernte weiter getrocknet werden. Dazu schneide ich die geernteten Dolden in kleinere Teilstücke und lege sie schön platzsparend in den Trockenrahmen. Die Früchte fallen während des Trocknens meist ab und können leicht eingesammelt werden.

Man kann nicht verhindern, dass Kräuter beim Trocknen etwas von ihrem Aroma verlieren. Ich bündele sie zu Sträußen und hänge sie an einem warmen, luftigen und sonnengeschützten Platz verkehrt herum auf. So kann der aromatische Pflanzensaft vor und während des Trocknens in die Blätter oder Blüten sickern. Das maximiert das Aroma.

Kräutertee-Rezept

Kräuter entfalten ihr Aroma am besten, wenn sie mit kochendem Wasser aufgegossen werden. Bei leichten Magen- und Darmstörungen und Völlegefühl hilft am besten ein Tee nach alter Rezeptur. Je ein gut gehäufter Esslöffel getrockneter Ringelblumenblüten, Kümmelfrüchte, Pfefferminzblätter und Kamillenblüten werden gut gemischt und mit etwa einem Liter kochendem Wasser aufgegossen. Der Aufguss wird umgerührt, abgedeckt und nach etwa 10 Minuten abgeseiht. Werden frische Kräuter verwendet, wird die oben angegebene Menge verdoppelt.

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